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Neue Kita fand Interesse: Bekommt Kall bald auch einen Waldkindergarten?

Ein Ausbund an guter Laune: Fröhlich erkunden diese Kindern in Kommern den Wald.

Ein Ausbund an guter Laune: Fröhlich erkunden diese Kindern in Kommern den Wald.

Foto:

Klaus Pesch

Kall -

Sehr intensiv gerieten die Beratungen im Kaller Sozialausschuss, nachdem Manuela Bornkessel von der Kita Router gGmbH über Waldkindergärten referiert hatte. Anderthalb Stunden lang beschäftigte sich der Ausschuss mit diesem Thema.

In der Gemeinde übersteigt derzeit die Nachfrage nach Kindergarten-Plätzen das vorhandene Angebot. Durch Überbelegungen kann die Gemeinde zwar einen Teil des Bedarfs decken, doch nun ist die Idee, durch einen freien Träger ein zusätzliches Angebot zu schaffen, durchaus willkommen.

Bei Wind und Wetter

Wie der Name schon sagt, hat ein Waldkindergarten seinen Standort im Wald oder am Waldrand, wo die Kinder eigens dafür gebaute Zirkuswagen nutzen können. Bei Wind und Wetter sind die Kleinen dabei in der Natur, stärken ihr Immunsystem und lernen die Tier- und Pflanzenwelt intensiv kennen. Wie Bornkessel darlegte, würden Konzentrations- und haptische Fähigkeiten, aber auch soziale Kompetenz der Kleinen überdurchschnittlich verbessert.

Ein höheres Unfallrisiko als in häuslichen Kindergärten hätten die Kids nicht, versicherte Bornkessel. Und sie werden früh an Waldregeln gewöhnt: Sie dürfen nichts in den Mund stecken, müssen stets in Sichtweite bleiben und dürfen nicht auf Bauholzstapel klettern.

Für den Waldkindergarten wird ein Grundstück von 1500 Quadratmetern Fläche benötigt, auf dem zwei Zirkuswagen für eine Kindergruppe platziert werden. Für die Aufsicht einer Gruppe werden drei Fachkräfte, darunter mindestens ein Waldpädagoge, und eine weitere Person benötigt.

Mittagessen vom Caterer

Das Mittagessen wird von einem Caterer bezogen, einmal pro Woche wird vor Ort Frühstück zubereitet. Frühestens realisiert werden könnte der Waldkindergarten zum Jahreswechsel 2020/2021.

225 000 Euro an Investitionskosten würden entstehen, die zu 100 Prozent durch den Kreis gefördert werden. Die Gemeinde müsste allerdings den 9 Prozent-Anteil, den freie Träger tragen, finanzieren und 3 Prozent Verwaltungskostenpauschale übernehmen, sagte Bornkessel.

Sonst sei dieses Konzept finanziell nicht zu stemmen. Guido Huppertz von den Grünen fragte nach den Notunterkünften, die vorgehalten werden müssen. Für den Fall, dass Wind und Wetter einen Aufenthalt im Freien unmöglich machen, werden diese in erreichbarer Nähe des Kindergartens vorgehalten.

Bert Spilles (CDU) legte äußerten Wert darauf, dass die Tatsache, dass man nun über die Kita eines freien Trägers nachdenke, nicht bedeute, dass man die generelle Trägerschaft der Kindergärten durch die Gemeinde in Frage stelle. Hieran dürfe sich nichts ändern.

Die Verwaltung soll nun bis September alle wesentlichen Informationen zusammenstellen, damit die Politik über den Waldkindergarten beschließen kann.