Bürger und Politiker fordern lautstark: Keine Genehmigung einer Verlängerung des Nachflugbetriebs ohne echte Beteiligung.
Flughafen Köln/BonnAusweitung der Nachtflüge aus Köln über Rhein-Berg droht

In der Kritik steht vor allem der nächtliche Passagierflug am Flughafen Köln/Bonn. Nun droht eine Ausweitung. (Symbolfoto)
Copyright: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Die Diskussion über eine Verlängerung des Nachtflugbetriebs am Flughafen Köln/Bonn über 2030 hinaus geht in eine neue Phase. Denn nun hat der Flughafen mit einem Antrag beim Landesministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr das notwendige Verfahren eingeleitet. Daraufhin haben sich umgehend Vertreter der Fluglärm-Betroffenen zu Wort gemeldet – die Lärmschutzgemeinschaft Flughafen Köln-Bonn, der Bürgerverein Fluglärmschutz Rhein-Berg, aber auch Bürgermeister Marcel Kreutz (SPD) für die Stadt Bergisch Gladbach. Sie fordern eine „Berücksichtigung der Gesundheitsbelange der betroffenen Bevölkerung“, wie es in einer gemeinsamen Stellungnahme von Lärmschutzgemeinschaft und Bürgerverein Fluglärmschutz heißt, und dazu insbesondere auch eine „breit angelegte Bürgerbeteiligung“.
Lärmschutzgemeinschaft und Bürgerverein erinnern an das „unwürdige Verfahren“ im Jahr 2008, als der damalige NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke (CDU) nach einem Antrag des Flughafens die Nachtfluggenehmigung ohne Beteiligung der Betroffenen bis 2030 verlängerte. Die Folge sei eine „ungesteuerte Weiterentwicklung“ des uneingeschränkten Nachtflugbetriebs an sieben Tagen die Woche gewesen. Vor diesem Hintergrund hätten die Fluglärmkommission wie auch die Städte Bergisch Gladbach und Rösrath eine umfassende Bürgerbeteiligung beziehungsweise Mediation eingefordert.
Bürgerverein fordert eine „spürbare Reduzierung des Nachtfluglärms“
Die „hohe Zahl“ der vom Fluglärm Betroffenen setze nun auf die von der Politik in Land und Kommunen „geäußerten Versprechungen, sich nunmehr für eine breit angelegte Bürgerbeteiligung einzusetzen“. Nur auf diese Weise könne „ein fairer Ausgleich zwischen den wirtschaftlichen Interessen des Flughafens und dem Gesundheitsschutz der Bürgerinnen und Bürger“ gefunden werden.
Alles zum Thema Bergisches Land
Lärmschutzgemeinschaft und Bürgerverein Fluglärmschutz fordern eine „spürbare Reduzierung des Nachtfluglärms“ für die rund 450.000 Betroffenen, wie sie auch schon von CDU und Grünen in ihrem Koalitionsvertrag für NRW von 2022 vereinbart worden sei.
Marcel Kreutz setzt sich für eine Erhöhung der Nachtflugzuschläge ein
Noch konkreter wird Bergisch Gladbachs Bürgermeister Kreutz in einem Schreiben an Landesumweltminister Oliver Krischer (Grüne). Er setzt sich für eine Erhöhung der Nachtflugzuschläge ein, „um eine deutliche Verlagerung der Nachtflüge in die Tagzeiten zu erwirken“. Darüber hinaus fordert er: „Passagierflüge in der Kernzeit nachts von 0 bis 5 Uhr sollten vollständig untersagt werden.“ Dazu erklärt Kreutz: „Das Land NRW muss seiner Pflicht nachkommen, die Bürgerinnen und Bürger vor vermeidbaren Gesundheitsgefahren zu schützen.“ Daher fordert auch er „vor einer eventuell geplanten Verlängerung der Nachtflugregelung des Flughafens Köln/Bonn über 2030 hinaus eine wirksame Bürgerbeteiligung“ ein.
Kreutz kommt in seinem Brief zu dem Schluss: „Ich hoffe sehr, dass bei der voraussichtlich anstehenden Überarbeitung der Betriebsgenehmigung die berechtigten Belange der Anwohnerinnen und Anwohner angemessen berücksichtigt werden und die Anliegen der betroffenen Kommunen, zu denen insbesondere auch die Stadt Bergisch Gladbach zählt, in ein Verfahren mit angemessener Beteiligung der Kommunen, der Fluglärmkommission sowie der Bürgerschaft in eine darauf aufbauende Entscheidungsfindung einfließen.“

