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Kölner Rennrad-Talent: Hürther wird nach tödlichem Unfall mit 17-Jährigem angeklagt

Noch heute erinnern ein weißes Fahrrad mit Trikots sowie ein Pokal und ein Kreuz aus Holz an den 17-Jährigen.

Noch heute erinnern ein weißes Fahrrad mit Trikots sowie ein Pokal und ein Kreuz aus Holz an den 17-Jährigen.

Foto:

Beißel

Hürth -

Knapp ein Jahr nach dem schrecklichen Verkehrsunfall in Hürth auf der Bonnstraße, bei dem am 11. Juli in Höhe der Nussallee in Kendenich ein 17-Jähriger mit seinem Straßenrennrad verunglückte und an der Unfallstelle starb, ist jetzt Anklage erhoben worden.

Der Jugendliche, der aus Köln stammte und Schüler der Gesamtschule in Rodenkirchen war, fuhr nahezu jeden Tag mit dem Rennrad durch die Region. In der Szene war er bekannt und galt als mögliches Nachwuchstalent. Er war Mitglied im Verein Kölner Straßenfahrer (VCS Köln). Am Tag des Unfalls war er mit einem Freund unterwegs und hatte bereits eine etwa 120 Kilometer-Tour durch die Eifel hinter sich.

Von der Nussallee wollte er auf die Bonnstraße abbiegen, als ein 33 Jahre alter Hürther mit seinem Auto das Rennrad mit dem 17-Jährigen im Sattel anfuhr. Laut Anklageschrift fuhr der Hürther mit seinem Auto gegen das Hinterrad des Rennrades. Der 17-Jährige flog nach dem Zusammenstoß einige Meter durch die Luft und blieb schwer verletzt auf der Fahrbahn liegen. Die Verletzungen, die er sich dabei zuzog, waren so schwer, dass der Schüler ihnen noch an der Unfallstelle erlag.

In der Anklage steht, dass der Autofahrer viel zu schnell unterwegs gewesen sei und an der Kreuzung das Rotlicht der Ampel missachtet habe. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Hürther fahrlässige Tötung sowie gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr vor. Der Familienvater hat keine Vorstrafen.

Anteilnahme war riesengroß

Nach dem Unfall war die Anteilnahme riesengroß. Freunde und Bekannte des Opfers legten Blumen nieder und stellten Kerzen auf. Noch heute erinnern ein weißes Fahrrad, an dem Rennfahrertrikots befestigt sind, sowie ein Pokal und ein Kreuz aus Holz an den 17-Jährigen.

Auf Nachfrage beim Amtsgericht Brühl erklärte Direktorin Susann Ulbert-Maur, dass die Verhandlung vermutlich für August oder September angesetzt werde.