Nachrichten aus Köln, der Region und der Welt
Neuer Inhalt

Am alten Klärwerk: Hürther Stadtwerke wollen Wärmespeicher errichten

Hürth-Hermülheim -

Auf dem Gelände des alten Klärwerks an der Lortzingstraße kann künftig heißes Wasser für das Fernwärmenetz gespeichert werden.

Der Planungsausschuss beschloss jetzt einstimmig einen entsprechenden Bebauungsplan für das sechs Hektar große Gelände, der auch die bestehenden Grünanlagen und die Wohnhäuser entlang der Straße Am alten Klärwerk sichern soll.

Die Stadtwerke wollen neben dem Heizkraftwerk, das nur in Spitzenlastzeiten anspringt, einen Wärmespeicher als Puffer für das Fernwärmenetz errichten.

Der größte Teil der Hürther Fernwärme wird bislang im Goldenberg-Kraftwerk auf dem Knapsacker Hügel aus Braunkohle erzeugt. Künftig soll aber hauptsächliche Abwärme aus der Rußfabrik von Orion Engeneered Carbons (OEC) – im Volksmund als „Schwätz“ bezeichnet – in Köln-Rondorf an der Grenze zu Kalscheuren genutzt werden.

25 Meter hohe Stahlzylinder

Neben Umbauarbeiten an den Anlagen der „Schwätz“, die um eine Kraft-Wärme-Kopplungsanlage ergänzt wird, müssen die Stadtwerke auch das Fernwärmenetz umbauen, auch um neue Energiequellen erschließen zu können. Dazu gehört neben dem Bau von Transportleitungen auch der auf Baukosten von 6,5 Millionen Euro geschätzte Wärmespeicher an zentraler Stelle im Netz.

Herzstück der Speicheranlage sind ein Dutzend jeweils 25 Meter hohe Stahlzylinder, die mit 4000 bis 6000 Kubikmetern Wasser gefüllt werden. In Schwachlastzeiten, also hauptsächlich nachts, wird das Wasser, so der Plan, künftig mit Abwärme aus der Industrieanlage aufgeheizt.

In Spitzenlastzeiten wird die Wärme dann wieder ins Netz eingespeist. Dadurch können auch Leistungsschwankungen bei der OEC ausgeglichen werden, außerdem verringert sich die maximal benötigte Wärmeerzeugungsleistung.

Im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens gab es kaum Einwendungen gegen das Projekt. Allerdings stieß sich der einzige Besucher bei einer Bürgeranhörung im Juni am Standort und an der Höhe der geplanten Anlage. Zwar ist es nach Angaben des Technischen Leiters der Stadtwerke, Jürgen Schiffmann, durchaus möglich, die Höhe der Röhren zu reduzieren.

Allerdings müsste der Durchmesser dann wachsen, was laut Schiffmann zu erheblich höheren Kosten beim Transport führen würde, weil die Schwertransporter dann Umwege fahren müssten. Allein zwei Meter weniger Höhe würden Mehrkosten von zwei Millionen Euro verursachen.

Damit die Speicher möglichst wenig ins Auge fallen und nicht zu lange Schatten werfen, sollen sie fünf Meter tief eingegraben und mit anthrazitfarbenem Wellblech verkleidet werden. Die Pumpen sollen mit Beton eingehaust werden und kaum zu hören sein.