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FC-Kolumne: Mütter sind die eigentlichen Stars des Fußballs

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Die Redakteure Jens Meifert und Thorsten Moeck.

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Redaktion

Köln -

Wer jemals einen niederklassigen Fußballplatz betreten hat, wird nicht daran zweifeln: Die Stars sind die Mütter neben dem Rasen. Da können die Kleinen noch so aussichtslos rennen, die Mamas jubeln unerschrocken und reichen mit liebevollem Blick die Trinkflasche. Zuvor haben sie einen Kirschkuchen gebacken, aus den Erlösen wird am Ende des Sommers die Fahrt ins Phantasialand finanziert.

Eine echte Supermama lässt es auch im fortschreitenden Alter nicht an Nestwärme mangeln. Kerstin Lasogga ist da eine große Nummer. Sie backt keinen Kuchen mehr für den kleinen Pierre-Michel, dafür hat sie sein Management übernommen. Weil der Nachkömmling für den Hamburger SV aber mal mehr, mal weniger treffsicher über den Platz läuft, gibt es auch mehr oder weniger ausgeprägte Kritik an des Stürmers Gehalt. Das soll sich pro Jahr auf 3,4 Millionen Euro belaufen, was in der Zweiten Liga einen Rekordwert darstellen dürfte.  „Verträge sind dazu da, um eingehalten zu werden“, bemerkt Frau Mutter trocken. Im Übrigen:  „Wenn ich eine kleine süße Blondine ohne Ahnung wäre, hätte Pierre nicht so einen Vertrag.“

Stimmt. Der Angreifer jedenfalls hat vergangene Woche mit zwei Pokaltreffern sich und seiner Mama das Leben leichter gemacht. Die Elfmeter-Fehlschützen des FC könnten auch mütterliche Liebe gebrauchen: Ohne sagen zu können, wie es in den Elternhäusern von Marco Höger und Dominick Drexler aussieht, ist klar, was angesagt ist: Ein Bilderalbum mit den schönsten Dribblings, vielleicht das geringelte Karnevalstrikot aus dem Fan-Shop und was für die Play-Station, das geht immer.
Dazu Zuspruch und Zuwendung ohne Ende. Und beim Gipfeltreffen in Hamburg lieber nicht neben Mama Lasogga setzen. Kirschkuchen gibt’s da nicht.