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Klare Anweisungen und viel Kommunikation: Erstes Training mit Dan Lacroix als Coach

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Erste Trainingseinheit von Dan Lacroix als neuer Coach der Kölner Haie

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imago/Eduard Bopp

Köln -

Lange hat es Dan Lacroix ohne seine große Leidenschaft nicht ausgehalten. Dabei hatte sein ursprünglicher Plan anders ausgesehen. Nach über einem Jahrzehnt als Assistenztrainer in der nordamerikanischen Eliteliga NHL wollte der gebürtige Kanadier die Dinge zumindest für eine Spielzeit mal etwas ruhiger angehen lassen und den Freiraum vor allem zur eigenen Weiterbildung nutzen. Das Vorhaben hielt lediglich ein paar Monate. Seit Herbst vergangenen Jahres leistet Lacroix als Nationaltrainer Litauens Eishockey-Aufbauarbeit am Baltikum.

Anfang dieser Woche ist eine weitere Aufgabe dazugekommen: Nach der Entlassung des bisherigen Cheftrainers Peter Draisaitl soll der ehemalige Co-Trainer der Montreal Canadiens die Kölner Haie zur direkten Playoff-Qualifikation in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) führen und anschließend dafür sorgen, dass der Traum des KEC vom ersten Meistertitel seit 2002 nicht erneut schon im Viertelfinale platzt.

Kommunikation und klare Anweisungen

Am Dienstagvormittag stand Lacroix im Trainingszentrum an der Gummersbacher Straße erstmals mit seinem neuem Team auf dem Eis und machte dabei einen motivierten, kommunikativen und zielstrebigen Eindruck. Immer wieder suchte der neue Haie-Coach das Gespräch mit den Spielern, unterbrach die Übungsformen, um zu korrigieren, und gab klare Anweisungen. Am Ende des über einstündigen Aufgalopps zeigte sich der 49-Jährige zufrieden: „Mein erster Eindruck ist sehr gut. Ich habe professionelle Gegebenheiten vorgefunden, die man braucht, um erfolgreich Eishockey zu spielen. Alle haben sich sehr professionell verhalten.“

Viel Zeit zum gegenseitigen Kennenlernen bleibt nicht. Bereits am Donnerstag (19.30 Uhr, Lanxess Arena) gibt der über 200-fache frühere NHL-Profi im wichtigen Heimspiel gegen den unmittelbaren Konkurrenten Fischtown Pinguins Bremerhaven seinen Einstand hinter der Bande des Tabellenfünften. Auf einschneidende Veränderungen will Lacroix elf Spieltage vor Abschluss der Hauptrunde verzichten: „Wir haben hier eine Mannschaft, die in dieser Saison schon gute Arbeit geleistet hat. Ich werde jetzt nicht alles auf den Kopf stellen, sondern hier und da Kleinigkeiten verändern, von denen ich glaube, dass sie uns weiterbringen.“

Lacroix nur Übergangslösung

Kurzfristig soll Dan Lacroix vor allem für zwei Dinge sorgen: Dass das Binnenverhältnis zwischen Mannschaft und Trainer wieder in den grünen Bereich gerückt wird und dass die Haie-Profis mehr spielerische Lösungen an die Hand bekommen. Seinem Vorgänger Peter Draisaitl waren trotz ordentlicher sportlicher Situation eine schwierige Art im Umgang mit dem Team sowie Schwächen im taktischen Bereich vorgeworfen und letztlich zum Verhängnis geworden. „Wir brauchen Enthusiasmus und eine positive Ansprache in der Kabine sowie Struktur im Training“, betonte KEC-Sportdirektor Mark Mahon, der den DEL-unerfahrenen Lacroix schon länger persönlich kennt und sich deshalb sicher ist, dass der Kanadier die geforderten Eigenschaften mitbringt.

Für die Haie und ihren neuen Trainer stellt die Zusammenarbeit trotzdem nur eine Übergangslösung dar. Unabhängig von seinem Abschneiden in Köln wird Lacroix im Sommer nach Nordamerika zurückkehren, wo sein Vertrag mit den Montreal Canadiens nur ruht. Bei der Findung einer längerfristigen Lösung auf der Trainerposition sollen die Gedankenspiele der KEC-Chefs bereits weit fortgeschritten sein. „Unser Wunsch ist ein deutschsprachiger Trainer“, verriet Mahon. Gerüchte über eine Rückkehr des ehemaligen Bundestrainers Uwe Krupp mochte der Kölner Sportchef nicht kommentieren. Dementieren tat er sie aber auch nicht.