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67:88 in Bremerhaven: Telekom Baskets verlieren mit desolater Vorstellung

Fehlschussfestival aus der Distanz: Auch Yorman Polas Bartolo traf keinen Dreier.

Fehlschussfestival aus der Distanz: Auch Yorman Polas Bartolo traf keinen Dreier.

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Sascha Engst

Bremerhaven/Bonn -

Jetzt ist es doch passiert: Da warnte Sportmanager Michael Wichterich noch eindringlich davor, das Spiel beim Kellerkind auf die leichte Schulter zu nehmen, dennoch patzten die Telekom Baskets am Samstagabend bei den Eisbären Bremerhaven. Beim Tabellenvorletzten, den sie im Hinspiel mit 108:75 überrannt hatten, kassierten sie nach einer desolaten Vorstellung eine 67:88 (17:28, 19:18, 19:21, 12:21)-Schlappe.

„Wir waren heute von Anfang an nicht bereit, sondern haben einfach nur grottig gespielt“, fand Bonns Center Martin Breunig im ersten schnellen TV-Interview klare Worte. Trotz der Niederlage bleiben die Bonner als Siebte auf einem Play-off-Platz, da auch die Verfolger Würzburg (in Ulm) und Bayreuth (in Oldenburg) als Verlierer vom Feld gingen. Bonn musste Rang sechs aber an die punktgleichen Ulmer abgeben.

Der erkrankte Kapitän Josh Mayo fehlte erneut

Die Baskets, die wie erwartet weiter auf ihren erkrankten Kapitän Josh Mayo verzichten mussten (Virusinfektion), verschliefen den Start völlig. Vor allem defensiv war die Vorstellung im ersten Viertel einer Baskets-Mannschaft unwürdig. Immer wieder kamen die Gastgeber frei zum Schuss – und das nutzten sie weidlich. Fünf Dreier trafen die Eisbären bei nur sieben Versuchen, die damit auf 28:15 (9. Minute) wegzogen.

Bis Mitte des zweiten Abschnitts wuchs der Rückstand sogar auf 17 Punkte (22:39, 14.), weil sich bei den Bonnern neben ihren defensiven Schwächen auch im Angriff Fehlwurf auf Fehlwurf reihte. Vor allem die Distanzschüsse brachten keinerlei Entlastung, zur Pause hatten die Baskets nur zwei von neun Versuchen ins Ziel gebracht, während Bremerhaven sieben Treffer verbuchte.

Kurzes Strohfeuer zu Beginn der zweiten Halbzeit

Immerhin schraubten die Gäste die Intensität im Kampf um den Ball ab Mitte des zweiten Viertels hoch, sie kamen zu Ballgewinnen, die Trefferquote der Eisbären sank und Bonn konnte den Rückstand bis zum Kabinengang auf zehn Zähler verringern (36:46). „Sie werden hungrig in die zweite Hälfte gehen“, prophezeite Mayo in zivil noch im Halbzeitinterview.

Und tatsächlich ließ die Mannschaft diesen Worten zunächst Taten folgen: Sie startete mit einem 8:0-Lauf in den dritten Abschnitt und war beim 44:46 wieder auf Tuchfühlung. Das erwies sich aber schnell als Strohfeuer. Die Gastgeber fingen sich und konterten nach dem 48:50 ihrerseits mit einem 8:0-Run, so dass der Rückstand schnell wieder zweistellig war (48:58, 26.).

Die Baskets trafen weiter katastrophal von außen, im dritten Viertel gelang kein einziger Dreier. Am Ende hatten sie nur vier von 23 Versuchen getroffen, während sich bei den Eisbären sogar Center Keith Benson im Schlussviertel mit dem Schuss zum 85:64 (37.) an der Ausbeute von elf Treffern beteiligte .

Bester Werfer bei Bonn war Yorman Polas Bartolo mit 13 Punkten. Neben ihm traf aber nur noch Martin Breunig mit zwölf Zählern zweistellig. Ob bei den Rebounds (35:39), bei den Assists (15:19), bei den Ballverlusten (11:9) oder bei der Trefferquote (39:51 Prozent) – überall waren die Baskets den Eisbären unterlegen.

Baskets (Pkte/3er): Linhart (2), Reischel (3/1), Hanlan (9/1), Subotic (5/1), Bircevic (5/1), Jackson (8), DiLeo (9), Breunig (12), Bartolo (13), Webb (1); Rebounds: 35 (Jackson 8); Assists: 15 (DiLeo 6); Trefferquote Feld: 39 % (24/62); Dreierquote: 17 % (4/23); Freiwurfquote: 79 % (15/19).Bremerhaven (Pkte/3er): Warren (22/4), Moore (10/1), Canty, Breitlauch (2), Wimberg (7/1), Bleck (5/1), Moten (2), Turner (18/3), Benson (14/1), Jackson (8); Rebounds: 39 (Warren 6, Moore 6, Benson 6); Assists: 19 (Warren 9); Trefferquote Feld: 51 % (33/65); Dreierquote: 42 % (11/26); Freiwurfquote: 65 % (11/17).