Am 15. September kommt der isländische Musiker Ásgeir mit seinem neuen Album „Julia“ zum Konzert nach Köln.
Isländischer Sänger Ásgeir in Köln„Ich ziehe die Natur der Großstadt vor“

Der gebürtige Isländer hat mit „Julia“ sein bislang persönlichstes Album veröffentlicht.
Copyright: Stephan Eppinger
Der isländische Sänger und Songwriter Ásgeir hat mit „Julia“ sein neues Album veröffentlicht. Zu hören gibt es die neuen Songs am 15. September beim Konzert in der Kölner Kulturkirche.
Sie kommen am 15. September zum Konzert in die Kölner Kulturkirche. Wie gut kennen Sie die Stadt?
Ich habe in Köln schon einmal ein Konzert gespielt und bin jetzt mit meiner Band im Morgenmagazin der ARD zu Gast. Den Tag davor habe ich auch genutzt, um die Stadt etwas zu erkunden. Besonders den großen Dom finde ich sehr eindrucksvoll. So eine riesige Kirche habe ich bislang noch nicht gesehen. Auch ansonsten gefällt mir die Stadt recht gut und auch das Kölsch schmeckt mir. Jetzt freue ich mich, im September wieder für das Konzert in der Kulturkirche zurückzukommen.
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Welche Bedeutung haben für Sie als isländischer Musiker die deutschen Fans?
Das deutsche Publikum ist sehr offen und zeigt sehr viel Respekt für meine Musik. Das habe ich bereits bei einigen Konzerten hierzulande erlebt. Das war eine sehr schöne Erfahrung. Da geht es den Menschen wirklich ums Zuhören und nicht nur darum, sich bei Live-Musik zu betrinken. Außerdem scheinen die Deutschen Island mit seiner besonderen Natur und auch mit unseren Pferden sehr zu mögen und reisen gerne in mein Land. Ich habe auch schon deutsche Fans bei meinen Konzerten in Island getroffen.
Welchen Einfluss hat Ihre Heimat Island auf Ihre Musik?
Ich habe nie woanders gelebt, und daher hat dieses Land und seine Kultur sicher auch einen Einfluss auf meine Songs – zumindest sagen das viele Leute, die meine Musik hören. Es ist ein Land mit einer wunderschönen Natur mit all den eindrucksvollen Landschaften, Wäldern und Seen oder dem oft dramatischen Wetter. Da erlebt man oft die Extreme, was ich selbst sehr liebe. Ich bin in einem kleinen Ort ganz nahe an der Natur aufgewachsen und würde diese auch immer dem Leben in der Großstadt vorziehen.
Sie haben für Ihr neues Album „Julia“ die Texte erstmals komplett selbst geschrieben. Wo finden Sie die Inspirationen dafür?
Inspirationen finde ich zum Beispiel bei den Gesprächen mit meinen Freunden oder auch mit meiner Freundin. Es geht auch um meine Träume für die Zukunft oder darum, wie massiv sich mein Leben gerade verändert. Insofern ist das auch mein bislang persönlichstes Album geworden, auch wenn es mir nicht immer so leicht gefallen ist, mich so weit zu öffnen. Aber es spiegelt eine wichtige Phase in meinem Leben wider.
Wie sind Sie zur Musik gekommen?
Das hat schon früh begonnen. Meine Mutter ist Organistin in einer Kirche und mein Vater spielt Akkordeon. Mit zwölf haben mich beide zur Musikschule geschickt, wo ich klassischen Gitarrenunterricht bekommen habe. Auch mein älterer Bruder spielt sehr gut Gitarre und hat in Island als Gitarrist und Sänger seine eigene Reggae-Band. Zusammen mit meinem Gitarrenlehrer, der auch selbst Musik schreibt, gehört er zu meinen großen Vorbildern. Ich selbst habe als Schüler mit meiner Garagenband in den 90ern mit Grunge und Rock nachgeeifert und dann nach und nach weitere Musikgenres für mich entdeckt. Da reichen meine Vorbilder von Johnny Cash über Leonard Cohen und Elliott Smith bis zu isländischen Musikern.
Wie würden Sie Ihren Sound beschreiben?
Das ist gar nicht so einfach. Die Basis ist sicher der Folk. Es gibt aber auch Einflüsse von Americana oder Radiohead. Bei den ersten Alben habe ich noch viel experimentiert, da ist der Sound auf dem neuen Album jetzt klarer geworden. Die akustische Gitarre steht dabei als Instrument im Mittelpunkt. Dazu kommt meine neue Band, die aus sehr guten Musikern besteht, mit denen die Zusammenarbeit gerade erst begonnen hat. Sie werden auch beim Konzert in der Kölner Kulturkirche dabei sein. Dort werden wir viele der neuen Songs spielen, aber auch auf ältere Stücke von mir setzen.
Wie blicken Sie als Musiker auf das, was gerade in der Welt passiert – von Trumps Ansprüchen auf Grönland bis zum Krieg in der Ukraine?
Das, was da gerade mit Grönland passiert, ist für mich sehr befremdlich. Das ist ja bei uns direkt vor der Haustür und man weiß nicht, welche weiteren Ansprüche auf fremde Gebiete es noch geben wird. Da fragt man sich schon: Sind wir da in Island schon die nächsten? Was die ganzen Kriege und Konflikte in der Welt angeht, fällt es mir wirklich schwer, darüber zu reden. Das ist alles sehr bedrückend für mich. Da bin ich froh, dass ich meine Familie und die Freunde habe, die mir immer wieder Kraft und Hoffnung geben.
