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Karneval 2026Nettersheim ist raderdoll – Die Gemeinde trifft sich in Zingsheim

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Kamelle regnen ließ es der Marmagener Prinz Sascha I. (Poensgen).

Kamelle regnen ließ es der Marmagener Prinz Sascha I. (Poensgen) auf die Jecken beim Gemeindezug in Zingsheim.

Herrlich jeck: Hier fassen wir die Highlights aus dem Straßenkarneval der Gemeinde Nettersheim zusammen. Aktuell: Der Gemeindezoch in Zingsheim.

An den Karnevalstagen finden Sie hier die schönsten Bilder aus dem Gemeindegebiet Nettersheim.


Der Gemeindezug in Zingsheim war auch eine Tollitäten-Parade

Wenn es einen Wettergott gibt, muss er ein Zingsheimer sein. Punkt 14 Uhr hörte es auf zu schneeregnen, und auch wenn sich der Himmel kaum aufhellte: Die Gesichter der Jecken bekamen noch ein Extra-Strahlen auf die gute Laune obendrauf. Und auch wenn noch einmal ein kurzer Schneeschauer den Zug einhüllte, blieb es doch so gut wie trocken.

Wer auf Regenfreiheit gesetzt hatte, hatte also das bessere Ende für sich. So hatten Prinz Buggy I. (Rosenbaum), Jungfrau Reiner I. (Wergen) und Bauer Thorsten I. (Schönrath) darauf verzichtet, ihr Ornat mit transparenten Ponchos zu schützen. „Die sind nicht aus Zucker“, sagte die Präsidentin der Zingsheimer Klevbotze, Ariane Rosenbaum, auf eventuelle Vorsichtsmaßnahmen angesprochen.

Das Zingsheimer Dreigestirn hatte an diesem Rosenmontag, dem Tag des Nettersheimer Gemeindezuges, das Heimrecht und ließ vor dem Dorfgemeinschaftshaus den Zug an sich vorüberfahren, bevor es sich am Ende anschloss. Dicht an dicht säumten die Karnevalsfans den Zugweg, der vom Rathaus aus einmal im Kreis durch das Dorf führte, bevor er wieder vor dem Dorfgemeinschaftshaus ankam, in dem die After-Zoch-Party stattfand.

Die sind nicht aus Zucker.
Ariane Rosenbaum, Klevbotze-Präsidentin, über die Tollitäten

Die Route hat für das Publikum den angenehmen Nebeneffekt, dass es nach dem Auftakt vor dem Rathaus zur Kreuzung an der Pfalzstraße wandern kann, um schließlich die paar Meter zurückzugehen, so dass es den Akteuren erneut zujubeln kann.

Angeführt wurde der Zug von der IG Roderath, die eine große Anzahl an Minions auf die Straße brachte. 20 Gruppen gingen im Zug mit, den die Karnevalsvereine in der Gemeinde in der Regel reihum organisieren. Zingsheim war allerdings in diesem Jahr nach 2024 erneut Gastgeber, da die Klevbotze dieses Jahr ihr 33. Jubiläum feiern konnten. Eine Sonderrolle haben die Tondorfer, die ihren eigenen Zug haben, aber auch im Gemeindezug mitgehen.

Drei der fünf Vereine aus dem Gemeindegebiet präsentierten Tollitäten. Neben dem Zingsheimer Trifolium fuhren das Prinzenpaar der Löstige Höndche aus Nettersheim, Matthias I. und Christin I., sowie Jugendprinzessin Celina I. mit. Bei den Löstig Jonge Marmagen stand Prinz Sascha I. (Poensgen) neben Präsident Daniel Milz und Begleitmajoren auf dem Wagen.

Für jeden, der die dezibelstarken Karnevalswagen ablehnt, die in vielen Zügen präsent sind, müsste der Gemeindezug eine wahre Wonne sein: Die Jecken am Zugweg konnten sich über viel mundgeblasene und handgemachte Musik freuen.

Eine besondere Aktion hatte sich die Löschgruppe Zingsheim ausgedacht. Denn Bauer und Jungfrau des Dreigestirns kommen aus ihren Reihen. Auf einem Anhänger hatten sie zwei Kugelgrills installiert und produzierten Bratwürste wie am Fließband. Freunde und Verwandte des Zingsheimer Dreigestirns hatten sich dem Motto des Trios gemäß als „Feuer und Flamme“ herausgeputzt.


Die Tondorfer Chemiker machen gar jecke Experimente

Ein Dutzend Fußgruppen, mit oder ohne kleinen Wagen, gingen im Tondorfer Zoch mit. Zugleiter Walfried Meyer war glücklich: „Das sind sogar fünf mehr als im vergangenen Jahr.“

35 große und kleine Tondorfer Chemiker um den etwas irre wirkenden Chef-Fomelentwickler Christian waren einer der Höhepunkte des Zochs. Die Clique, die sich fürs Vergnügen „KV Ruet-Wiess und immer blau“ nannte, hatte eine wahrlich schräge Versuchsanordnung auf dem Traktoranhänger aufgebaut. So genau wollte keiner entlang des Zochwegs   wissen, was denn da blubberte und dampfte. „Unser Wagen ist jedes Jahr der gleiche, er wird nur umdekoriert, schon aus Nachhaltigkeitsgründen, sagte Christina.

Was Chemiker Christian da angerichtet hatte, das wollte keiner so ganz genau wissen.

Was Chemiker Christian da angerichtet hatte, das wollte keiner so ganz genau wissen.

Diese Clique ging als Pfefferminzdosen der Marke „Tondorf“.

Diese Clique ging als Pfefferminzdosen der Marke „Tondorf“.

Tondorf, das könnte auch der Markenname einer Pfefferminztablettensorte sein. Davon waren jedenfalls um die 30 Jecken einer privaten Clique überzeugt. Sie hatten als Kostüme die vom Originalhersteller der „Tic Tac“-Pfefferminze bekannten,   kleinen Boxen in durchsichtige Plastikumhänge verwandelt, gefüllt mit bunten Ballontabletten. Das war ebenfalls ein Hingucker im Zoch.

„Ich könnte mich jedenfalls bei Bauer sucht Frau bewerben“, sagte   Björn aus Tondorf grinsend, der sich einen Mini-Traktor zum Umhängen gebastelt hatte – sozusagen die mögliche Aussteuer für seine Angebetete. „Der hat aber vor allem den Zweck, die Getränke für uns mitzuschleppen“, sagte der Vielleicht-doch-lieber-nicht Aspirant der TV-Verkuppelungsshow.

Die Suche nach dem anderen Geschlecht? Nicht das Thema des Junggesellenvereins Hümmel. Stattdessen war's eher der Vorschlag, eine gemeinsame Werkstatt zu gründen. Und wie bewirbt man das Angebot? Ein kompletter Kleinwagen war vom Schrott geholt worden. „Der ist noch vollständig, nur der Motor und das Getriebe sind raus, die waren einfach zu schwer“, so Tim. Den Wagen hatten die Junggesellen dann aufs Dach und auf einen Anhänger gepackt. „Wir schleppen alles ab!“, lautete der Werbeslogan für den Reparaturdienst, was eine gewisse Zweideutigkeit implizierte.



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Wir wünschen schöne Karnevalstage. Alaaf!