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Wohnheim in Lindlar: Flüchtlinge schlachten Ziege

Das alte Pfarrer-Braun-Haus in Lindlar wird teilweise als Unterkunft für Asylbewerber genutzt. Das frühere Alten- und Pflegeheim steht ansonsten leer. (Archivfoto)

Das alte Pfarrer-Braun-Haus in Lindlar wird teilweise als Unterkunft für Asylbewerber genutzt. Das frühere Alten- und Pflegeheim steht ansonsten leer. (Archivfoto)

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Schmitz

Lindlar -

Ein unappetitlicher Vorfall hat sich Dienstagnacht in der Unterkunft für Asylbewerber im alten Pfarrer-Braun-Haus abgespielt. Bewohner haben eine Ziege geschlachtet. Woher das Tier kommt, ist unbekannt. Die Polizei ermittelt. Eine Sprecherin der Kreispolizei berichtet, dass die Beamten Zeugen vernommen haben.

Die Ermittler wollen herausfinden, wer von den rund 30 Bewohnern der Unterkunft für den Zwischenfall verantwortlich ist. Diverse Anzeigen liegen wegen Sachbeschädigung und Verstößen gegen das Tierschutzgesetz vor. Auch das Kreisveterinäramt war vor Ort und hat die „Bunte Deutsche Edelziege“ untersucht, bevor der Kadaver entsorgt wurde.

Es ist nicht der erste Zwischenfall in der Unterkunft, die seit Anfang des Jahres von der Gemeinde genutzt wird. Von dem früheren Seniorenheim an der Breslauer Straße ist nur ein Teilbereich hin zur Berliner Straße mit Flüchtlingen belegt. Anwohner berichten seit Wochen, dass es Probleme gebe. Von Pöbeleien bis hin zur Müll in der Nachbarschaft.

Hausherr ist die Gemeinde Lindlar, die den Zwischenfall ebenfalls auf Anfrage bestätigt hat. Derzeit verschafft sich die Verwaltung einen Überblick über das Geschehen. „Es gibt diverse Tatbestände“, bestätigt Bürgermeister Dr. Georg Ludwig. Mit dem Töten der Ziege sei allerdings „eine Grenze überschritten“ worden. Welche Konsequenzen die Verwaltung ziehen wird, steht noch nicht fest. Ludwig betonte, dass es bereits permanente Kontrollen vor Ort gebe. Die Unterkunft werde täglich von Mitarbeitern der Gemeinde besucht. „Insbesondere auch wegen sozialer Belange“, so Ludwig.

Nun sollen die Kontrollen in der Unterkunft verstärkt werden, damit „sich solche Vorfälle nicht wiederholen“, bekräftigt der Bürgermeister. Zuerst will die Verwaltung nun begutachten, welche Sachschäden genau entstanden sind und diese dann beseitigen. Wie es weitergehe, hänge auch von den Ermittlungen der Polizei ab. Denkbar sei, einzelne Bewohner in andere Unterkünfte zu verlegen. Ab Ende Mai will die Verwaltung die Betreuung der Asylbewerber personell aufstocken. Dann soll ein Sozialarbeiter eingestellt werden. Die halbe Stelle ist noch bis zum 24. Mai ausgeschrieben und wird laut Verwaltung nach Ende der Bewerbungsfrist schnellstmöglich besetzt. (lb)