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Integration in Elsdorf: Verstärkung bei der Grünpflege durch Flüchtlinge

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Unter Anleitung von Bauhof-Mitarbeitern Bettina Bertzen helfen Asylbewerber bei der Grünpflgege  auf dem Abenteuerspielplatz an der Randerathstraße.

Foto:

Dietmar Fratz

Elsdorf -

Tedros (40) hat die Nase voll von Lesen und Schlafen in der Flüchtlingsunterkunft. „Arbeiten ist gut“, sagt der gelernte Bauarbeiter aus Eritrea in holprigem Deutsch-Englisch-Sprachgemisch und freut sich darüber, „endlich nach acht Monaten in Deutschland wieder eine Aufgabe zu haben“.

Er wolle für die Gastfreundschaft in Elsdorf etwas zurückgeben, sagt Mustafa, (25) der vor drei Monaten aus Tunesien geflohen ist.

Seit Aschermittwoch hat der Bauhof tatkräftige Verstärkung bekommen. Zehn Asylbewerber, die in den vergangenen Wochen und Monaten aus ihrer unsicheren Heimat nach Elsdorf gekommen sind, unterstützen die städtischen Mitarbeiter bei der Pflege städtischer Grünanlagen, Plätze, Friedhöfe Spiel- und Sportplätze. Die Betreuer hatten sie angesprochen, und alle hatten sich umgehend zur Mitarbeit bereiterklärt, Zu zweit werden sie einer Kolonne zugeteilt und angelernt, um montags bis donnerstags jeweils am Nachmittag zu Harke, Rechen, Schaufel und Besen zu greifen. Nachmittags, weil der Vormittag für Deutschkurse reserviert ist.

„Einen geregelten Tagesablauf mit einer Arbeitstätigkeit zu haben, ist dabei ein Teil einer ganzheitlichen Integration“, sagt Bürgermeister Andreas Heller. Bei einem Treffen zum Kennenlernen in der vergangenen Woche half noch ein Übersetzer bei der Verständigung. „Sprachliche Probleme können in der praktischen Arbeit sicher schnell überwunden werden“, ist Bauhofleiter Jörg Beyer optimistisch. Bauhof-Mitarbeiterin Bettina Bertzen kann die Hilfe bei der Grünpflege auf dem Spielplatz gut gebrauchen. „Sie sind manchmal sogar etwas übermotiviert“, lobt die den Eifer der neuen Kollegen.

Damit startet Elsdorf ein „kreisweit bisher einmaliges Projekt“, sagt Stadtsprecher Robert Wassenberg und nutzt die im Asylbewerberleistungsgesetz vorgesehene Möglichkeit der Beschäftigung von Asylbewerbern. Das Projekt stelle keinen Ersatz für Arbeitskräfte dar, betont Wassenberg. „Die Flächen könnten sonst nur in größeren Abständen gepflegt werden“, ergänzt Beyer.
Die FDP hatte im November einen solchen Arbeitseinsatz für Flüchtlinge angeregt. Nach rechtlicher Prüfung sieht sich die Stadt auf dem sicheren Boden des Gesetzes, und auch der Personalrat habe zugestimmt.

Nach einer Erprobungsphase könne, so teilt die Stadt mit, das Projekts ausgebaut werden.