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Fortuna Kölns Torhüter Lennart WinklerEin sicherer Rückhalt zwischen den Pfosten

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Lennart Winkler im Spiel beim SC Verl.

Lennart Winkler im Spiel beim SC Verl. 

Der Südstadt-Klub hat einen ordentlichen Saisonstart erwischt. Das liegt auch am Schlussmann der Kölner, der mit starken Paraden überzeugt.

Lennart Winkler pflückt den Ball nach einer Ecke aus der Luft, hebt den Kopf und sieht Jannik Mause starten. Sein Abwurf fliegt mehr als 45 Meter weit – über die gesamte eigene Hälfte hinweg – genau in den Lauf des Fortuna-Stürmers. Mause nimmt den Ball mit und schießt die Kölner gegen den TSV Havelse mit 2:1 in Führung. Am Ende gewinnt Fortuna mit 3:1. Es ist der zweite Sieg des Aufsteigers in der Dritten Liga. Nach sieben Spieltagen stehen die Südstädter mit neun Punkten auf Rang zwölf. Winkler hat seinen Anteil daran: mit Paraden, seiner Präsenz im Strafraum und inzwischen auch mit Aktionen, die weit über das klassische Torwartspiel hinausgehen.

Winkler überzeugt bei Fortuna Köln

Der lange Wurf in Hannover war kein Zufallsprodukt. „Den Abwurf mache ich im Training häufiger. Die Spieler wissen, dass ich weit werfen kann“, sagt Winkler. Havelse hatte gerade eine gute Phase, Winkler erkannte die Gelegenheit, „dass wir uns mit einem solchen Angriff das Spiel vielleicht wieder zurückholen können“. In dieser Saison war er bereits mehrfach ein wichtiger Faktor.

Beim 2:1 in Verl hielt Winkler Fortuna mit starken Paraden im Spiel und stieg zum entscheidenden Mann der Partie auf. Anschließend feierte ihn die Auswärtskurve. Der 22-Jährige hat jede Minute der bisherigen Drittliga-Saison absolviert. Er ordnet die Abwehr, behauptet Bälle im Strafraum und versucht, nach Ballgewinnen möglichst schnell die nächste Aktion einzuleiten. Seine Bedeutung lässt sich deshalb nur unvollständig an Gegentoren oder Zu-Null-Spielen ablesen.

„Ich sehe meine Entwicklung natürlich positiv. Das bekomme ich auch von außen so zurückgemeldet“, sagt Winkler. Auch der Start in die Dritte Liga sei für ihn „überragend“ gewesen. Euphorisch klingt er dennoch nicht. „Jetzt kehrt aber wieder das alltägliche Geschäft ein. Man wird nicht in jedem Spiel überragend sein.“ Diese Erfahrung kennt Winkler. Das Tor ist kein geschützter Lernort, jeder Fehler wird dort sofort sichtbar. Sein Weg bei der Fortuna begann in der U 23 und in der Regionalliga West, bevor er sich zur Nummer eins entwickelte. Im Februar 2025 rückte er nach dem Fingerbruch von Felix Buer ins Tor.

Große Kulisse beim MSV Duisburg

Wenige Wochen später spielte er beim MSV Duisburg vor einer eindrucksvollen Kulisse. Es war sein dritter Einsatz, der Duisburger Anhang stand unmittelbar hinter seinem Tor. Ein harmloser Schuss rutschte ihm beinahe durch die Hände. Die Szene ist ihm im Gedächtnis geblieben, wie er in einem früheren Gespräch erzählte

„Ich glaube, dass ich diesmal um einiges besser vorbereitet bin als damals in Duisburg, als ich reingeworfen wurde“, sagt Winkler rückblickend. Seitdem hat er sich bei Fortuna als Stammtorwart etabliert. Er kennt die Anforderungen und den Druck in Hexenkesseln inzwischen besser, tritt sicherer auf und kann auch mit schwierigen Situationen umgehen. Fehler gehören weiterhin zum Spiel. Sie bestimmen aber nicht mehr zwangsläufig seinen Auftritt. Auch die Dritte Liga stellt ihn damit vor neue Anforderungen.

„Durch die Zuschauer und die größere Aufmerksamkeit – auch durch die Übertragungen bei MagentaSport – lastet nun natürlich etwas mehr Druck auf der Liga“, sagt Winkler. Enge Spiele gebe es nun beinahe jede Woche. „Man muss deshalb immer voll da sein. Die Aktionen sind schneller und anspruchsvoller.“ Winkler empfindet diese Anforderungen nicht allein als Belastung. „Ich habe das Gefühl, dass ich mich gut angepasst habe. Das hilft mir eher, besser zu werden, weil ich in der Regionalliga nicht so häufig gefordert war.“

Im Torwartteam findet Winkler zusätzliche Reibung. Neuzugang Ben Zich fordere ihn mit guten Aktionen im Training heraus. „Dadurch muss ich mich weiterentwickeln und darf nicht stehen bleiben“, sagt Winkler. Für Fortuna wird diese Haltung wichtig bleiben. Der Aufsteiger muss nicht jede Partie beherrschen, aber die engen Spiele auf seine Seite ziehen. Dafür braucht es defensive Stabilität, Mut im Spielaufbau und Spieler, die im entscheidenden Moment die richtige Entscheidung treffen.

Am Freitag wartet auf Winkler und die Fortuna die nächste besondere Aufgabe. In der Länderspielpause treffen die Zollstocker um 11 Uhr in einem nicht öffentlichen Trainingsspiel auf Bayer 04 Leverkusen. „Gegen einen Gegner auf einem anderen Niveau können wir uns weiter verbessern“, sagt Winkler. Danach geht es für die Südstädter in der Liga zunächst zu Hause gegen den 1. FC Saarbrücken (10. Oktober), ehe Winkler auf seine Geburtsstadt Essen trifft (13. Oktober).