Weniger Nitrat im BodenLandwirte pflanzen Flachs und Klee im Langeler Bogen

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Ein blühendes grünes Feld im Vordergrund, im Hintergrund Häuser und ein wolkenverhangener Horizont

Landwirte pflegen den Langeler Bogen durch gezielte Anpflanzungen.

Landwirte im Langeler Bogen experimentieren zugunsten der Trinkwasser- und Bodenqualität mit variationsreicher Zwischenfrucht. 

Bunt blühende Felder im November – das ist etwas Schönes, Neues im weiten Ackerland des Langeler Bogens. Zwischen abgeernteten Maisfeldern und Rübenäckern sind derzeit vielerorts große Parzellen zu sehen, auf denen in kunterbunter Mischung blauer Flachs, lila Phazelie, Weißklee, rosa Winterwicken und zahlreiche weitere Blühpflanzen dem Herbst trotzen. Das ist ein Fest fürs Auge, dient aber vor allem der Bodenverbesserung auf natürlichem Wege und dem Trinkwasserschutz.

Die Landwirte im Langeler Bogen engagieren sich seit fast 40  Jahren gemeinsam mit der Wasserwirtschaft im Arbeitskreis „Drüber und Drunter“ für die Qualitätsverbesserung des Trinkwassers, das in diesem großen rechtsrheinischen Bereich gewonnen wird. Sie versuchen, den Boden nachhaltig zu verbessern und an der Düngung zu sparen. Die Bemühungen haben dazu geführt, dass innerhalb von drei Jahrzehnten der Nitratgehalt des Wassers aus Zündorfer Böden von 90 Milligramm pro Liter auf deutlich unter 30 Milligramm gesenkt werden konnte. Für die ideenreichen und oft aufwändigen Aktivitäten zum Wasserschutz ist der Arbeitskreis mit vielen Umweltpreisen ausgezeichnet worden.

Mit Pflanzen Schädlinge bekämpfen

Zu den wissenschaftlich begleiteten Aktionen des Arbeitskreises zählt seit einiger Zeit auch der Einsatz besonders vielfältiger Zwischensaaten. Eine von der Deutschen Saat-Veredelung zusammengestellte Mischung aus Leguminosen und Kreuzblütlern kann wahre Wunder wirken. Die Leguminosen aus der Familie der Schmetterlingsblüter gehen eine Verbindung mit Knöllchenbakterien ein, die Stickstoff binden und damit den Boden auf natürliche Weise anreichern. Kreuzblütler wie Senf oder Ölrettich helfen vorbeugend bei der Schädlingsbekämpfung im Acker, wenn beispielsweise im Folgejahr Zuckerrüben angebaut werden sollen.

Andere Pflanzen sind Spezialisten dafür, einer Bodenverdichtung entgegenzuwirken, die Humusschicht zu verbessern und Wasser in den oberen Schichten zu halten. „Zudem locken die Blühpflanzen mehr Insekten auf den Acker, also auch mehr Schädlingsfeinde, die dabei helfen, Pflanzenschutzmittel einzusparen“, sagt Jürgen Lowis, Pressesprecher des Arbeitskreises Drüber und Drunter. Zur Saatmischung, mit der aktuell experimentiert wird, gehören Gewächse wie abessinischer Kohl, Perserklee, Tiefenrettich und Ramtillkraut. Einige der Arten sind sogar winterhart. Da blüht Spaziergängern weiterhin Freude beim Gang über die Felder.

www.ak-drueber-und-drunter.de

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