PilotprojektOzon reinigt Abwasser in Rodenkirchen

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Läuft: Mit Hilfe von Ozon sollen nun testweise Schadstoffe aus dem Abwasser gefiltert werden.

Läuft: Mit Hilfe von Ozon sollen nun testweise Schadstoffe aus dem Abwasser gefiltert werden.

Köln – Man kann sie weder sehen noch riechen – dennoch sind sie da. Winzige Schadstoffpartikel schwimmen fast unbemerkt im Abwasser. Durch Medikamentenrückstände, Kosmetika, Pflanzenschutzmittel und vielem gelangen sie ins System.

Bislang finden die Spurenstoffe aber meist ungehindert den Weg in den Rhein, da sie mit den bisherigen Reinigungsverfahren in den Klärwerken nicht abgefangen werden konnten. In den Gewässern werden die Stoffe von Fischen aufgenommen und gelangen in die Nahrungskette.

Dem soll nun ein Ende bereitet werden. In Rodenkirchen wurde am Dienstag eine neue Filteranlage des Abwassers in Betrieb genommen. Ein halbes Jahr lang werden dort zwei Systeme unter gleichen Bedingungen getestet. Ziel des Projekts „AdOx Köln“ ist es, den effektiveren Filterprozess für Kleinstpartikel zu finden, mit dem dann auch die größere Kläranlage in Stammheim ausgerüstet wird.

Das Ozon reagiert mit den Schadstoffen

Der Name setzt sich aus den beiden getesteten Verfahren zusammen: Bei der Adsorptionsmethode wird das Abwasser durch eine Lage aus Aktivkohle geleitet. Die kleinen Schadstoffpartikel bleiben dann am Kohle-Granulat hängen. Die Oxidationsmethode ist deutlich komplexer, verspricht aber auch den größeren Erfolg, da ihr auch noch andere Stoffe zum Opfer fallen. Dort wird das Wasser mit Ozon versetzt, welches dann mit den Teilchen reagiert und sie so unschädlich macht.

„Unser Ziel ist es, dass wir 80 Prozent der Spurenstoffe eliminieren können“, hofft Heinz Brandenburg von den Stadtentwässerungsbetrieben. „Auch andere Betreiber warten schon auf das Ergebnis des Testlaufs.“ Mithilfe der Hydro-Ingenieure GmbH und des Instituts für Siedlungswasserwirtschaft der RWTH Aachen wurde das Vorhaben umgesetzt. Das Umweltministerium des Landes Nordrhein-Westfalen fördert das rund 2,75 Millionen Euro teure Projekt zu 80 Prozent.

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