„Zeitung macht klug und schmutzige Hände“Paula Print kommt wieder in die Kindergärten — 660 Kinder nehmen am Projekt teil

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Paula Print steht neben einem Mann, der ein Mikrofon in der Hand hält.

Paula Print wird ab Oktober wieder in die Kindergärten gehen.

Das Gemeinschaftsprojekt von Kreissparkasse Köln und Rundschau bringt die Zeitung zu den Jüngsten. Denn auch die Kleinen haben schon ein großes Interesse an Buchstaben.

„Zeitung macht klug, aber sie macht auch schmutzige Hände.“ Solche Erkenntnisse gewinnen Kinder, zu denen die Zeitungsente Paula Print in den Kindergarten kommt. Hermann Steveker, Verlagsleiter Heinen-Verlag, gab sie bei der Auftaktveranstaltung für das diesjährige Projekt „Rundschau im Kindergarten“ in der Kreissparkasse Köln zum Besten.

Das Gemeinschaftsprojekt von Kreissparkasse Köln und Rundschau bringt die Zeitung zu den Jüngsten — dieses Jahr vom 23. Oktober bis zum 10. November. Denn auch die Kleinen haben schon ein großes Interesse an Buchstaben. Deshalb freut sich Natascha Trommelen-Schnitzler vom Montessori-Kindergarten Troisdorf zum Beispiel sehr, dass ihre Einrichtung nach zwei vergeblichen Bewerbungen in diesem Jahr endlich mitmachen darf: „Ein wichtiges Thema bei uns ist die Sprache.“

Seit 2010 haben 491 Kindergärten eine Zusage bekommen

Seit 2010 haben insgesamt 491 Kindergärten mit 8539 Kindern die Zusage bekommen. In diesem Jahr können 37 Kindergärten mit 660 Kindern mitmachen. Zum ersten Mal sind auch Einrichtungen aus dem linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis dabei.

Zum Beispiel die Kitas „Pusteblume“ und die „Neue Mitte“ aus Meckenheim. Daniela Kopschetzky möchte den Kindern in der „Neuen Mitte“ gerne zeigen, dass es noch andere Medien als das Tablet gibt. Ihr Kollege Dominik Steinhilber von der „Pustblume“ findet es für die Vorschulkinder interessant, wie die Nachrichten eigentlich in die Zeitung kommen: „Dass sie sehen, da kommt jemand mit einem Block und stellt Fragen.“

Viele Kinder freuen sich auf das Maskottchen Paula Print

Wie aus dem Block und den notierten Antworten dann ein Artikel wird, können sich die Kinder von den Redakteuren und Redakteurinnen erklären lassen, die während des Projekts den Kindergarten besuchen kommen. Allerdings freuen sie sich meist viel mehr auf einen anderen Besuch: den von Maskottchen Paula Print.

„Wenn die dicke Paula Print da liegt und sich kitzeln lässt, interessiert die Kinder überhaupt nicht mehr, was wir Erwachsenen zu sagen haben“, berichtet Christian Bonnen, Vorstandsmitglied der Kreissparkasse, von seinen Erfahrungen. „Das sind meine schönsten Momente im Projekt.“

Er ist seit Anfang an dabei und findet es immer noch „richtig schön. Das ist Geld, das wir gerne ausgeben.“ Spielerisch hat auch er sich als Junge dem Medium genähert: „Mein Vater deckte sich beim Mittagsschlaf mit der Zeitung zu. Ich hatte die Aufgabe, ihn zu wecken — und hatte dann die Zeitung in der Hand. Damit konnte ich allerhand machen.“

Auch die Kindergartenkinder bekommen die Zeitung in die Hand. Sie können damit basteln, nach Fotos schauen oder sich von den Erzieherinnen Artikel vorlesen lassen. Für so manches Kind ist es schon ein neues Erlebnis, die Zeitung überhaupt erst aufzuschlagen, die großen Seiten umzublättern und das Papier rascheln zu hören.

Blättern statt Wischen

„Die Kinder haben auch in dem Alter schon so viel mit Social Media zu tun“, berichtet Gaby Burkamp von der Katholischen Kita St. Margareta in Königswinter. Deshalb wolle sie ihnen gerne zeigen, dass es auch noch etwas anderes gibt. Blättern statt Wischen, und Nachrichten über Ereignisse „direkt vor der Haustür, nicht irgendwo auf der Welt“.

Angefangen hat das Projekt mit der Bergischen Landeszeitung. 2013 kamen die Oberbergische Volkszeitung, die Rhein-Erft-Rundschau und die Rhein-Sieg-Rundschau hinzu. Und in diesem Jahr ist also erstmals die Bonner Rundschau dabei, die den linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis abdeckt.

„Wir stehen nach wie vor voll und ganz hinter dem Projekt“, sagt Verlagsleiter Herrmann Steveker. „Spiel und Spaß“, aber auch „Leseförderung und Beschäftigung mit dem geschriebenen Wort“, diese Kombination macht für ihn das Projekt aus.

Kinder sollen nicht nur die Zeitung als Medium kennen lernen, sondern auch Lust aufs Lesen bekommen. Das hat geklappt, wenn sie am Ende der drei Wochen es so ausdrücken wie der sechsjährige Max: „Zeitunglesen macht Spaß. Man müsste es nur können.“


Das Projekt mit Paula Print

Das Gemeinschaftsprojekt von Kreissparkasse Köln und Rundschau gibt es seit 2010. Es dient der gezielten Sprachförderung im Kindergarten.

Die teilnehmenden Kindergärten bekommen während des Projektzeitraumes die Rundschau geliefert. Die Kinder können sich so täglich mit der Zeitung beschäftigen. Vorschläge dafür liefert ein Begleitheft für die Erzieherinnen. Ein Arbeitsheft für Kinder gehört auch dazu.

Auch eine KSK-Filiale können die Kinder während des Projektes besuchen. Für die Eltern besteht die Möglichkeit, an einer Führung durchs Druckzentrum teilzunehmen. Auf Wunsch bekommen die Eltern auch einen E-Paper-Zugang.

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