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Keine Kooperation mit Ditib Moscheenverband soll sich von Einfluss aus Ankara lösen

Kölner Moschee

Die Moschee in Köln

Düsseldorf – Die NRW-Landesregierung hat alle Kooperationen mit dem Islamverband Ditib auf Eis gelegt. „Derzeit findet keine institutionelle Zusammenarbeit im Rahmen aktueller konkreter Projekte der Landesregierung mit der Ditib statt“, teilte die Staatskanzlei unserer Redaktion mit. NRW erwarte von dem in Köln ansässigen Verband eine Lösung aus dem „unmittelbaren Einfluss des türkischen Staats“. Bis dahin lasse man offen, ob es künftig eine Kooperation gebe.

Im Dezember 2016 war bekannt geworden, dass Ditib-Imame für die türkische Regierung Anhänger der Gülen-Bewegung ausspioniert hatten. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan macht die Bewegung für den Putschversuch im Juli 2016 verantwortlich. Die Zusammenarbeit mit der Ditib beim islamischen Religionsunterricht ruht seit 2017, in NRW-Haftanstalten sind nur noch vier Ditib-Seelsorger tätig.

Die NRW-Grünen werfen der Landesregierung Planlosigkeit und Inkonsequenz im Umgang mit Ditib vor. NRW-Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) sagte, die Ditib könne nur dann langfristiger Partner sein, wenn sie sich von Ankara löse. Man unterstütze Reformkräfte, mache aber die Zusammenarbeit von der weiteren Entwicklung abhängig.

Für Susanne Schröter, Direktorin des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam, ist ein Abwarten nicht nachvollziehbar. „Ditib ist nicht daran interessiert oder nicht dazu in der Lage, sich von der Türkei abzunabeln“, sagte Schröter. „Wenn die Politik sich also nicht lächerlich machen möchte, sollte sie die Kooperationen vollständig einstellen.“