Von Schatzsuche bis Mitgebsel15 Tipps, damit der Kindergeburtstag zum Erfolg wird

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Kindergeburtstage müssen nicht stressig sein. Wir haben die besten Tipps für den Ehrentag.

Ein anstehender Kindergeburtstag löst bei den kleinen Gastgebern ungetrübte Vorfreude aus, führt aber bei Eltern oft zu leichter Panik. Denn natürlich wollen Mütter und Väter alles geben, damit ihr Kind mit seinen Freunden eine super Fete genießen kann. Doch jeder, der schon einmal einen Kindergeburtstag ausgerichtet hat, weiß auch: Diese Veranstaltung läuft selten nach Plan, ist meist nervenaufreibend und endet manchmal auch im Chaos. Wie lässt sich das verhindern? Wir haben ein paar Tipps bei erfahrenen Eltern eingesammelt.

Don’ts – Was beim Kindergeburtstag lieber vermieden werden sollte

1. Zu viel Programm

In der Planung geht es gerne mal mit den Erwachsenen durch und sie packen zu viel Programm in einen Feiernachmittag. Dann wird Spiel nach Spiel zügig abgespult, um alles zu schaffen. Aber Kinder brauchen auch bei Geburtstagen genug Raum für freies Spiel und Austausch. Manchmal kommen sie schön ins Spielen oder hängen total zufrieden miteinander ab. Darauf sollte man unbedingt eingehen und gegebenenfalls den Plan etwas abspecken – am besten gleich von vorne herein.

2. Überall Snacks aufstellen

Keiner hat Lust, sich die Regel eines Partyspiels anzuhören, wenn auf dem Tisch bereits die Chips-Schüsseln und Schokoküsse stehen. Deshalb kann es sinnvoll sein, Snacks nicht von Anfang an überall wild zu platzieren. Lieber das Essen als extra Programmpunkt auftischen und dazu Musik laufen lassen oder mit allen am Tisch Stopp-Essen spielen – das ist immer ein Kracher.

3. Abhol-Eltern einladen

„Ja, klar, ihr könnt ruhig ein bisschen früher dazukommen.“ Beim Abgeben der Kinder rutscht einem oft leichtfertig auch eine Einladung für die Eltern heraus. Gastgeber sollten das aber nur tun, wenn sie wirklich darauf vorbereitet sind. Denn die Eltern und eventuell auch Geschwister, die zum Abholen mitkommen, müssen dann ja auch bewirtet und unterhalten werden – und auf Small-Talk hat man am Ende eines Kindergeburtstages vielleicht gar keine Lust mehr.

4. Performance-Druck

Durch die Gestaltung eines Kindergeburtstags wollen manche Eltern demonstrieren, wie cool, kreativ und vorbildlich sie sind. Sie möchten daher, dass alles perfekt ist. Wenn dann etwas nicht klappt, reagieren sie unter Umständen unflexibel und verbissen. Das kommt bei Kindern gar nicht gut an. Tatsächlich ist es normal, wenn auch mal etwas schief geht. Eltern sollten auf Schrammen, Wespenstiche und Übelkeit vorbereitet sein. Um bei all der Verantwortung nicht verrückt zu werden, hilft Humor. Und offen zu sein für alles, was kommt. Die Eignung als Eltern hängt schließlich nicht davon ab, ob alle Kinder die Zeit ihres Lebens hatten.

5. Höher, schneller, weiter

Statt einer klassischen Geburtstagsfeier wird heutzutage die gesamte Mannschaft auch mal in die Trampolin-Halle, ins Töpfer-Atelier, ins Mitmach-Museum oder zum Zoo-Erlebnis eingeladen. Das kann super sein, doch so richtig miteinander in Kontakt kommen die Kinder beim Zuhören und Klettern oft nicht. Und je nach Alter sind manche schlichtweg von den Eindrücken überfordert. Manchmal ist weniger also durchaus mehr. Ganz zu schweigen von den Kosten solcher Geburtstagspakete. Manche Kindergeburtstage sind so pompös durchdesignt, dass sie an kleine Hochzeiten erinnern – was wohl eher dem Instagram-Account der Eltern nützt als den Kindern.

6. Komplizierte Schatzsuche

Das Highlight vieler Kindergeburtstage kommt meistens am Ende: die Schatzsuche oder Schnitzeljagd. Doch auch wenn der kindliche Abenteuer-Wille groß ist, reichen Ausdauer und Zeit dann oft nicht mehr für komplizierte Routen mit schwierigen Rätselfragen. Dann verzetteln sich die Kids oder die Gruppe verliert sich. Ratsam ist daher, die Schatzsuche entweder zu Beginn des Geburtstags zu starten oder eine simple Route zu wählen, bei der auch alle Erfolg haben.

7. Abschiedstütchen-Wahnsinn

Am Ende des Kindergeburtstags gibt es meist ein kleines „Abschiedstütchen“, auch „Mitgebsel“ genannt, mit Süßigkeiten für die Gäste. Manchmal stecken in der Tüte aber auch Spielzeuge drin, die zusammen mehr kosten als der Geburtstag selbst. Warum solche Tütchen nicht schlicht halten oder sogar ganz weglassen? Während der Feier kriegen die Kids schon so viel Süßes, da braucht es am Ende keine Gummibärchen-Infusion mehr. Außerdem: Kleine Spielzeuge wie Stempel und Flummis sind meist aus Plastik und verschwinden oft nur in den Untiefen des Kinderzimmers.

Dos – Was man beim Kindergeburtstag beachten sollte

1. Wünsche des Kindes respektieren

Schon bei der Planung des Geburtstages sollte das Kind mit einbezogen werden. Was wünscht es sich für seine Feier und was ist ihm wichtig? Die Ideen der Kinder sind manchmal andere als die der Eltern, die Kids wollen vielleicht gar kein Motto und brauchen vielleicht gar keine aufwendige Deko. Der Austausch zuvor erspart Eltern viel Arbeit und unnötigen Stress.

2. Das Alter beachten

Kids werden größer und Vorlieben verändern sich. Fünf Jahre in Folge immer den gleichen Kindergeburtstag durchzuziehen, kann schief gehen – denn 11-Jährige haben wahrscheinlich keine Lust mehr auf Topfschlagen. Eltern sollten sich realistisch auf die Altersgruppe einstellen – manchmal ist Disco der Renner, manchmal ein Planschbecken mit Wasserpistolen.

3. Geburtstags-WhatsApp-Gruppe

Nicht jeder mag das, aber es kann unglaublich praktisch sein, vor dem Geburtstag eine WhatsApp-Gruppe für die Eltern der Gäste zu erstellen und dort die Feier anzukündigen. So bekommt man schnell eine Rückmeldung, wer kommt. In dem Chat lässt sich auch leicht die Frage klären, die immer aufkommt, nämlich was sich das Kind wünscht. Manchmal tun sich Eltern sogar für ein größeres Geschenk zusammen – was ganz schön praktisch sein kann.

4. Die Jahreszeiten nutzen

Gerade bei jüngeren Kindern kann man den Geburtstag auf die Jahreszeiten abstimmen. Im Sommer haben Kids vor allem Lust auf Wasserspiele, im Winter kann vielleicht etwas Adventliches gebastelt werden, rund um Halloween oder Karneval bietet sich eine Kostümparty an. Falls Regen angekündigt ist, einfach die Gäste Gummistiefel mitbringen lassen und eine Pfützenwanderung machen – die bleibt den Kindern sicher lange fröhlich in Erinnerung.

5. Vorstellungsrunde am Anfang

Manche Gastkinder sitzen zu Beginn der Feier verschüchtert in der Ecke. Gerade wenn nicht alle die Gastgeber kennen, sollte man kurz die Zuständigkeiten klären: „Ich bin Papa Ben – wenn du etwas brauchst, frag mich!“ An der Stelle lässt sich auch gleich erwähnen, wo das stille Örtchen ist. Da auf Feiern oft Kinder aufeinandertreffen, die sich noch gar nicht kennen, kann eine kleine Vorstellungsrunde helfen, das Eis zu brechen. Die Gäste können sich alle in einen Kreis setzen und jeder soll die Frage beantworten: „Wer bist du und woher kennst du das Geburtstagskind?“

6. Mit Quertreibern rechnen

Man kann einen Kindergeburtstag noch so toll planen, es wird immer mindestens ein Kind geben, das keine Lust hat und meckert, ein Quertreiber ist oder Drama macht. Gastgeber sollten sich darauf vorbereiten, immer mal ein Kind einfangen, überzeugen oder trösten zu müssen. Manchmal muss man einfach akzeptieren, wenn ein Kind keine Lust hat. Dann lieber auf die Kids konzentrieren, die begeisterungsfähig sind. Die kleinen Querulanten schließen sich dann oft doch noch von alleine an.

7. Feste Abholzeiten ausmachen

Bis alle wieder weg sind und die Eltern durchatmen können, dauert es oft eine ganze lange Weile. Deshalb ist es ratsam, vorher feste Abholzeiten auszumachen und die Kinder dann schon startbereit zur Tür zu schicken. Dann gibt es keine Eltern-Ballung an der Eingangstür und die Party findet ein überschaubar schnelles Ende. Puh.

8. Selbst Spaß haben

Ja, Kindergeburtstage sind anstrengend, da qualmen Kopf und Füße. Aber der beste Weg, um gut durchzukommen, ist und bleibt, sich richtig darauf einzulassen. Also, Partyhütchen auf, Muffin in die Hand und einfach das Chaos umarmen!

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