Gegen das VerblassenSo bleiben Urlaubsfotos lange schön

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Eine Möglichkeit: Digitale Aufbewahrung, wie hier mit der iPad-App „Flickpad“

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Kaum hängen die besten Urlaubsfotos im Großformat an der Wand, beginnen diese genauso wie die Erinnerungen an die schönsten Wochen des Jahres zu verblassen. Der Grund dafür sind in erster Linie das Tageslicht mit seiner schädlichen UV-Strahlung und Umwelteinflüsse wie Ozon, das Farben im Bild angreift.

Jedes Foto, egal ob es auf dem heimischen Drucker ausgedruckt oder in einem Fachlabor auf Fotopapier ausbelichtet wurde, läuft Gefahr zu verblassen, wenn es ohne Schutz an einem sonnigen Platz aufgehängt wird. Sonnenlicht - genauer gesagt die UV-Strahlen im Licht, die auch von Kunstlichtquellen erzeugt werden können, sind die Farbkiller Nummer eins.

Schutz bieten spezielle Bilderrahmen, deren Glas die schädlichen Strahlen weitgehend blockiert. Alle bekannten Rahmenhersteller wie Hama, Nielsen, Walther oder Deha haben entsprechende Modelle im Programm. Empfehlenswert ist in diesem Zusammenhang auch ein Passepartout, damit das Bild nicht direkt mit dem Glas des Rahmens in Berührung kommt. Bei einer rahmenlosen Bildpräsentation, bei der das Bild auf Hartschaumplatten aufgezogen wird, bietet sich für Ausdrucke aus dem Tintenstrahldrucker ein spezielles Lichtschutzspray an, das von Firmen wie Hahnemühle oder Tetenal angeboten wird. Als geruchsfreies Aerosolspray versiegelt es Druckflächen und schützt sie vor Schmutz, Fingerabdrücken, Feuchtigkeit sowie vor dem gefürchteten Ausbleichen. Das InkJet Schutzspray ist schnell trocknend und vergilbt nicht.

„Wie lange ein Foto hält, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ganz wichtig ist die richtige Hängung beziehungsweise Aufbewahrung von fotografischen Werken“, weiß auch Alexander Nieswandt, Vorstand der Frechener Avenso AG, die die Fertigung und Produktion der hochwertigen Galeriedrucke der Marken Lumas und Whitewall verantwortet. Fotos sollten nie direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden, denn schon nach einigen Monaten würden sie stellenweise ausbleichen. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass Fotografien nie über einen Heizkörper gehängt werden. Beachtet man diese Tipps wird man lange Freude mit den Bildern haben.

Hersteller versprechen Haltbarkeit bis 200 Jahre

Die Frage, ob nun die Fotos aus dem Fachlabor oder die auf dem eigenen Tintenstrahldrucker ausgegebenen Bilder eine längere Haltbarkeit besitzen, lässt sich nicht eindeutig beantworten. Ein Ausdruck auf normalem Papier ist auf der einen Seite nicht so beständig wie ein Bildabzug aus dem Fotolabor. Auf der anderen Seite übertrifft ein Druck aus einem Fotodrucker mit entsprechenden Tinten und auf speziellem Fotopapier sogar die Haltbarkeit von klassischen Fotoabzügen. Ob nun diese Ausdrucke über Jahre hinweg fast unverändert bleiben oder schon nach Monaten ihre Farben verlieren, hängt also in erster Linie vom Standort ab, aber auch das verwendeten Material hat Einfluss auf die Beständigkeit der Farben.

Eines der führenden unabhängigen Testlabore für Langlebigkeitstests, das Wilhelm Imaging Research, bescheinigt beispielsweise der Firma Kodak, dass Fotos, die mit der neusten Generation an Kodak-Druckern (zum Beispiel Kodak ESP 9250) und Kodak-Tinten gedruckt werden und anschließend sachgerecht in einem Bilderrahmen hinter Glas oder in einem Fotoalbum geschützt aufbewahrt werden, eine Lebensdauer von mehr als 100 Jahren. Dem Papierhersteller Hahnemühle attestierte Wilhelm Imaging Research für seine Digital FineArt Collection und das Sortiment Harmann by Hahnemühle sogar eine Alterungsbeständigkeit je nach Testmethode von mehr als 200 Jahren. Ebenfalls 200 Jahre - allerdings geschützt im Album - sollen laut Hersteller die Drucke aus den neuen kompakten Epson Stylus (zum Beispiel Stylus Photo P50) farbstabil bleiben. Im Rahmen hinter Glas reduziert sich dies auf immerhin knapp 98 Jahre.

Entscheidend sind Luft und Feuchtigkeit

Alexander Nieswandt von der Avenso AG in Frechen erreicht in seinem Fachlabor ähnlich hohe Werte: „Mit unseren Durst Lambda- und Océ Lightjet-Belichtern setzen wir bei Avenso besonders auf klassische, fotochemische Abzüge. Diese überzeugen besonders durch ihre brillanten Farben. Die Farbechtheit unserer Foto-Papiere ist vom Hersteller für 75 Jahre zertifiziert.“

In welchem Bezug diese im Labor ermittelten Werte zur Praxis stehen, ist allerdings in einigen Punkten ungeklärt, da auch andere individuelle Standortfaktoren, wie Feuchtigkeit oder Ozongehalt der Raumluft eine Rolle bei der Alterung von Fotos spielen. Dennoch lassen sich einige generelle Aussagen aufgrund dieser Untersuchungen zur Langlebigkeit speziell für den Tintenstrahldruck ableiten: Einige Tinten, insbesondere die sogenannten Pigmenttinten wie sie auch bei Kodak oder Epson zum Einsatz kommen, sind gegen Ausbleichen deutlich resistenter als die sogenannten Dyetinten, bei denen die Farbmoleküle in Flüssigkeit gelöst sind. Doch pigmentierte Tinte hat auch einen entscheidenden Nachteil, da ihre Farbwiedergabe nicht ganz so detailreich ist wie etwa bei den unpigmentierten Tinten. Ein weiterer Faktor ist das zur entsprechenden Tinte passende Papier, das zudem Fotoqualitäten mitbringen sollte. Fotopapiere zeichnen sich nicht nur durch ihre verschiedenen Oberflächenstrukturen aus, sondern verfügen zudem über mehrere Beschichtungen, die dabei helfen, die Farbmoleküle von äußeren Einflüssen abzuschirmen.

Die Entscheidung für einen Abzug aus dem Labor oder für einen Ausdruck aus dem Fotodrucker ist also weniger eine Frage der Haltbarkeit, als vielmehr eine Frage der Arbeitsweise. Wer bis zuletzt die Kontrolle über seine Bilder behalten und aus einer breiten Palette an Druckmedien wählen möchte, der findet im hochwertigen Tintenstrahldruck ein probates Mittel. Wer eher auf die Kosten und die Arbeitszeit achtet und größere Bildermengen entwickeln möchte, der findet bei einem der unzähligen Fotolabors den passenden Dienstleister.

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