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100 neue ArbeitsplätzeHitachi Energy startet mit 30 Millionen Euro teurer Erweiterung in Bad Honnef

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Eine planierte Fläche mit mehreren Baggern, im Hintergrund ein großes Werksgebäude.

Vorbereitet wird das Baufeld für das 30-Millionen-Euro-Projekt bei Hitachi Energy in Bad Honnef.

Hitachi Energy erweitert für 30 Millionen Euro sein Transformatorenwerk in Bad Honnef. Bürgermeister Otto Neuhoff freut sich nicht nur über neue Arbeitsplätze.

Nur wenige Leute wüssten, wozu ein Transformator gut ist, meinte Norbert Beatrix. Es sei ein „Nischenprodukt“. Aber: „Wir brauchen Transformatoren für die Energiewende. Ohne Transformatoren keine Energiewende“, brachte der Leiter des Geschäftsbereichs Transformatoren in Europa bei Hitachi Energy es auf den Punkt.

Und damit wäre auch erklärt, warum der Weltkonzern Hitachi in sein Transformatorenwerk im Gewerbegebiet Lohfeld stattliche 30 Millionen Euro investiert. Rund 50 Meter lang und 27 Meter hoch werden die Neubauten, durch die die Produktpalette erweitert, die Abläufe effizienter und der steigenden Nachfrage nachgekommen werde, so Werkleiter Henrik Ericsson beim offiziellen Spatenstich für das Großprojekt.

Keimzelle ist das Maschinenbauunternehmen von August Lepper

Keimzelle des Werks im Lohfeld ist ein von August Lepper (1873-1931) im Jahr 1906 gegründetes Maschinenbauunternehmen. Viele Jahre baute danach der schwedische Konzern ABB am Standort Bad Honnef die Riesentransformatoren, die mitunter die Ausmaße eines Bungalows haben und die meist über die Nato-Rampe auf Schiffe verladen werden.

Die bei Hitachi produzierten Leistungstransformatoren werden nach Unternehmensangaben zur Erhöhung oder Senkung des Spannungsniveaus für eine effiziente Übertragung und Verteilung des Stroms verwendet. Sie seien damit wichtige Komponenten des Stromnetzes.

Ein Mann in einem blauen Hemd vor einem Stehpult mit Mikrofon.

Werkleiter Henrik Ericsson erläuterte die Gründe für den Ausbau des Unternehmens im Lohfeld.

Aus Sicht von Bürgermeister Otto Neuhoff ist die Erweiterung der Produktion und die Schaffung von mehr als 100 neuen Arbeitsplätzen ein wichtiges Signal: „Die Investition garantiert den Standort und die Zukunft für unsere Stadt“, so Neuhoff. Er nutzte einmal mehr die Gelegenheit, auf weitere anstehende Millionen-Investitionen in der Stadt zu verweisen. Beispielsweise in die Bahnhöfe Bad Honnef und Rhöndorf.

Weltweit investiert Hitachi Energy nach Angaben von Pascal Daleiden, Vorstandsvorsitzender von Hitachi Energy, neun Milliarden Euro in seine Werke. Dazu gehörten auch die Werke in Deutschland. Damit bekenne man sich zum Standort Deutschland.

Dass der Neubau im Lohfeld keine einfache Sache werde, machte Andreas Mainka, geschäftsführender Gesellschafter der Mainka Bau GmbH, deutlich. „Es ist technisch sehr anspruchsvoll.“ Das Baufeld sei sehr eng und es würden zum Teil große Fertigbauteile angeliefert, für die man einen 400-Tonnen-Kran benötige. Mainka: „Das wird sehr spannend.“

Als der Konzern im Frühjahr 2024 sein Großprojekt ankündigte, erklärte Norbert Beatrix: „Elektrizität wird das Rückgrat unseres gesamten Energiesystems sein. Im globalen Energiesystem von 2050 benötigen wir im Vergleich zu 2020 etwa das Vierfache der Stromerzeugungskapazität und die Übertragung von bis zu dreimal so viel elektrischer Energie.“

Biologische Reinigungsstufe im Klärwerk war in Gefahr

Im April 2024 machte das Werk in Bad Honnef Schlagzeilen, als rund 30.0000 Liter Isolieröl aus einem Transformator auf das Werksgelände liefen und ein Teil in die Kanalisation gelangte. Das Abwasserwerk konnte nur knapp einen hohen Schaden an der biologischen Reinigungsstufe im Klärwerk verhindern. Laut Otto Neuhoff drohte seinerzeit „ein Riesenunfall“.