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Mahnung zur NachhaltigkeitBoden-Installation auf dem Museumsvorplatz von Achim Mohné

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Eine Mahnung zum pfleglichen Umgang mit unserem Planeten: das Kunstwerk von Achim Mohné zwischen Bundeskunsthalle und Kunstmuseum.

Eine Mahnung zum pfleglichen Umgang mit unserem Planeten: das Kunstwerk von Achim Mohné zwischen Bundeskunsthalle und Kunstmuseum.

Bonn – Die 6400 Betonplatten, die auf dem Kies zwischen der Bundeskunsthalle und dem Bonner Kunstmuseum zu einem großen Quadrat angeordnet sind, lassen sich eigentlich nicht übersehen. Manche gehen achtlos drüber, andere zucken etwas zurück, dort wo die Platten in feinen Blautönen angeordnet sind, und wieder andere gehen sogar die Stufen zur Dachterrasse der Bundeskunsthalle empor, um das Ganze von oben sehen zu können. Doch eigentlich müsste man noch ein bisschen höher hinauf, am besten wie eine Drohne das Feld überfliegen. Erst dann würden sich die blauen Platten wie Pixel zu einem geschlossenen Bild formieren.

Worauf sie dann aber unter dem Titel „Earthrise“ aufmerksam machen, faszinierte den umweltbewussten Künstler Achim Mohné: Er hat die erste Aufnahme der Erde, die 1968 im Rahmen der amerikanischen Apollo-8-Mission aufgenommen wurde, auf seine Bodeninstallation übertragen. Nach der Veröffentlichung in der Times ging das Foto damals um die Welt und eine Woche später schrieb David Bowie seinen Song Space Oddity (Original Weltraum) „…planet earth is blue and ther’s nothing I can do“.

Der 1964 in Aachen geborene Achim Mohné, der heute in Köln lebt, arbeitete zunächst mit Fotografie, indem er das Foto minutiös in seine Blautöne aufgeteilt hat, die nun aus großer Höhe im Luft- oder Satellitenbild ein gepixeltes Bild der Erde wiedergeben. Andererseits hat er hier auf der Erde zwischen den Museen wie ein Bildhauer gearbeitet, um nicht zu sagen, geschuftet, da er Platte für Platte einer ganzen Malerkolonie in Auftrag geben musste und der Farbauftrag beim schlussendlichen Plattenfegen noch einmal kaputt ging, so dass die Knochenarbeit zweimal gemacht werden musste. Doch das Künstlerpech wendete sich.

Hilfreich zur Seite stand die Organisatorin, Galeristin und ehemalige Landschaftsarchitektin Judith Andreae, in deren Galerie in den Bachhöfen zur Zeit auch eine Edition aus zwei Platten noch erhältlich sind. In Kürze soll eine Drohne das Bodenbild überfliegen und die Aufnahmen sollen zum Geschenk für Google Earth werden. So soll das Bild des Blauen Planeten mit Mohnés Handschrift weltweit seine Botschaft senden, die zum pfleglichen Umgang mit dem Planeten mahnt.

Zu sehen bis zum 4. März; die Edition kostet 370 Euro.

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