„Erforscher und Kämpfer“Peter Mohr erhält den Rheinlandtaler des Landschaftsverbandes

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Rheinlandtaler für Peter Mohr (2. v. l.): Notburga Kunert, Stefan Raetz und Anne Henk-Hollstein gratulierten. 

Rheinlandtaler für Peter Mohr (2. v. l.): Notburga Kunert, Stefan Raetz und Anne Henk-Hollstein gratulierten. 

RHEINBACH – Mit dem Rheinlandtaler des Landschaftsverbandes Rheinland wurde Peter Mohr gestern Nachmittag in Rheinbach ausgezeichnet. Damit wurde sein jahrzehntelanges Bemühen gewürdigt, den Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft bleibende Gedenkstätten zu schaffen, die zugleich Mahnmal sein sollen für nachfolgende Generationen, es nicht wieder so weit kommen zu lassen.

Auch für die Stadt sei dieser Anlass ein ganz besonderer, denn Mohr sei ein leuchtendes Beispiel für ehrenamtliches Engagement und bürgerschaftlichen Gemeinsinn. „Er ist ein aktiver Zeit- und Streitgenosse, der sich niemals unterkriegen lässt“, so Bürgermeister Stefan Raetz. Auch Vizelandrätin Notburga Kunert versicherte: „Der Rhein-Sieg Kreis ist stolz, dass er so engagierte Bürger in seinen Reihen hat.“ Noch viel mehr junge Leute als bisher müssten an das Thema herangeführt und für die drohenden Gefahren sensibilisiert werden.

„Sie sind Erforscher und Kämpfer zugleich“, bemerkte Anne Henk-Hollstein, die stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, in ihrer Laudatio, „und darüber hinaus ein überzeugter Ermöglicher“.

Mohr sorge für Aufklärung und Gedenken, gerade im Hinblick auf die dunklen Seiten der Stadtgeschichte, und wirke damit letztlich auch versöhnend. Er wolle nicht nur erforschen und publizieren, sondern die gewonnenen Erkenntnisse möglichst breit bekanntmachen, „und dies kann man sehr gut mittels Denkmälern und Gedenkstätten, welche historische Ereignisse und Entwicklungen gleichsam in konkret-materieller Form manifestieren.“ So habe Mohr die 2002 eingerichtete Gedenkstätte im Innenhof des Rheinbach Rathauses für die von den Nazis ermordeten Rheinbach Juden initiiert und mitgestaltet. Sein Herzensanliegen sei die 2016 eingeweihte Gedenkstätte für die 1945 hingerichteten drei jungen ukrainischen Zwangsarbeiter im Stadtpark von Rheinbach gewesen. Weiter habe er das tragische Schicksal des mutigen Rheinbacher Friseurmeisters Karl Anton Degen registriert, der als aufrechter Katholik auch Juden bediente und dafür im KZ landete, wo er 1943 starb. Zuletzt habe Mohr gemeinsam mit der Bürgerinitiative „Rheinbacher für Stolpersteine“ Erinnerungssteine des Künstlers Gunter Demnig vor den ehemaligen Häusern deportierter Juden in der Stadt verlegen lassen, die letzten sollen am 25. Mai gesetzt werden.

„Ein Glück, dass es ein Taler und kein Orden ist, denn mit Orden habe ich so meine Probleme“, bemerkte Peter Mohr augenzwinkernd in seinen Dankesworten. Er sehe die Auszeichnung vor allem als Verpflichtung an, im Engagement nicht nachzulassen und noch nicht vollendete Projekte weiterzuführen.

„Ich hoffe, dass die jungen Leute aus der Geschichte lernen und künftig Verantwortung übernehmen.“ (jst)

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