Fit fürs InternetComputertreffs für Eifeler Senioren in vier Orten

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Die Computerkurse für Senioren bietet die Leader-Aktionsgruppe im Projekt „Smart Living“ unter anderem in Schleiden an.

Schleiden – Horst Berbuir fasst seine Computerkenntnisse kurz und prägnant zusammen. „Ich bin kurz nach dem Trommeln“, beschrieb der 75-Jährige den Status seiner digitalen Möglichkeiten. Doch Hilfe ist nah. Mit drei Altersgenossen ist er im Evangelischen Gemeindehaus in Schleiden beim ersten Treffen des neuen Computerclubs. An drei weiteren Orten werden diese Kurse ebenfalls angeboten (siehe „Die Computertreffs“). Mit Kursleiterin Susanne Graul wollen die rüstigen Senioren ihre Computerkenntnisse verbessern und sich damit ein Stück Unabhängigkeit sichern.

Wo und wann?

Die Computertreffs

Alle 14 Tage werden die Computerclubs angeboten. In dieser Woche starteten die Kurse in Schleiden im Evangelischen Gemeindehaus, Am Hähnchen 1, und in Kall im Evangelischen Gemeindehaus, Aachener Straße 49. In Blankenheim beginnt der Kurs am Dienstag, 16. August, im Pfarrheim St. Peter und Paul, Nürburgstraße 62. Am Mittwoch, 17. August, geht’s im Rathaus in Simmerath los. Ein Einstieg bei den Treffen ist jederzeit möglich. Anmeldungen sind möglich bei Projektleiterin Susanne Graul, Tel. 0157/ 50747027 oder per E-Mail. Zahlreiche Infos gibt’s auf der Internetseite unsere-nordeifel@naturpark-eifel.de und www.unsere-nordeifel.de. (sev)

Die wünscht sich auch Christine Östreich. „Jeder Satz ist Internet, ich fühle mich abgehängt“, sagt sie. Sie habe zwar bereits mehrere Kurse abgeschlossen, doch dann keine Zeit zum Üben gehabt. Ihre Tochter habe ihr jetzt ein Tablet geschenkt, mit dem sie auch im Internet unterwegs sein will. „Ich mache auch gern Spiele“, sagt sie. Auch andere in der Runde stimmen ihr zu. „Das ist weit verbreitet, auch wenn die Menschen oft keine Vorstellung haben, was es alles gibt“, erläutert Susanne Graul, die die Kurse leitet. Beliebt seien Minispiele oder Apps auf dem Handy – genauso wie Onlinespiele, Skat beispielsweise.

Smartphone im Alltag: Für viele selbstverständlich

Klick und Doppelklick, E-Mails schreiben und Onlinebanking, Bildschirmtelefonie, über Suchmaschinen recherchieren oder Waren einkaufen: Für viele Menschen gehören diese und andere Vorgänge an Computer und Smartphone zum Alltag und sind eine Selbstverständlichkeit. Doch gerade in der Altersgruppe der Senioren sieht das häufig anders aus. Für manche ist die Bedienung eines PC immer noch ein Buch mit sieben Siegeln. Dabei kann das digitale Zeitalter gerade für die Personen Erleichterungen bereithalten.

Deshalb hat die Aktionsgruppe der Leader-Region Eifel ein besonderes Projekt ausgearbeitet. Mit „Smart Living – Leben und Wohnen im Alter“ sollen Senioren darin unterstützt werden, möglichst lange selbstständig in ihrem Zuhause leben zu können – und dabei auch die Vorzüge der digitalen Welt nutzen. Im Januar 2021 startete das Projekt, das in Kooperation mit dem Kreis Euskirchen und der Städteregion Aachen stattfindet. Auf einer Internetseite ist bereits eine Vielzahl von Informationen für ältere Menschen abrufbar. So sind dort etwa Kontaktadressen zu finden mit Ansprechpartnern, die beim Lösen größerer und kleinerer Probleme behilflich sein können.

Gut besuchte Computerkurse

Doch was nützt eine Internetseite, wenn die Zielgruppe Probleme hat, sie zu erreichen? Um diesem Mangel abzuhelfen, veranstaltete die Aktionsgruppe im Mai und Juni bereits mehrere Computerkurse, die auch gut besucht waren. Allerdings regten die Teilnehmer an, diese Treffen dauerhaft stattfinden zu lassen, um auch einen regelmäßigen Umgang zu üben – ein Wunsch, der nun in Erfüllung geht. In Schleiden, Kall, Blankenheim und Simmerath werden die Treffen angeboten. Auch wenn sie in dieser und der nächsten Woche stattfinden, ist ein Einstieg jederzeit möglich. Bis zum Juni 2023 sollen die Computerclubs 14-tägig stattfinden.

„Wir bewegen uns in der Regel auf einem Anfängerlevel“, sagt Graul. Oft habe der Partner alles am Computer gemacht, doch wenn der durch Tod oder Trennung ausfalle, beginnen häufig die Schwierigkeiten. „Das Problem ist, dass die meisten, die kommen, sich noch nicht damit beschäftigt haben“, so Graul. Immer wieder werde von Angehörigen etwas eingerichtet und kurz erklärt – doch dann fehle es an regelmäßiger Übung, die die nötige Sicherheit gebe.

In den Treffs werden E-Mails, Internetrecherche und Online-Einkäufe genauso bearbeitet wie die Themen Passwortsicherheit und Cookies. Darüber hinaus ist eine Beratung, welche Computer sich bei den vielen Angeboten zum Kauf eignen, möglich. Ein großes Thema wird die Videotelefonie – die könnte im Herbst bei steigenden Corona-Zahlen wieder wichtig werden.

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