Spenden gesammelt„Blaue Ritter“ auf Feuerstühlen

Lesezeit 3 Minuten
(3.v.l.), Präsident der Bonner „Blue Knights“, überreichte die Spende für die Stiftung an Jeannette Gräfin Beissel von Gymnich und Bernhard Schumacher (2.v.l.). Auch Dieter Franzen (2.v.r.), Mechernicher Polizist, war mit von der Partie. (Foto: Röder)

(3.v.l.), Präsident der Bonner „Blue Knights“, überreichte die Spende für die Stiftung an Jeannette Gräfin Beissel von Gymnich und Bernhard Schumacher (2.v.l.). Auch Dieter Franzen (2.v.r.), Mechernicher Polizist, war mit von der Partie. (Foto: Röder)

Satzvey – „Blaue Ritter“ fielen mit lautem Motorengeräusch auf Burg Satzvey ein – und das zur großen Freude von Jeannette Gräfin Beissel von Gymnich. Denn die 70 Polizeibeamten, die auf ihren „heißen Stühlen“ kamen, taten dies für einen guten Zweck. Die „Blue Knights“ hatten in den eigenen Reihen Geld gesammelt und spendeten anlässlich des 25-jährigen Bestehens ihrer Vereinigung in Bonn 1325,25 Euro.

„Ich kann mir gut vorstellen, dass wir das Geld für Alina, ein 13-jähriges Mädchen, das schwerstbehindert ist, verwenden werden“, so die Gräfin bei der Scheckübergabe. Tags zuvor hatte sie die Stiftung bei der 25-Jahr-Feier des Vereins in Bad Honnef vorgestellt.

Aus Kontakten werden Freundschaften

Die Biker zeigten sich begeistert von der Stiftung, die sich für Kinder und Jugendliche einsetzt, die in ihren Familien Gewalt, Missbrauch oder Verwahrlosung erlebt haben. „Uns war wichtig, dass unsere Spende einen Bezug zur Region hat. Wir wollten keine anonyme Sache machen“, erklärt Raimond Heim, Präsident der Bonner „Blue Knights“. Um an der Veranstaltung auf Burg Satzvey und in Bad Honnef teilnehmen zu können, hatten einige Motorradfahrer etliche Kilometer auf sich genommen. Sie kamen nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Belgien, Frankreich und England. „Die weiteste Anreise hatte ein Kroate“, so Heim. Auch Vertreter der örtlichen Polizei tummelten sich unter den Mitgliedern des Biker-Clubs. So war Polizist Dieter Franzen „repräsentativ“ mit dem Polizei-Motorrad dabei. Vom Anblick der zahlreichen Motorräder begeistert zeigte sich auch Rolf Hüpgen, der wie Franzen in der Dienststelle Mechernich arbeitet.

Die „Blue Knights“ („Blaue Ritter“) gründeten sich 1974 als Vereinigung Motorrad fahrender Polizeibeamter in den Vereinigten Staaten. Der Name der Biker-Gruppe ist abgeleitet von der US-Polizei. Seit 1989 gibt es die ersten Chapter (Ortsverband) in Europa.

Bonn war der erste Bezirk in Deutschland. Mittlerweile gibt es in Deutschland mehr als 30 Chapter. 2014 zählt die Organisation 20 410 Mitglieder weltweit in 637 Chaptern.

Mitglieder können Polizeibeamte, Zollfahndungs- und Justizvollzugsbeamte werden. Bedingung ist ein Motorrad und die Fahrerlaubnis.

Zu den Zielen des Vereins gehört die Förderung der Völkerverständigung und des Motorrad-Tourensports. Zusätzlich steht die Unterstützung von gemeinnützigen Einrichtungen oder Stiftungen im Fokus. (kir)

Besonders aber genoss Uwe Groebel den Tag inmitten der Biker. Der 55-Jährige nahm nach einer Pause „endlich“ noch mal an einem Treffen der „Blue Knights“ teil. Für die Tour hatte er extra seine „gemütliche“ Kawasaki „gesattelt“, damit seine Sozia mitfahren kann. So musste seine Sportmaschine, die nur für den Fahrer Platz bietet, in der heimischen Garage zurückbleiben.

An den „Blue Knights“ schätzt Uwe Groebel besonders, dass die Fahrer „weltweit organisiert sind“. Egal, wo man auf der Welt hinfahre, ein Anruf beim Chapter genüge, und man könne einfach bei wundervollen Touren mitfahren. „Aus diesen Kontakten bilden sich tolle Freundschaften“, berichtet der Polizeibeamte.

Nachtmodus
Rundschau abonnieren