Video erschüttert PolizeiJugendliche rasen absichtlich in Rentner – ehemaliger Polizeichef stirbt

Lesezeit 3 Minuten
Polizisten in den USA trauern um einen ehemaligen Polizeichef, er wurde mutmaßlich von zwei Jugendlichen absichtlich gerammt. (Symbolbild)

Polizisten in den USA trauern um einen ehemaligen Polizeichef, er wurde mutmaßlich von zwei Jugendlichen absichtlich gerammt. (Symbolbild)

Die Tat in den USA macht viele Menschen fassungslos. Die Familie des toten 64-Jährigen warnt vor einem „Kulturkrieg“.

Ein Video aus Las Vegas schockiert derzeit viele Menschen in den USA. Es zeigt, wie zwei Jugendliche, die sich während einer Autofahrt selbst filmen, zunächst absichtlich ein anderes Auto rammen und kurz darauf nach vorheriger Ankündigung einen ahnungslosen Radfahrer mit hoher Geschwindigkeit rammen. Anschließend fahren sie einfach weiter. (Die Redaktion hat sich bewusst dazu entschlossen, das Video hier nicht zu zeigen)

Der Mann auf dem Rad, den die Täter schwerverletzt auf der Straße zurücklassen, stirbt infolge der Kollision. Andreas Probst, 64 Jahre alt und ehemaliger Polizeichef von Kalifornien, erliegt seinen schweren Verletzungen.

Jugendliche fahren absichtlich gegen Radfahrer – Ehemaliger Polizeichef stirbt

Der Vorfall ereignete sich Mitte August, das jüngst an die Öffentlichkeit gelangte Video, macht in den USA viele Menschen fassungslos. Nick Farese, stellvertretender Polizeichef von Las Vegas, bezeichnete die Tat als „feige“. In seinen 22 Jahren im Dienst habe er etwas Vergleichbares noch nicht erlebt, er sei „entsetzt“.

Die beiden Jugendlichen, die Medienberichten zufolge in einem gestohlenen Auto unterwegs waren, hätten einen unschuldigen Mann „absichtlich getötet“, so Farese. Der 17-jährige Fahrer des Autos konnte noch am Tattag ermittelt werden, auch sein Beifahrer sitzt seit dieser Woche in Haft.

Fall Andy Probst: Anklage nach Sichtung von Video auf Mord hochgestuft

Bevor die beiden Jugendlichen mutmaßlich die Tat begangen haben, sollen sie bereits einen 72-jährigen Fahrradfahrer gerammt haben. Wie die New York Post berichtet, sollen die Jugendlichen mindestens vier Autos gestohlen haben, bevor sie die Gewalttat begangen.

Das Video, das die Polizei erst Wochen nach der Tat erhielt, weil es offenbar unter Schülern die Runde machte, belastet die mutmaßlichen Täter und könnte das Strafmaß massiv beeinträchtigen. Die Anklage wurde infolgedessen auf Mord hochgestuft. Damit droht den mutmaßlichen Tätern im Falle einer Verurteilung eine lebenslange Haft. Die Staatsanwaltschaft erklärte laut US-Medienberichten, dass beide Jugendlichen nach Erwachsenenstrafrecht vor Gericht gestellt werden.

Video zeigt „feige“ Tat: Jugendliche rammen Radfahrer und begehen Fahrerflucht

In dem Clip ist zu hören, wie der Fahrer seinen kichernden Freund fragt: „Fertig?“, während er direkt hinter dem pensionierten Polizisten beschleunigt. Der antwortet „Ja, fahr ihm in den Arsch“, bevor das Auto in den Rentner rast. Damit dürfte der Radfahrer gemeint gewesen und die Absicht schwer zu widerlegen sein.

Jason Johansen vom Las Vegas Metropolitan Police Department bescheinigte dem Fahrer und seinem Beifahrer einen „völligen Mangel an Gewissenhaftigkeit“. Das Schlimmste an dem Video sei, „dass man hört, dass alles absichtlich geschah“, sagte der Ermittler.

Der Fall sorgt in den USA für großes Aufsehen. Die Familie von Andy Probst fürchtet, dass der Tod des ehemaligen Polizeichefs politisch ausgeschlachtet und gar einen „Kulturkrieg“ befeuern könnte.

Familie von Andy Probst fürchtet „Kulturkrieg“ nach Tot des Vaters

Taylor Probst, die Tochter des Opfers, glaubt, „dass der Mord an Andy eine direkte Folge des Verfalls der Familienwerte in der Gesellschaft“ sei. Sie prangerte die starken Auswirkungen der sozialen Medien auf die Jugend an und legt damit das mögliche Motiv hinter der Tat nahe, dass sich die Jugendlichen mit dem Video in sozialen Netzwerken brüsten wollten. Angeblich sollen die mutmaßlichen Täter ihre Fahrt live gestreamt haben.

Wir bitten Sie, Andys Ermordung nicht zu politisieren oder zu nutzen, um politische Absichten voranzutreiben oder Kulturkriege zu entfachen
Taylor Probst

Eine politische Tat schloss Taylor Probst explizit aus, ihr Vater sei ein Zufallsopfer gewesen, sagte sie auf einer Pressekonferenz. „Wir bitten Sie, Andys Ermordung nicht zu politisieren oder zu nutzen, um politische Absichten voranzutreiben oder Kulturkriege zu entfachen“, so Probst.

In den sozialen Medien war nach Veröffentlichung des Videos eine rassistische Debatte entflammt, auch die Namen der mutmaßlichen Täter wurden inzwischen bekannt. (pst)

Nachtmodus
Rundschau abonnieren