In seinem Grußwort zum Verlagsjubiläum unterstreicht Bundeskanzler Friedrich Merz: „Kölner Stadt-Anzeiger“ und „Kölnische Rundschau“ sind wichtige Säulen in der freiheitlichen Demokratie.
Bundeskanzler Friedrich Merz„Zeitunglesen ist das beste Mittel gegen Desinformation“

Bundeskanzler Friedrich Merz
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Die Geschichte von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Deutschland ist auch eine Geschichte des Zeitungswesens. Sie hat viele bedeutende Protagonisten hervorgebracht: Journalistinnen und Journalisten, die bisweilen unter Gefahr für Leib und Leben Machtmissbrauch aufgedeckt haben; Redakteure, die trotz Repressionen Informationen veröffentlicht haben; Verleger, die für den Wert der Pressefreiheit ins wirtschaftliche und persönliche Risiko gegangen sind.
Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ und die „Kölnische Rundschau“ sind Zeitungen, in denen diese Geschichte geschrieben wurde. Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ wurde in der Kaiserzeit gegründet. Eine echte, verfassungsmäßig garantierte Pressefreiheit gab es nicht. Und trotzdem behauptete sich die Redaktion. Von 1918 an begleitete die Zeitung die Weimarer Republik als Stimme des freiheitlichen, rheinischen Bürgertums publizistisch – und sie beobachtete und beschrieb die Politik des Oberbürgermeisters der Stadt Köln, Konrad Adenauer.
Mit der Gleichschaltung der Presse in der NS-Zeit begann für viele Journalisten in Deutschland eine Zeit der Verfolgung. Der spätere Gründer der Kölnischen Rundschau, Reinhold Heinen, gehörte zu den Publizisten, die für ihren Mut einen hohen Preis zahlten. Er stellte sich den Lügen und der Propaganda des Regimes entgegen und wurde für vier Jahre im Konzentrationslager Sachsenhausen eingesperrt. 1946 erhielt er von den britischen Besatzungsbehörden die Lizenz zur Gründung einer neuen Zeitung. Die Geschichte der Kölnischen Rundschau begann.
Beide Zeitungen stehen gleichermaßen für Unbestechlichkeit, Unabhängigkeit und Qualität des Journalismus
Aus Köln heraus begleitete die Zeitung den Weg der Bundesrepublik: Sie informierte Bürgerinnen und Bürger in Köln, Bonn und im rheinischen Umland, ordnete ein, schaffte kritische Öffentlichkeit – für den Geschmack Konrad Adenauers oft zu kritisch: Reinhold Heinen und der Kanzler hatten ein spannungsreiches Verhältnis – eigentlich ein gutes Zeichen für eine Demokratie.
„Kölnische Rundschau“ und „Kölner Stadt-Anzeiger“ stehen gleichermaßen für Unbestechlichkeit, Unabhängigkeit und Qualität des Journalismus – die stattlichen Jubiläen, die beide Zeitungen nun feiern, legen Zeugnis dafür ab. Seit Generationen schätzen Leserinnen und Leser die Arbeit der beiden Zeitungen. Beide Blätter und viele ihrer Redakteurinnen und Redakteure sind mit Preisen ausgezeichnet.
Guter Lokaljournalismus wichtig wie selten
Das Doppeljubiläum findet in einer Zeit statt, in der Qualitätsjournalismus und vor allem auch guter Lokaljournalismus wichtig sind wie selten. Die Demokratie kann ihre Kraft nur entfalten, wenn die Bürgerinnen und Bürger sich in ihren politischen Entscheidungen auf verlässliche Informationen stützen können. Das ungeheure Tempo des geopolitischen und technologischen Wandels, die algorithmische Struktur der digitalen Plattformen und gezielte Desinformationskampagnen von Feinden unserer Freiheit untergraben heute vernünftige und zielorientierte Meinungsbildungsprozesse.
Das beste Mittel dagegen ist das Zeitunglesen. An alle Leserinnen und Leser des „Kölner Stadt-Anzeigers“ und der Kölnischen Rundschau richte ich daher die Bitte: Lesen Sie weiter, bleiben Sie neugierig auf verlässliche Informationen über Ihre Region, unser Land und die Entwicklungen in der Welt.
Den beiden Redaktionen sage ich: Vielen Dank für Ihre Arbeit und herzlichen Glückwunsch zum beeindruckenden Jubiläum.