Abo

Update

Sprengsatz und Kollision
Drohnen-Alarm in Leipzig – Dobrindt unterbricht Urlaub

3 min

In Leipzig wurde nahe einer ukrainischen Maschine eine Drohne sichergestellt. Eine weitere Maschine kollidierte „mit etwas“ in der Luft. 

Am Leipziger Flughafen ist nach Angaben eines Nato-Sprechers eine Drohne in der Nähe eines ukrainischen Flugzeugs sichergestellt worden. Die Ermittlungen würden von deutschen Behörden geführt, hieß es. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen vom Morgen soll an der Drohne ein Sprengstoff mit Zünder befestigt gewesen sein. Zuvor hatte „Bild“ über den Vorfall berichtet.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt unterbricht seinen Urlaub wegen des Vorfalls. Der CSU-Politiker reise zu einer Lagebesprechung mit dem sächsischen Innenminister Armin Schuster (CDU) und den Spitzen der Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern am Flughafen an, teilte sein Ministerium in Berlin mit.

LKA: Drohne war mit Sprengsatz versehen

Das sächsische Landeskriminalamt bestätigte später, dass die Drohne mit einem Sprengsatz versehen war. Spezialisten der Bundespolizei hätten die Drohne entschärft, hieß es weiter. Die Polizei hatte das Fluggerät zuvor gesichert, hieß es laut Sicherheitskreisen.

Die Drohne war demnach kurz vor Mitternacht nahe einer ukrainischen Antonow-Transportmaschine bemerkt worden. Die Bundespolizei war nach Angaben aus Sicherheitskreisen am frühen Morgen im Einsatz. Die Drohne sei mit einem Röntgengerät untersucht worden.

Bericht: Entschärfungsroboter in Leipzig im Einsatz

Bei der Untersuchung sei ein Zünder gefunden worden, der jedoch defekt gewesen sei, berichtete unterdessen „Bild“. Der Zünder könnte demnach abgerissen sein, sodass eine Explosion der Bombe nicht mehr möglich war. Zur Untersuchung der Bombe kam den Berichten zufolge auch ein ferngesteuerter Entschärfungsroboter zum Einsatz. 

Ein Entschärfungsroboter rollt in Leipzig über das Flugfeld.

Ein Entschärfungsroboter rollt in Leipzig über das Flugfeld.

Der Flughafen Leipzig/Halle hatte in der Nacht den Flugbetrieb eingestellt, nachdem ein unbekanntes Flugobjekt in der Nähe des Flughafens und zudem ein verdächtiger Gegenstand im Bereich der Südpiste gefunden worden waren.

Zweite Maschine „anscheinend mit etwas kollidiert“

Dabei kam es nach Angaben der Bundesregierung zu einem weiteren gefährlichen Vorfall: Ein Flugzeug, das in Leipzig landen sollte, musste wegen des Drohnenfunds am Flughafen den Start abbrechen und durchstarten. Kurz darauf sei es „anscheinend mit etwas kollidiert“, wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums erklärte. Die Maschine landete nach dem Vorfall sicher in Hannover.

Auch angesichts der Kollision in der Luft steht nun eine Drohne als Verdacht im Raum. Wie „Bild“ berichtete, hatte die Drohnenabwehr des Leipziger Flughafens zuvor zwei Drohnen detektiert. Dem Bericht zufolge soll es sich bei der Maschine um ein Frachtflugzeug von DHL gehandelt haben. Passagiere waren demnach nicht in Gefahr. 

Drohnen-Alarm am Flughafen Leipzig: Mehrere Maschinen umgeleitet

Mehrere andere Maschinen, unter anderem eine Passagiermaschine, wurden laut einer Mitteilung der Polizeidirektion Leipzig umgeleitet. Die Polizei sprach von einem „sicherheitsrelevanten Vorfall“. Akute Gefahr bestehe jedoch nicht, hieß es am Mittwoch. 

Der Nordbereich des Leipziger Flughafens ist seit den frühen Morgenstunden wieder in Betrieb. Die Südpiste ist für die Ermittlungen derzeit noch gesperrt. Der Flugbetrieb im Nordbereich wurde demnach kurz vor 2.00 Uhr morgens wieder aufgenommen. Die Landespolizei habe die Ermittlungen in Zusammenarbeit mit der Bundespolizei aufgenommen.

Die Hintergründe der Vorfälle blieben unterdessen zunächst unklar. Wer die Drohnen gesteuert hat, ist nun Gegenstand der Ermittlungen. Ebenso, ob der Vorfall in Verbindung mit Russlands Krieg gegen die Ukraine stehen könnte. Mutmaßlich mit Russland in Verbindung stehende Drohnenvorfälle haben in den vergangenen Monaten wiederholt an Flughäfen in ganz Europa zu Betriebsstörungen geführt. (mit dpa)


Der Artikel wurde nach weiteren Entwicklungen aktualisiert.