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„Aktion Corona“der Rundschau-Altenhilfe„Da fließen auch schon einmal die Tränen“

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Armut im Alter

Symbolbild

Köln – Vor zwei Wochen startete die Rundschau-Altenhilfe DIE GUTE TAT eine „Sonderaktion Corona“ – in der aktuellen Krise leiden vor allem die Älteren. Sie sind durch das Virus am stärksten gefährdet und durch das Kontaktverbot oft sehr einsam. Hinzu kommen finanzielle Sorgen. Deshalb hat die Rundschau-Altenhilfe schon 25.000 Euro aus Rücklagen für Einkaufsgutscheine ausgeschüttet.

Einer der Die GUTE TAT mit einer Spende unterstützt, ist Sänger und Moderator Wicky Junggeburth: „Die Berichte, die ich in der Zeitung über die Auswirkungen der Krise lese, gehen mir richtig an die Nieren“, sagt er. Ihm gehe es gut, er könne auch täglich raus in den Wald gehen, „doch wenn ich an die Senioren denke, die in einer kleinen Wohnung leben müssen und Hilfe brauchen, dann möchte ich uneingeschränkt etwas tun, um zu helfen“, so Junggeburth.

Unternehmer aus Bergneustadt gibt 10.000 Euro

10 000 Euro hat ein Unternehmer aus Bergneustadt gespendet. Sein Familienbetrieb besteht seit vielen Jahren und ist seit ebenso vielen Jahren engagiert, wenn Not herrscht. „Auch wir werden älter, es ist wichtig, die Menschen jetzt zu unterstützen“, so der Spender, der nicht namentlich genannt werden möchte. Aber dabei sei es wichtig, sich an Regeln zu halten und durch den Abstand zu anderen dafür zu sorgen, dass das Corona-Virus sich nicht weiter verbreitet.

Günter Zöll, der in wenigen Tagen 79 Jahre alt wird, engagiert sich seit 40 Jahren für DIE GUTE TAT. Seine Gratulanten will er um eine Spende bitten – „die Summe fließt dann an die Altenhilfe“, verspricht der Kaller. Er sehe täglich viel Altersarmut. „Es sind oft Menschen aus dem eigenen Umfeld, nicht alle kennt man namentlich. Einige gehen zum Beispiel zur Tafel, doch auch das ist jetzt schwierig geworden“, so Zöll. Man wolle helfen, müsse aber auch Kontakte meiden – auch dies sei eine Herausforderung. Er selber beteiligt sich an der Verteilung der Einkaufsgutscheine, die von der Rundschau-Altenhilfe zur Verfügung gestellt werden. „Die älteren Menschen freuen sich so sehr über diese Gutscheine, da fließen auch schon einmal die Tränen“, fügt er an. Erst vor wenigen Tagen habe eine ältere Dame gesagt, dass sie jetzt nicht mehr einkaufen kommen kann, weil sie nur noch 20 Euro besitzt, bis die nächste Rentenzahlung kommt. „Ich habe schon viele solche Schicksale erlebt, die Altersarmut ist gravierend“, betont er. Das Hilfswerk der Rundschau unterstützt er auch deshalb gerne, weil die Empfänger nicht zwingend erfahren müssen, wer im Hintergrund gespendet hat. „Viele Betroffene schämen sich und haben Angst, wenn man sie direkt anspricht“, auch diese Erfahrung hat er schon oft gemacht.

Bislang sind bei der „Sonderaktion Corona“ 33.365,60 Euro (Stand 2. April) gespendet worden, weitere Mittel werden dringend benötigt, viele ältere Menschen sind darauf angewiesen. Wenn Sie die Rundschau-Altenhilfe bei der „Sonderaktion Corona“ unterstützen möchten, können Sie eine Spende einzahlen auf das im Kasten aufgeführte Postbank-Konto. (jtb)