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Tiergestützte TherapieAufs Huhn gekommen

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Hühner begeistern Bewohnerinnen und Bewohner des Johanniter-Hauses Köln-Finkenberg.

Das Johanniter-Haus erfreut seine Bewohner drei Wochen lang mit Leihhühnern. DIE GUTE TAT e.V. hilft dabei.

„Wow, ist das schön zu sehen“, dachten Sylwia Buzás und ihre Mitarbeitenden vom Johanniter-Haus Köln-Finkenberg. Denn schwer demente oder passive Bewohner hatten auf einmal leuchtende Augen. Der Grund für die Freude: Sie bekamen Besuch von Hühnern.

Im vergangenen Jahr hatte das Johanniter-Haus Köln-Finkenberg zum ersten Mal Hühner geliehen. Sie werden in der tiergestützten Therapie mittlerweile gerne eingesetzt. „Wir wollten mal ausprobieren, wie unsere Bewohner und Bewohnerinnen darauf reagieren.“ Der Versuch war so erfolgreich, dass der Soziale Dienst beschloss: Die Hühner gehören ab jetzt fest zu unserem Jahresablauf.

Vier Hühner der Tierpädagogin Jenny Kreitz zogen deshalb mitsamt Stall und Auslauf auch in diesem Spätsommer wieder auf das Gelände des Johanniter-Hauses. Drei Wochen durften sie dort im Garten leben. Möglich machte es die finanzielle Unterstützung der Rundschau-Altenhilfe DIE GUTE TAT e.V..

Therapie mit Hühnern hilft Menschen mit Demenz

„Das ist wirklich eine Bereicherung für die Bewohnerinnen und Bewohner“, sagt Sylwia Buzás. Die Hühner locken viele von ihnen ins Grüne, denn dort gibt es schließlich immer etwas zu sehen und zu erleben. Dabei kommen viele Erinnerungen auf – an die eigenen Haustiere zum Beispiel. „Viele unserer Bewohner kommen vom Dorf“, sagt Buzás, „sie erzählen dann etwa von den Hühnern, die ihre Mutter gehalten hat“. Und das biete wiederum eine neue Grundlage für Gespräche – besonders wertvoll für den Umgang mit Menschen mit Demenz.

Eine alte Frau liegt im Bett und lächelt glücklich ein Huhn an, das sie im Arm hält.

Glücklich mit Huhn: eine Bewohnerin des Johanniter-Hauses Köln-Finkenberg.

Aber auch Kinder aus der Grundschule gegenüber oder aus Kindergärten im Ort kommen gerne ins Johanniter-Haus, um die Hühner zu besuchen. „Wir backen dann dabei zusammen Waffeln oder basteln etwas“, erzählt Sylwia Buzas. Auch darüber freuten sich die Bewohner: „Kinder bringen Leichtigkeit und Frische ins Haus.“

Genau wie die Hühner. In diesem Jahr wollte der Soziale Dienst das Angebot erstmals auch für Menschen möglich machen, die ihr Zimmer nicht mehr verlassen können. Deshalb packten die Mitarbeitenden die Hühner kurzerhand in Kisten und brachten sie zu den Frauen und Männern ans Bett. „Wir haben uns gedacht: Wenn die Menschen nicht zu den Hühnern kommen können, dann müssen die Hühner eben zu ihnen kommen“, sagt Sylwia Buzás.

Eine alte Frau liegt im Bett und streichelt vorsichtig ein Huhn, das ihr hingehalten wird.

Ein Huhn zu Besuch.

Ein Einsatz, der den bettlägerigen Bewohnerinnen und Bewohnern sichtlich gut tat. Sie durften die Tiere im Arm halten, sie streicheln und ihr leises Glucksen spüren. Und auch sie, die sich sonst kaum noch zu Wort äußern, fingen auf einmal an zu erzählen. Für Buzás waren das ganz besondere Momente: „Ihre Augen haben geleuchtet“, erinnert sich die Leiterin des Sozialen Dienstes, „wir haben gesehen, wie glücklich sie sind.“