Einem Betreiber von Pflegeheimen drohen finanzielle Engpässe, was mehrere Standorte trifft. Besonders in einem Heim in NRW ist die Lage angespannt.
Krise bei Pflege-BetreiberAuch Heime in NRW betroffen, Gehälter nicht ausgezahlt

Nicht alle Heime des Betreibers sind betroffen. (Symbolbild)
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Krise bei Pflegeheim-Kette: Haus in NRW vor unsicherer Zukunft, Standort bei Hannover geräumt. Bei mehreren deutschen Pflegeeinrichtungen der Betreibergesellschaft Ambiente Care gibt es aktuell erhebliche Komplikationen. Ein Haus in Laatzen bei Hannover musste am Mittwoch auf Anordnung der Heimaufsicht kurzfristig geräumt werden, wobei die Bewohner eine neue Unterkunft erhielten, wie die zuständige Regionsverwaltung bekannt gab. Schwierigkeiten werden ebenfalls von einem Standort in Nordrhein-Westfalen gemeldet. Diverse Medien hatten im Vorfeld darüber informiert.
Das Münchner Unternehmen wies Spekulationen über eine Zahlungsunfähigkeit entschieden zurück, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Man habe den Beschäftigten nicht gekündigt. Eine Überprüfung beim zuständigen Münchner Gericht förderte ebenfalls zunächst keinen Insolvenzantrag zutage.
Unvermittelte Räumung der Einrichtung in Laatzen
Die Heimaufsicht in Laatzen untersagte den Betrieb der Pflegeeinrichtung vorerst, da am Mittwochmorgen nur drei Pflegefachkräfte sowie wenige Mitarbeiter aus Reinigung und Küche ihren Dienst antraten. Nach Angaben der Regionsverwaltung bestand das Risiko, dass nach 16.00 Uhr keine Betreuung mehr gewährleistet gewesen wäre. In der Folge wurden die Senioren im Tagesverlauf auf 18 unterschiedliche Heime aufgeteilt. Für ihre künftige Unterbringung müssen sie nun eigenständig sorgen.
Nach Darstellung von Ambiente Care waren 59 Personen von der Umsiedlung betroffen, die bis 21.30 Uhr andauerte. „Nach unserer Einschätzung wurde uns die Möglichkeit verwehrt, im Rahmen dieses Prozesses alle zur Verfügung stehenden Optionen zur Vermeidung von Verlegungen auszuschöpfen“, ließ die Firma verlauten. Ungeachtet der Vorkommnisse in Laatzen sei man mit den Aufsichtsbehörden der anderen Standorte in Kontakt, um die Betreuung zu garantieren.
Schon in der vorausgegangenen Woche lagen der Heimaufsicht Informationen vor, dass die Februarvergütung noch ausstand und Zulieferer die Lieferung von Verbrauchsgütern verweigerten. Vorsorglich seien zu diesem Zeitpunkt bereits zwölf Heimbewohner umgesiedelt worden. Die Betreibergesellschaft hatte zugesichert, die Löhne bis Mittwochmorgen zu überweisen. Es ist unklar, ob diese Zusage erfüllt wurde.
Betrieb in Unna fraglich, Lage in Velbert stabil
In Unna, Nordrhein-Westfalen, ist die Versorgung im Ambiente-Heim laut Heimaufsicht vorläufig bis Dienstagvormittag gewährleistet. Es fanden sich ausreichend Mitarbeiter, die ihre Arbeit aufnahmen. Die Beschäftigten an diesem Standort haben Berichten zufolge bislang nur einen Teil ihrer Februarbezüge erhalten. Eine Sprecherin des Kreises beschrieb, dass sich die Situation in den letzten Tagen verschärft habe. Den Angehörigen der 42 Bewohner wird empfohlen, nach alternativen Unterbringungen zu suchen. Einige Senioren sind bereits umgezogen, weitere sollen über die Osterfeiertage folgen.
Der Betrieb am Standort Velbert läuft hingegen weiter. Ein Sprecher des Kreises Mettmann erklärte, die Heimaufsicht habe dort bislang keinen Anlass zum Eingreifen gesehen.
Keine Schließungen in Brandenburg und Sachsen
Die von Ambiente Care betriebene Seniorenresidenz im brandenburgischen Neuenhagen ist nach Auskunft ihrer Leiterin nicht von einer Schließung tangiert. „Neuenhagen bleibt eine Pflegeeinrichtung“, sagte die Einrichtungsleiterin Birgit Heinze. „Wir versuchen, unsere Pflegeeinrichtung aufrechtzuerhalten.“ In Sachsen sind der Heimaufsicht nach einer Anfrage keine Probleme oder geplante Schließungen bei den beiden Einrichtungen in Dresden bekannt.
Der einzige Standort in Bayern, der sich in Gröbenzell bei München befindet, hat seinen Betrieb zum Mittwoch eingestellt. Laut dem zuständigen Landratsamt Fürstenfeldbruck ist die letzte Bewohnerin umgezogen, was die faktische Schließung des Betriebs bedeutet. Die Betreibergesellschaft hatte ursprünglich angekündigt, die Einrichtung erst zum 1. April 2026 aufzugeben. (red)
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