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Fit im LockdownTanzprojekt setzt sich für Rundschau-Altenhilfe ein

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Die Mitwirkenden des Tanzprojekts bei einem sommerlichen Fototermin im Skulpturenpark in Köln-Stammheim.

Die Mitwirkenden des Tanzprojekts bei einem sommerlichen Fototermin im Skulpturenpark in Köln-Stammheim.

Ein Film im Kölner Museum zeigt, wie Senioren sich auch im Lockdown fit blieben. Neue Erkenntnisse belegen, dass Bewegung Lebensfreude bringt – auch in virtueller Form.

Über den Verein Elementarer Tanz e.V. hatten sich Seniorinnen und Senioren aus dem Kölner Raum regelmäßig zum Tanzen getroffen. Sie taten es über 15 Jahre lang zwei, drei Mal die Woche in einem Tanzraum in Köln-Müngersdorf und dann gar nicht mehr, weil die Corona-Pandemie und der Lockdown es unmöglich machten. Doch der Verein fand diese Lösung: Digitales Tanzen, jeder für sich allein zu Hause vor dem Rechner und damit alle wieder zusammen. Initiiert hat es Kursus-Leiterin Krystyna Obermaier aus dem Vorstand des Vereins.

Die Runde wurden mit Geräten ausgestattet für das Tanzen daheim – mit Unterstützung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Programm „Neustart Kultur“. Und an dieser Stelle kommt das Kölner Institut für Forschung und Transfer in Kindheit und Familie (foki) der Katholischen Hochschule NRW ins Spiel. Aus den Tanzstunden wurde ein Forschungsprojekt mit dem Titel „Digitale Kulturelle Bildung im Tanz bei Senior_innen“. Geleitet von Michael Obermaier, Professor für Erziehungswissenschaft, und Ehemann von Krystyna Obermaier. Von März bis September 2021 wurde das Projekt durchgeführt, wurde das, was die Teilnehmenden der Tanzrunde tun und denken, wissenschaftlich untersucht.

Entscheidende Fragen: Welche Folgen hatten Pandemie und Lockdown für Menschen im Pensionsalter? Kann die digitale Vernetzung, kann das gemeinsame Online-Tanzen helfen, Vereinsamung und Isolation vorzubeugen? Und lässt sich so auch das körperliche Wohlbefinden steigern?

Eine erste Erkenntnis formuliert Michael Obermaier so: Der Einsatz sogenannter neuer Medien wie Tablets und das Teilnehmen an Online-Sitzungen – wie eben das Tanzen vor den Bildschirmen – gelingt auch älteren Semestern deutlich leichter als angenommen. „Der Zugang zu den technischen Voraussetzungen ist auch für Ältere mit entsprechender Schulung letztlich mühelos.“ Zudem wurde nun auch wissenschaftlich nachgewiesen, was alle schon immer wussten, die regelmäßig tanzen: Bewegung hilft und bringt Lebensfreude – aber, so ein Ergebnis der Forschung, eben auch im digitalen Raum.

Spenden für die Altenhilfe erbeten

Die Details über dieses Projekt sind in einem rund 50-minütigen Film festgehalten. Der wird gezeigt am Sonntag, 11. Dezember, im Filmforum im Kölner Museum Ludwig, Bischofsgartenstraße 1. Im Anschluss kann über den Film diskutiert werden. „Der Film soll anderen Älteren Mut machen und Wege aufzeigen“, sagt Obermaier. Der Eintritt ist frei. Aber der Verein und alle Mitwirkenden bitten um eine Spende zu Gunsten der Rundschau-Altenhilfe.

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