In der Nacht ist in einer Müllverwertungsanlage in Swisttal ein Feuer ausgebrochen. Die Bevölkerung wurde gewarnt und sollte Fenster und Türen geschlossen halten.
120 Feuerwehrleute im EinsatzGroßbrand in Abfallverwertungsanlage Swisttal ist gelöscht

Deutlich zu sehen: die Rauchsäule auf dem Gelände der Abfallverwertungsfirma Hündgen in Swisttal.
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In Swisttal ist in der Nacht zu Donnerstag (9. Juli) ein Großbrand auf dem Gelände der Abfallverwertungsfirma Hündgen ausgebrochen. Dort standen 2500 Quadratmeter Kunststoffabfälle in Flammen. Die Brandursache ist noch unklar, die Polizei wird ermitteln.
Anwohnerinnen und Anwohner mussten Türen und Fenster geschlossen halten, eine Nina-Warnung wurde herausgegeben. Mehr als 120 Einsatzkräfte aus dem gesamten Kreisgebiet bekamen das Feuer am Mittag unter Kontrolle.
Gepresste Kunststoffballen waren auf dem Gelände in Swisttal in Brand geraten
„Bereits beim Ausrücken der ersten Fahrzeuge wurde die Alarmstufe erhöht und weitere Kräfte angefordert. Als wir am Einsatzort eintrafen, zeigte sich eine enorme Brandausbreitung mit enormer Rauchentwicklung und Flammenschein, es war auch sehr heiß“, schilderte Swisttaler Feuerwehrsprecher Karsten Windolph. Zehn Minuten nach dem ersten Alarm seien deswegen alle Kräfte der Swisttaler Feuerwehr gerufen worden. Es folgten weitere Einheiten aus weiten Teilen des Rhein-Sieg-Kreises.
Auf dem Gelände der Abfallverwertungsfirma stehen mehrere Hallen, in diesem Fall war ein rund 2500 Quadratmeter großes Außenlager betroffen, in dem gepresste Ballen mit Kunststoffabfällen gelagert wurden. Das Feuer breitete sich rasend schnell aus. „An den benachbarten Hallen waren bereits Fenster geplatzt, wir haben deswegen eine Riegelstellung aufgebaut, damit die nicht auch noch anfangen zu brennen“, berichtete Windolph. Gleichzeitig zogen Mitarbeiter der Abfallfirma mit Radladern lose gelagerten Müll beiseite, um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern.

Mit einem Radlader schafften die Mitarbeiter der Firma Müll beiseite, damit er sich nicht auch noch entzündet.
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Die Wasserversorgung habe unterdessen gut geklappt, sagte Windolph. „Das Wasser entnehmen wir aus Hydranten. Wir haben Einsatzpläne, die genau für solche Fälle gemacht sind. Wir wissen, wo wir Wasser herkriegen und Schlauchleitungen legen müssen.“ Über einen Werfer, der aus einem Anhänger gespeist wird, gab die Feuerwehr große Mengen Wasser auf das Feuer.
Die Schadstoffbelastung in der Luft musste gemessen werden
Über Stunden schraubte sich eine Rauch- und Flammensäule in den Himmel, der Feuerschein war in der nächtlichen Dunkelheit weithin sichtbar. Über die Notfall-App Nina wurde innerhalb einer halben Stunde eine Warnung an die Bevölkerung herausgegeben, die bis zum Vormittag für ganz Swisttal galt und dann auf das Gebiet rund um die MVA begrenzt wurde. Um 13.10 Uhr wurde die Warnung schließlichaufgehoben. Die Peterstraße zwischen Ollheim und Straßfeld war gesperrt.
Messgruppen aus Bornheim, Troisdorf, Siegburg und Königswinter maßen die Schadstoffbelastung in der Luft. Aus Alfter kam die Drohneneinheit, die mit einem fliegenden Auge Bilder auf den Brandherd lieferte. Die Feuerwehr Meckenheim stellte den Grundschutz für Swisttal sicher, falls anderswo im Gemeindegebiet etwas passierte.
Unterstützung bei den Löscharbeiten bekam die Swisttaler Feuerwehr aus Rheinbach und Euskirchen, außerdem kamen die beiden Tanklöschfahrzeuge aus Hennef-Uckerath. Das Kreisfeuerwehrhaus schickte Fahrzeuge zur Unterstützung der Einsatzleitung und der Kommunikation vor Ort. Es war der erste Einsatz seit der Sperrung der Bonner Nordbrücke, bei dem Feuerwehren zur Unterstützung auf die andere Rheinseite fuhren. Sie nahmen den Weg über die Kennedybrücke.
Der Einsatz war eine große Herausforderung für die Freiwillige Feuerwehr in Swisttal
Kreisbrandmeister Stefan Gandelau war ebenso wie sein Stellvertreter Daniel Walter vor Ort, Bürgermeister Tobias Leuning machte sich ebenfalls ein Bild von der Einsatzstelle. Der Großbrand ist der vorläufige Höhepunkt einer kräftezehrenden Woche für die Feuerwehr Swisttal. „In der Nacht auf Sonntag waren wir zu einem schweren Verkehrsunfall auf die A 61 gerufen worden, am Dienstag gab es mehrere Flächenbrände. Zum Glück lag hier jetzt eine Nacht dazwischen, in der sich die Einsatzkräfte erholen konnten, aber für eine kleine Feuerwehr in ländlichem Gebiet ist das trotzdem eine große Herausforderung“, sagte Windolph. Das DRK versorgte die mehr als 120 Einsatzkräfte noch in der Nacht mit Essen und Getränken. Die Nachlöscharbeiten zogen sich bis in den Vormittag, die Einsatzkräfte mussten den brennenden Müll auseinanderziehen.

Zahlreiche Feuerwehren mehrerer Kommunen unterstützen die Swisttaler bei den anstregenden Löscharbeiten.
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Es ist nicht der erste Brand bei der Firma Hündgen: Im August 2023 stand eine Halle auf dem Gelände in ähnlichem Ausmaß in Flammen, ebenso im Mai und im Juli vergangenen Jahres. Der Schaden ging damals in die Hunderttausende. Ausgelöst hatte das Feuer mindestens in einem Fall ein weggeworfener Lithium-Ionen-Akku. „Die können anfangen zu brennen, wenn sie zusammengepresst werden. Deswegen gehören Akkus aus E-Zigaretten nicht in den Hausmüll“, sagte Windolph. „Bundesweit kommt es dadurch zu Bränden bei Abfallverwertungsfirmen.“ Zur aktuellen Brandursache könne er derzeit nichts sagen.
