Die Hälfte der „Artemis 2“-Mission ist geschafft und beschert der Crew einen weiteren Rekordtag – und sogar ein besonderes Schauspiel.
„Ein heller Punkt auf dem Mond“„Artemis 2“-Crew bricht Rekord – und sorgt für emotionalen Moment

Dieses von der NASA zur Verfügung gestellte Videostandbild zeigt den Mond von einer Kamera außerhalb des Orion-Raumschiffs, nachdem die Crew der «Artemis 2»-Mondmission sich weiter von der Erde entfernt hat als jemals Menschen zuvor.
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Die Crew der „Artemis 2“ ist so nah am Mond vorbeigeflogen wie zu keinem anderen Zeitpunkt während ihrer Mission. Die vier Astronauten in der „Orion“-Kapsel näherten sich dem Erdtrabanten auf rund 6.545 Kilometer, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa mitteilte. Eine Landung war bei dieser Mission nicht geplant.
Zuvor hatten die Crew – bestehend aus den US-Amerikanern Christina Koch, Victor Glover, Reid Wiseman und dem Kanadier Jeremy Hansen – schon einen Rekord aufgestellt: Sie entfernten sich weiter von der Erde als jemals Menschen zuvor. Um 19.57 Uhr MESZ am Montag knackten die vier Astronauten den 1970 aufgestellten Rekord der „Apollo 13“-Mission von rund 400.171 Kilometern. Am weitesten Punkt waren sie im weiteren Verlauf rund 406.771 Kilometer von der Erde entfernt.
Dinge sehen, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat
Bei ihrem Flug um den Mond herum beobachteten die Astronauten den Himmelskörper rund sieben Stunden lang ganz besonders intensiv. Insbesondere auf der Rückseite des Mondes konnten sie dabei auch aufgrund der Sonnenverhältnisse Dinge sehen, die nie ein Mensch zuvor mit den eigenen Augen gesehen hat. Für rund 40 Minuten war es währenddessen für die Astronauten, wie vorab erwartet, nicht möglich, mit dem Kontrollzentrum auf der Erde zu kommunizieren.

Dieses Bild aus einem von der NASA zur Verfügung gestellten Video zeigt die Artemis II-Besatzung (l-r), den kanadischen Astronauten und Missionsspezialisten Jeremy Hansen, Commander Reid Wiseman, Missionsspezialistin Christina Koch und Pilot Victor Glover, wie sie per Videokonferenz mit der NASA-Missionskontrolle sprechen, während sie auf dem Weg zum Mond sind.
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Gegen Ende des Vorbeiflugs am Mond konnten die Astronauten sogar noch eine Sonnenfinsternis beobachten, bei der die Sonne aus der Perspektive von „Orion“ hinter dem Mond verschwand.
Emotionale Momente an Bord der „Orion“-Kapsel
Zuvor hatte es an Bord der „Orion“-Kapsel emotionale Momente gegeben. Die vier Astronauten der „Artemis 2“-Mission haben einen zuvor namenlosen Mondkrater nach der Ehefrau ihres Kommandanten Reid Wiseman benannt. Der Krater – ein „heller Punkt auf dem Mond“ – solle von nun an Carroll-Krater heißen, sagte der kanadische Astronaut Jeremy Hansen mit tränenerstickter Stimme aus der „Orion“-Kapsel.
Damit solle an die 2020 im Alter von 46 Jahren an Krebs gestorbene Ehefrau des „Artemis 2“-Kommandanten Reid Wiseman erinnert werden. Danach umarmten sich die vier Astronauten – neben Hansen und Wiseman noch Christina Koch und Victor Glover. Die zwei Töchter von Wiseman und seiner gestorbenen Ehefrau verfolgten das Ganze im Kontrollzentrum in Houston im US-Bundesstaat Texas.
Die vier Astronauten sind die ersten Menschen seit mehr als 50 Jahren in der Nähe des Mondes. Sie waren in der Nacht zum Donnerstag (MESZ) an Bord der „Orion“-Kapsel mit dem Raketensystem „Space Launch System“ vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida abgehoben und sollen nach insgesamt rund zehn Tagen im Pazifik wieder auf der Erde aufkommen.
Donald Trump gratuliert „Artemis 2“-Crew
US-Präsident Donald Trump hat den vier Astronauten der „Artemis 2“-Mondmission unterdessen gratuliert und sie nach ihrer Landung auf der Erde zu einem Empfang ins Weiße Haus eingeladen. „Ich freue mich darauf, euch im Oval Office zu sehen“, sagte Trump während einer Live-Schalte mit der Crew.
„Wie ihr wisst, war ich auch ziemlich beschäftigt in letzter Zeit, aber wir werden die Zeit finden.“ Bei dieser Gelegenheit werde er sie auch um ihre Unterschriften bitten, sagte Trump weiter. Das mache er nicht oft – „aber ihr seid wirklich etwas ganz Besonderes“. Trump bezeichnete die Astronauten zudem als „moderne Pioniere“. (das/dpa)

