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Ausschuss in Bad MünstereifelStreit um Eifelmat beigelegt – Zwei mögliche Standorte

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An einem Verkaufsautomaten, der in der Fußgängerzone in Bad Münstereifel steht, gehen Passanten vorbei, die bewegungsunscharf dargestellt werden.

Im Herbst stand der Eifelmat für ein paar Tage an der Werther Straße, musste allerdings abgebaut werden.

Betreiber Michael Starkel möchte den Verkaufsautomaten am Orchheimer Tor aufstellen.

Der Eifelmat darf in Bad Münstereifel aufgestellt werden. Allerdings nicht innerhalb der Stadtmauer, weil dort denkmalschutzrechtliche Belange betroffen sind, sondern davor. Das hat der Stadtentwicklungsausschuss gegen die jeweils zwei Stimmen von AfD und UWV beschlossen.

Die Stadt hatte als Standorte den Wallgraben direkt hinter dem Kinderspielplatz an der Langenhecke und den Beginn des Wallgrabenpromenade an der Großen Bleiche unweit des Orchheimer Tors vorgeschlagen. „Beide Standorte sind zentrumsnah und dort kommen Besucher und E-Biker entlang“, sagte Carmen Haltenhof, Amtsleiterin Stadtentwicklung und Stadtplanung.

Eifelmat-Projekt im Ausschuss vorgestellt

Bereits im vergangenen Herbst hatte der Bad Münstereifeler Hotelier Michael Starkel den Verkaufsautomaten auf der Werther Straße aufgestellt, musste ihn aber kurz danach wieder entfernen, weil die Genehmigung fehlte und die Automaten nicht mit dem Denkmalschutz vereinbar sind.

Starkel erhielt im Ausschuss nun die Gelegenheit, sein Projekt vorzustellen. Bereits vor sechs Jahren habe er die Idee gehabt, es sei ihm sogar eine Förderfähigkeit durch Leader beschienen worden. „Doch dann kamen Corona und die Flut“, so Starkel. Nun will er mit dem Pilotprojekt in Bad Münstereifel starten und bei Erfolg ein regionales Automatennetzwerk aufbauen. Angebote von anderen Städten habe er bereits. Denkbar seien auch digitale Biergärten, die aus einer Kombination aus Automaten und festlich geschmückten Sitzgelegenheiten bestehen.

Regionale Produkte soll es rund um die Uhr geben

Im Eifelmat sollen regionale Produkte angeboten werden, die rund um die Uhr verfügbar sind. Starkel erhofft sich durch die Verkaufsstellen eine gewisse Belebung der Stadt auch außerhalb der Öffnungszeiten des City Outlets. Wie er nach der Sitzung mitteilt, präferiert er den Standort nahe dem Orchheimer Tor.

Norbert Lindemann (AfD) nannte gleich zwei Gründe, die für seine Fraktion gegen die Aufstellung sprechen: Zum einen soll kein Präzedenzfall für weitere Automaten, beispielsweise für Kleidung, geschaffen werden, zum anderen die derzeit grassierende Vandalismus-Welle. „An der Stelle ist es düster, und es liegt außerhalb der Stadt“, so Lindemann. Die Haftung, so sagte es Starkel, liege aber beim Betreiber, also bei ihm.

UWV gegen Aufstellung in Kernstadt von Bad Münstereifel

Die UWV fand das grundlegende Konzept gut, lehnte die Aufstellung in der Kernstadt aber ab, weil auch sie Wildwuchs befürchtet, wie Kurt Ostermann erklärte. „Wir finden es sinnvoll, wenn Automaten auf den Dörfern aufgestellt werden.“ In der Kernstadt gebe es im Norden und Süden Supermärkte, auf den Dörfern fehle aber die direkte Nahversorgung. Von digitalen Biergärten hält er wiederum nichts. „Dann haben wir Kirmes“, so Ostermann.

Eine direkte Konkurrenz zu Nahversorgern sah Tenzin Naktsang (SPD) allerdings nicht. „Ich habe eine andere Perspektive und sehe die Automaten als sinnvolle Ergänzung, nicht als Ersatz.“

Die CDU wolle dem Projekt eine Chance geben. „Herr Starkel kann dann schauen, ob er mit dem Umsatz zufrieden ist“, sagte Martin Mehrens. Ein Wildwuchs sei nicht zu befürchten, weil jeder Automat als Einzelfallentscheidung durch den Ausschuss müsse. Sein Parteifreund Florian Hammes ergänzte, dass der Ausschuss den wirtschaftlichen Aspekt nicht zu beleuchten habe, da die Stadt nicht das Risiko trage. Zu entscheiden habe man aber, ob man die Grundstücke verpachten wolle. Angesichts der Einnahmen und auch der Qualität der Produkte im Eifelmat sei das Projekt ein Mehrwert für die Stadt.