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„Was will man mehr?“Bei der Kostümsitzung zog die Prinzengarde Zülpich sämtliche Register

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Die Gruppe Kölsch Hännes´chen tritt auf einer Bühne auf.

Der Auftritt der Gruppe Kölsch Hännes'chen führte das jecke Publikum in die Welt des Kölner Puppentheaters und bestach durch die Kostüme und die gut gespielten Rollen der Akteure.

Neben der Auftritte der Garde aus Zülpich und des „Brudercorps“ aus Hoven traten auch die Jungband „Zesamm“ und das „Klimpermännchen“ auf.

Mit der Kostümsitzung der Prinzengarde Zülpich im Forum drehte die Karnevalssession 2025/2026 richtig auf. Neben den traditionellen und immer wieder beeindruckenden Auftritten der Garde aus Zülpich und des „Brudercorps“ aus Hoven war diesmal auch eine Jungband mit am Start, „Zesamm“.

Die fünf jungen Herren sorgten für großartige Stimmung mit modernisierten Versionen bekannter Karnevalslieder und eigenen Stücken in bester kölscher Tradition: Eingängige Texte und gut gemachter Pop-Rock, der zum Mitsingen und Mitbewegen anregt, sind ihr Markenzeichen. Eine Band mit Zukunft im Karneval.

Thomas Cüpper trägt Anzug und Hut und hat ein Akkordeon vor die Brust geschnallt.

Karnevalsurgestein Thomas Cüpper als „Klimpermännchen“

Das Publikum im ausverkauften Saal begeisterte sich auch für die witzigen Beiträge der Büttenredner. Etwa von „Dä Nubbel“ alias Michael Hehn, vom „Knubbelisch“ alias Ralf Knoblich oder vom Kölner Urgestein „Klimpermännchen“ alias Thomas Cüpper, der mit einem Medley von Karnevalsliedern den Saal in Schwingung vorsetzte.

Echte Gassenhauer

Ein Akkordeon reichte dem Saal fürs engagierte Mitsingen. Lieder wie „Mer schenke der Ahl e paar Blömcher“ oder „Einmal am Rhein“ schaffen es immer noch, die Narrenherzen höher schlagen zu lassen.

Mit sehr viel Ausstrahlung und guter Performance präsentierte sich die Damengruppe der Hovener Jungkarnevalisten. Ihr herzliches Lächeln und der Schwung, den sie auf die Bühne brachten, wirkten mitreißend. Und auch die in die Jahre gekommene Prinzengarde des Vereins brachte einen respektablen Tanz auf die Bühne mit einer hübschen Choreografie. Die Besucher honorierten die Altersleistung mit tosendem Applaus.

Prinz Tobias I. (Esser) hatte offensichtlich ebenfalls seinen Spaß an dieser bunten und an Höhepunkten reichen Kostümsitzung. Stolz erzählte er: „Ich bin der Achte meiner Familie, der Karnevalsprinz geworden ist. Wie mein Vater mit 42 Jahren.“ Er füllte die Rolle am Abend mit Können und echtem Herzblut aus.

„Kölsch Hännes'chen“ spielten ein besonderes Puppentheater

Einen ganz besonderen Auftritt brachte die Gruppe „Kölsch Hännes'chen“ auf die Bühne. In Kostümen passend zum Anfang des letzten Jahrhunderts repräsentierte die Gruppe Figuren aus dem Hännes'chen-Puppentheater und aus kölschen Liedern. Jeder Tänzer und jede Tänzerin spielte den Charakter der Traditionsfigur. Man wusste gar nicht, wo man hinschauen sollte.

Ob das Hännes'chen selbst oder Schmitze Billa – jeder Darsteller war ein Unikum. Die Tanzgruppe faszinierte nicht nur durch besondere Akrobatik, sondern auch durch ihre Verkörperung kölscher Originale. Es war ein Vergnügen für die Augen und ein spannendes Wimmelbild für Heimatverbundene.

Seinen Abschluss fand die Kostümsitzung mit der Band „Kelz Boys“. Die sechs Jungs setzten mit ihren schwungvollen Mundartsongs einen echt kölschen Schlusspunkt unter einen gelungenen Abend. Unter der Moderation des Vorstandes, bestehend aus Horst Wachendorf, Simon Deuster und Torsten Zielke, war die Kostümsitzung ein vergnüglicher und karnevalsgerechter Höhepunkt der Session.

Wie der erste Vorsitzende der Prinzengarde, Horst Wachendorf, feststellte, war auch das Publikum wieder einzigartig. Und der zweite Vorsitzende, Simon Deuster, fasste zufrieden zusammen: „Gute Stimmung! Was will man mehr?“