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Bokk trifft in der OvertimeKölner Haie besiegen die Eisbären mit 4:3 und gleichen die Serie aus

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Dominik Bokk setzt zum Schuss an.

Diese Szene entschied das Spiel: Dominik Bock schoss die Kölner Haie in der Overtime zum Sieg gegen Berlin.

Im dramatischen und hochklassigen Spiel vier des Playoff-Halbfinals der DEL gleichen die Kölner Haie in der ausverkauften Lanxess-Arena in der Serie gegen Berlin auf 2:2 aus.

Das Playoff-Duell der Kölner Haie mit den Eisbären Berlin hat den Zuschauern in der mit 18.600 Fans ausverkauften Lanxess-Arena am Mittwoch alles geboten, was ein Spitzenspiel ausmacht. Es war schnell, hochklassig und dramatisch, ein Kampf auf Augenhöhe – mit einem hocherfreulichen Ende für den KEC.

Dank eines Treffers von Dominik Bokk in der 18. Minute der Verlängerung besiegten die Haie den Titelverteidiger mit 4:3 (1:1, 2:1, 0:1, 1:0) und glichen in der Serie „Best of 7“ auf 2:2 aus. Spiel fünf des Halbfinals findet am Freitag (19.30 Uhr) in Berlin statt.

Kölner Haie schlagen Eisbären Berlin

„Es war ein wichtiger Sieg für uns, aber noch wichtiger ist, dass das Team in der Serie gewachsen ist. Wir genießen es. Die Atmosphäre hier ist immer super“, sagte Haie-Trainer Kari Jalonen. Gamewinner Bokk, der beste Haie-Stürmer des Abends war und nun auf insgesamt fünf Playoff-Treffer kommt, meinte: „Ich freue mich sehr, es war sehr intensiv. Ich hatte bei dem Tor ein bisschen Platz, zum Glück ging der Schuss rein.“

In den vorigen drei Duellen mit Berlin waren die Haie stets zuerst in Rückstand geraten, diesmal gingen sie schon nach 42 Sekunden in Führung. Bokk brachte den Puck ins Angriffsdrittel, Storm nahm ihn auf – und überwand Berlins Goalie Jake Hildebrand mit einem Schuss ins lange Eck. Die Haie hatten diverse Möglichkeiten nachzulegen, waren in der Anfangsphase sehr dominant. Sie spielten auch ein starkes erstes Powerplay, in dem sie Hildebrand unter Dauerbeschuss nahmen, ohne jedoch zu treffen.

Kurz darauf kassierte Maxi Kammerer die erste Kölner Strafe. In Überzahl schlug Eisbären-Topscorer Ty Ronning zu (14.) - 1:1. Im zweiten Abschnitt nahm das Spiel Fahrt auf, die Angriffe wogten spektakulär hin und her. Nach 20 Sekunden erzielte Kai Wissmann das 2:1 für die Eisbären, nachdem die Kölner den Puck in der eigenen Zone verloren hatten.

Die Haie behielten einen kühlen Kopf, störten den Berliner Spielaufbau mit hartem Forechecking – und mit Erfolg. Drei Minuten nach der Eisbären-Führung glich der KEC aus: Tanner Kero war nach Zusammenspiel mit Gregor MacLeod erfolgreich – 2:2. Die Haie hielten die offensiv-aggressive Linie, und Bokk schoss den KEC in Führung, nachdem die Eisbären die Scheibe in ihrer Zone verloren hatten: 3:2. Eisbären-Goalie Hildebrand, der im Spagat hatte abwehren wollen, verletzte sich dabei, ging gestützt vom Eis und wurde durch Jonas Stettmer ersetzt (33.).

„Es ist wichtig, dass wir den Schwung mitnehmen ins dritte Drittel“, sagte Haie-Co-Trainer Manuel Kofler in der Pause, nach deren Ende KEC-Keeper Janne Juvonen sofort glänzte, als er einen Schuss von Andreas Eder stark parierte. Das Spiel war nicht mehr so chancenreich, blieb aber intensiv. MacLeod tauchte in der 50. Minute vor Stettmer auf – und vergab. Bald erspielte sich Berlin Vorteile. Nachdem Juhani Tyrväinen eine Strafe kassiert hatte, legten die Eisbären eine hervorragende Überzahl aufs Eis, in der Liam Kirk das 3:3 erzielte (52.).

Es blieb aufregend – und ging in die ebenso dramatische Overtime, die in den Playoffs in ganzen Dritteln mit  fünf gegen fünf gespielt wird. Bokk erlöste die Haie, indem er den Puck nach einer Einzelaktion unhaltbar ins lange Eck schoss.

Kölner Haie: Juvonen – Kaski, Austin – Kemiläinen, Vittasmäki – Müller, Sennhenn – Glötzl – Schnarr, MacLeod, Kero – Bokk, Aubry, Storm – Niedenz, Tyrväinen, Kammerer – Münzenberger, van Calster, Uher. – Zuschauer: 18.600 (ausverkauft). – Schiedsrichter: Schrader, Ansons. – Strafminuten: Köln 8/Berlin 6. – Tore: 1:0 Storm (0:42 Minuten), 1:1 Ronning (13:40), 1:2 Wissmann (20:20), 2:2 MacLeod (23:31), 3:2 Bokk (32:05), 3:3 Kirk (51:48), 4:3 Bokk (77:37).