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Europaweite CyberangriffeSupermarkt-Kühlungen in NRW manipuliert

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In der ICA-Filiale „Baronen“ in der Odengatan sind die Tiefkühlschränke ohne Strom. Erneut haben Cyberkriminelle Kühlanlagen in europäischen Supermärkten angegriffen. Die Angreifer sorgten unter anderem in Schweden dafür, dass Kühlschränke und Tiefkühltruhen wärmer wurden.

In der ICA-Filiale „Baronen“ in der Odengatan sind die Tiefkühlschränke ohne Strom. Erneut haben Cyberkriminelle Kühlanlagen in europäischen Supermärkten angegriffen. Die Angreifer sorgten unter anderem in Schweden dafür, dass Kühlschränke und Tiefkühltruhen wärmer wurden.

Cyberangriffe auf Kühlsysteme haben jetzt auch Supermärkte in NRW getroffen.

Leere Regale, volle Mülltüten mit Lebensmitteln. Durch einen Hackerangriff auf Kühlsysteme sind jetzt auch Supermärkte in Nordrhein-Westfalen betroffen, darunter CAP Märkte in Wuppertal und Edeka in Borken. Das berichtet unter anderem der WDR.

„Liebe Kundinnen und Kunden, leider hat ein externer Zugriff am Wochenende dazu geführt, dass unsere Tiefkühl- und Kühlanlagen heute vormittag zu warm waren. Alle Artikel mussten und müssen nun entsorgt werden. Wir bitten die vorübergehenden Unannehmlichkeiten zu entschuldigen. Wir arbeiten emsig an der Neubefüllung“, schrieb der CAP-Markt auf Facebook und postete dazu Fotos der leer geräumten Regale und Tiefkühltruhen.

Cyberangriffe auf Gefrier- und Kühlanlagen

Von Skandinavien bis Sizilien hatten zuvor bereits zahlreiche Länder in Europa Cyberangriffe auf Gefrier- und Kühlanlagen in Supermärkten gemeldet. Neben Schweden, Belgien, Estland, Finnland und Luxemburg gaben am Montag (2. November) auch Italien, Irland, die Niederlande und Portugal Attacken bekannt, bei denen die Kühlfunktionen ausgeschaltet werden und die Temperaturen in der Folge ansteigen. Vor drei Wochen hatte es bereits einen massiven Cyberangriff auf Kühlanlagen von Supermärkten in Frankreich gegeben. Die EU-Kommission zeigte sich besorgt.

Hinweise auf die Täter und deren Motive wurden zunächst nicht bekannt. Viele Märkte mussten große Mengen Lebensmittel entsorgen.

Eine Filiale der schwedischen Supermarktkette Ica in Sjöbo schrieb im Onlinedienst Facebook, ihre Kühl- und Gefrierschränke seien gehackt und die Temperatur auf 50 Grad Celsius gestellt worden.

In Belgien waren Gefrier- und Kühlanlagen der Supermarktketten Delhaize, Carrefour, Colruyt, Intermarche und Spar betroffen. Wie die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtete, handelte es sich um dasselbe Vorgehen wie bei dem Cyberangriff auf hunderte Supermärkte in Frankreich vor drei Wochen.

Am 12. Oktober waren dort in hunderten Filialen der Supermarktketten Intermarché und Coopérative U die Kühlanlagen lahmgelegt worden. Sämtliche gekühlten und gefrorenen Waren mussten vernichtet werden. Zu den Attacken bekannte sich niemand.

Der Angriff in Belgien begann gegen Mitternacht, wie Belga den Vorstandschef des Kühlanlageninstallateurs Sabcobel, Stephan Moelans, zitierte. Demnach waren insgesamt rund 20 Kühleinheiten des Unternehmens betroffen. Den Angaben zufolge schalteten die Angreifer die Anlagen in den Abtau-Modus.

Carrefour: „Es handelt sich um einen Cyberangriff, es gibt keinen anderen Grund“

Ein Carrefour-Sprecher bestätigte der Nachrichtenagentur AFP, rund 15 Filialen der Kette in Belgien seien Ziel eines Cyberangriffs geworden. „Es handelt sich um einen Cyberangriff, es gibt keinen anderen Grund“, sagte Carrefour-Sprecher Mich Vergauwen AFP. Auch Ikea Belgien meldete, dass eine Filiale in Mons von einem Angriff betroffen gewesen sei, der die Temperatur in den Tiefkühlschränken in den frühen Morgenstunden plötzlich ansteigen ließ.

Die schwedische Supermarktkette Ica erklärte, eine „begrenzte Zahl“ an Filialen sei betroffen. Coop teilte mit, sechs seiner 800 Standorte in Schweden hätten Probleme mit Kühl- und Gefrierschränken gehabt und deswegen Lebensmittel wegwerfen müssen.

Eine Besucherin betritt einen Supermarkt des französischen Einzelhandelskonzerns Carrefour.

Eine Besucherin betritt einen Supermarkt des französischen Einzelhandelskonzerns Carrefour.

Später teilte die Kette Delhaize mit, dass auch vier ihrer Geschäfte in Luxemburg betroffen seien. In Finnland wurden derweil in mehreren kleineren Lebensmittelläden, die zur Kesko-Gruppe gehören, ungewöhnliche Temperaturen in Kühlanlagen festgestellt. Ein Kesko-Sprecher sagte AFP, eine Störung über das Netzwerk werde „nicht ausgeschlossen“.

Auch die finnische Verkehrs- und Kommunikationsbehörde Traficom wollte Cyberangriffe als Ursache nicht ausschließen. „Wir haben das in den letzten Monaten in Europa beobachtet, daher war zu erwarten, dass es sich über Frankreich hinaus auf andere Länder ausbreiten würde“, sagte ein Traficom-Sprecher.

In Estland war laut dem öffentlich-rechtlichen Sender ERR mindestens ein Supermarkt von einem Cyberangriff betroffen, welcher die Temperatur in den Kühlschränken auf 50 Grad ansteigen ließ. Laut dem Kühlschrank-Hersteller und -Vertreiber Kitman Coldtech handelt es sich bei den betroffenen Geräten sowohl in Frankreich als auch in Finnland um ältere Modelle.

Wiederholte Auftreten dieser Cyberangriffe „zutiefst besorgniserregend“

In Italien waren Medienberichten zufolge mindestens vier Coop-Supermärkte in Sizilien betroffen, ebenso wie ein Restaurantunternehmen in der Toskana, wie die nationale Behörde für Cybersicherheit mitteilte. „Es handelt sich um einen Angriff auf unser Fernsteuerungssystem für die Tiefkühlregale. In einigen Fällen konnten wir die Probleme beheben“, erklärte Giuseppe Spadaro, Geschäftsführer der Gruppe Radenza, die die Coop-Märkte betreibt, laut der Nachrichtenagentur Ansa.

EU-Agrarkommissar Christophe Hansen sprach mit Blick auf die Vorfälle von einem „bewussten Versuch, unsere Lebensmittelkette zu unterbrechen und das Vertrauen der Verbraucher in sie zu untergraben“. Das wiederholte Auftreten dieser Cyberangriffe sei „zutiefst besorgniserregend“. Die Angriffe würden „sehr ernst“ genommen, erklärte Hansen weiter. Gleichwohl sei die Lebensmittelsicherheit in Europa derzeit nicht gefährdet. (AFP/red)