Heilfasten, Fastenwandern, Wasserfasten… solche und weitere Angebote verlangen nach einer Gebrauchsanweisung: „So macht man es richtig.“
Wort zum SonntagFastenzeit – Zeit des Handelns

In der Fastenzeit verzichten viele auf Genussmittel oder alltägliche Annehmlichkeiten.
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Gerne gestehe ich diesen und anderen Formen zu, dass sie, richtig angewendet, hilfreich sein können. Unsere muslimischen Freunde begehen gleichzeitig zur christlichen Fastenzeit den Ramadan, ebenfalls mit klaren Vorgaben.
Die Fesseln des Unrechts lösen
Eine biblische Gebrauchsanweisung für ein Fasten, „wie ich (der Herr) es wünsche“ finden wir im Buch Jesaja. Hier steht nicht der Verzicht, sondern das Handeln im Vordergrund: „Die Fesseln des Unrechts zu lösen… Unterdrückte freizulassen…dem Hungrigen dein Brot zu brechen, obdachlose Arme ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich nicht deiner Verwandtschaft zu entziehen…“ (Jes 58,6f.).
Übersetzt in die Gegenwart: Der Einsatz für Recht und Freiheit beginnt im alltäglichen Umgang mit meinem Gegenüber, in dem ich Not wahrnehme und an den Stellen, wo es möglich ist, helfend unterstütze. Dazu gehört auch das persönliche Umfeld, die Familie oder der Verwandten- und Freundeskreis. Die wenigen biblischen Aspekte wollen als Beispiele verstanden wissen, die ich selber in meinem Alltag konkretisieren kann.
Übrigens, die Heilige Schrift betont: Weder Zank und Streit sind angebracht, noch ein (zur Schau gestellter) herabhängender Kopf. Meines Erachtens ist es umgekehrt: Das Fasten soll mit einer Wertschätzung meiner Umgebung verbunden sein, und, warum nicht auch mit ein wenig Humor? Die Heilige Teresa von Avila bringt unsere Gebrauchsanweisung aus meiner Sicht auf den Punkt: „Wenn Fasten, dann Fasten, wenn Rebhuhn, dann Rebhuhn.“
