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Kommentar

Wort zum Sonntag
Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser

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Rothirsche (Cervus elaphus) stehen auf einer Weide vom Gut Hirschaue im östlichen Brandenburg nahe Beeskow.

Rothirsche (Cervus elaphus) stehen auf einer Weide vom Gut Hirschaue im östlichen Brandenburg nahe Beeskow.

Finde ich die Quellen, die mir das geben, was ich zum Leben brauche? Das ist eine große Frage. Auch eine geistliche. Tiere machen das gut.

Das „Tier des Jahres 2026“ ist der Hirsch, der Rothirsch, bekannt dafür, dass er sehr genau weiß, wo er findet, was er zum Leben braucht: frische Quellen mit gutem Wasser, Wiesen mit reicher Nahrung.

Auch ein Grund, warum es das Tier bis in die Bibel geschafft hat. „Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so ruft meine Seele, Gott nach dir“ (Psalm 42, Vers 2). Der Psalm ist ein Gebet für Menschen, die sich fremd fühlen und Heimat suchen.

Doch der Rothirsch, der „König der Wälder“, ist bedroht, weil sein Lebensraum immer kleiner wird. „Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser…“ – und es eben auch findet. Und ich? Was mache ich, um meinem unruhigen und hungrigen inneren Geist Nahrung zu geben? Medienkonsum, Einkaufen … Aber tut das der Seele wirklich gut?

Was mir gut tut, ist ein Essen beim Italiener um die Ecke mit meiner Frau. Ein Abend mit meinem besten Freund, an dem wir bereden, was uns umtreibt, und dabei Fußball gucken. Gemeinsame Zeit mit meinen beiden Töchtern im Café in Köln. Ein Gottesdienst in meiner Gemeinde, in dem ich zur Ruhe komme.

Ich spüre: Gute Quellen haben etwas mit Gemeinschaft zu tun. Der Mensch ist eben auch ein „Rudeltier“, wie der Hirsch. Aber ich weiche zu oft aus, lasse mich ablenken. Suche Quellen, die auf Dauer nicht sattmachen.

Doch 2026 kann ein gutes Jahr werden, wenn ich der Sehnsucht nach Trost, Glauben und Vertrauen mehr Raum gebe: „Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so ruft meine Seele, Gott, nach dir.“