Im Kürtener Sozialausschuss wird über die künftige Vertretung der Kürtener Senioren entschieden
Ältere GenerationDie Zukunft des Kürtener Seniorenbeirats

Das war 2020 nach der Beiratswahl: Renate Voßwinkel und Peter Dahl
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150 Senioren und Seniorinnen aus der Gemeinde Kürten haben sich an einer Unterschriftensammlung beteiligt, die sich für den Erhalt des Seniorenbeirats einsetzt. Initiiert hat sie Josef Hemrich, Mitglied des im Frühjahr aufgelösten Beirats und Geschäftsführer des Vereins „Seniorensport Kürten“.
„An mich werden immer wieder Bitten herangetragen, dass es den Beirat weiter geben solle“, sagt er. Die älteren Mitbürger würden sich durch die Gemeinde nicht vertreten fühlen, das Interesse an einer Fortführung der Aktivitäten wie etwa ein Kennenlerncafé („Speeddating“) für Menschen ab 60, IT-Schulungen und Auffrischungskurse bei Fahrschulen sei hoch.
Veranstaltungen gefährdet
Hintergrund: Als zur Kommunalwahl im vergangenen Herbst ein neuer Beirat gewählt werden sollte, hätten sieben Bewerber vorhanden sein müssen. Es waren aber nur fünf, zu wenig, um die Vorgaben der Satzung zu erfüllen. Großes Bedauern „Viele in der Gemeinde bedauern, dass es den Beirat nicht mehr gibt.“ Auch die Fortführung des sehr beliebten Adventscafés sei nicht gesichert, sagt Hemrich.
Nachdem sich die Politik für die Auflösung des Beirats entschieden habe, habe der Beirat umgehend Laptop und andere Dinge abgeben müssen, die Verwaltung habe sich auch gegen eine Teilnahme des Beirats an der Sitzung des Kreisseniorenbeirats ausgesprochen, aus dem Schaukasten am Bürgerhaus seien Informationen des Beirats entfernt worden, klagt Hemrich.
Kosten der Beiratswahl
Im Frühjahr habe der alte Beirat sieben Kandidatinnen und Kandidaten benannt, die Politik hätte daraus auch, so Hemrich, fünf Mitglieder auswählen können. Dann wäre eine Beiratswahl nicht erforderlich geworden. Statt des Beirats plädiert die Verwaltung für die Einsetzung eines einzelnen Seniorenvertreters. Interessenten könnten sich dafür bei der Verwaltung melden, der Rat soll eine Entscheidung treffen.
Am kommenden Mittwoch entscheidet der Sozialausschuss darüber, die Verwaltung empfiehlt den Politikern, die Variante eines Einzelvertreters zu wählen. Eine Beiratswahl würde 20.000 Euro kosten, die Strukturen seien in einem Beirat aufwendig, die Flexibilität gering. Ein Seniorenvertreter könne schneller agieren, und auch die Zuständigkeiten seien deutlicher strukturiert.
Bekannt aus Overath
Aus der Stadt Overath kennt Bürgermeister Mario Bredow das Prinzip eines ehrenamtlich tätigen Interessensvertreters für Senioren. In Kürten soll dieser nach einer öffentlichen Ausschreibung und politischen Auswahl in sein Amt eingeführt werden, auf zunächst zwei Jahre.
„Ich habe mit dem Beiratsthema abgeschlossen“, erklärt der bisherige Vorsitzende Peter Dahl. Den Weg, den die Verwaltung beschreiten möchte, lehnt er ab. Bei entsprechendem Willen wäre auch ein Beirat mit fünf Mitgliedern möglich gewesen, meint er. Dafür hätte nur der Text der Satzung geändert werden müssen, sagt auch er. Die Kritik aus dem Rathaus, der Beirat sei bei seinen Aktivitäten zu schwerfällig, weist er zurück.
Statt des Beirats engagiere er sich jetzt auf anderen Feldern ehrenamtlich. „Ich bin zum Beispiel beim Bürgerbus aktiv.“ Josef Hemrich wird am Mittwoch die Ausschusssitzung besuchen. Zur Beratung möchte er sich aus dem Publikum zu Wort melden. Ausschussmitglied ist Hemrich nicht mehr.
