Wirre Pressekonferenzen sind bei Donald Trump keine Seltenheit. Nun sorgte der US-Präsident erneut für Zweifel an seiner Verfasstheit.
„Selbst für seine Verhältnisse bizarr“Trump sorgt mit Marathon-Auftritt für neue Zweifel an Geisteszustand

US-Präsident Donald Trump spricht während eines Pressebriefings im Weißen Haus in Washington. (Archivbild)
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Kurz vor seinem Abflug zum Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos hat US-Präsident Donald Trump mit einer Marathon-Pressekonferenz in den USA für Aufsehen gesorgt. Fast zwei Stunden lang lobte sich der US-Präsident vor Reportern selbst für seine angeblichen Erfolge seit seinem erneuten Amtsantritt und wechselte dabei mitunter sprunghaft zwischen Themen wie Migration oder der Zukunft der Vereinten Nationen hin und her.
„Es war eine unglaubliche Zeit“, erklärte Trump mit Blick auf seine bisherige Amtszeit. Auch sein Anspruch auf die dänische Arktisinsel Grönland, der zuletzt für Streit zwischen den USA und Europa gesorgt hatte, wurde Thema.
Donald Trump über Grönland: „Das werden Sie schon sehen“
„Wenn ich mit ihnen spreche, werden sie sicher begeistert sein“, erklärte Trump mit Blick auf die Bewohner der Insel, die sich den USA bisher nicht anschließen wollen. Auf die Frage, wie weit er zu gehen bereit sei, um sich Grönland zu sichern, blieb Trump im Ungefähren. „Das werden Sie schon sehen“, erklärte der US-Präsident, der auch militärische Gewalt zuletzt nicht ausgeschlossen hatte.
Im Fokus der US-Medien und Öffentlichkeit stand aber erneut der mitunter wirr wirkende Auftritt des US-Präsidenten. So sprach etwa der CNN-Moderator Jake Tapper von einem „beunruhigenden“ und „zusammenhangslosen“ Auftritt Trumps.
US-Medien sehen „beunruhigenden“ Auftritt von Donald Trump
„All seine Anhänger, die nach einer Bestätigung dafür suchen, dass der Trump, der um 1 Uhr morgens wilde Social-Media-Beiträge veröffentlicht, nicht derselbe Trump ist, der im Weißen Haus sitzt – nun, sie wurden wahrscheinlich nicht beruhigt“, hieß es weiter in süffisantem Tonfall von Tapper.
Mit Stephanie Grisham meldete sich derweil auch eine alte Weggefährtin des US-Präsidenten zu Wort. Während Trumps erster Präsidentschaft war Grisham neun Monate lang als Pressesprecherin für das Weiße Haus tätig. Nun meldet die Ex-Mitarbeiterin öffentlich Zweifel am Geisteszustand des 79-jährigen Republikaners an.
„Diese Pressekonferenz ist selbst für seine Verhältnisse bizarr“
„Diese Pressekonferenz ist selbst für seine Verhältnisse bizarr“, schrieb Grisham am Dienstag auf der Plattform X. Trump liefere zwar seine üblichen „wirren, vom Thema abweichenden Geschichten, Halbwahrheiten, Lügen und ‚Ich habe alles in Ordnung gebracht – so etwas hat noch niemand gesehen‘-Erzählungen“, wirke dabei aber auffällig „energielos“, so Grisham. „Es fühlt sich an, als würde er geistig nachlassen“, schrieb die Ex-Pressesprecherin weiter und forderte die US-Politik zum Handeln auf. „Kongress – wacht endlich auf! Bitte“, hieß es von Grisham.
Bereits in der Vergangenheit hatte Trump mit wirren Auftritten für Zweifel an seinem Gesundheitszustand gesorgt. Zudem machte der US-Präsident bei mehreren öffentlichen Terminen, den Eindruck, eingeschlafen zu sein. Auch diese Vorfälle hatten für Aufsehen in den USA gesorgt, vor allem weil Trump seinen Amtsvorgänger Joe Biden stets für dessen Verfassung attackiert und als „Sleepy Joe“ („schläfriger Joe“) verunglimpft hatte.
Immer wieder Zweifel am Geisteszustand des US-Präsidenten
Zweifel an Trumps Geisteszustand wurden bei den Demokraten in dieser Woche unterdessen bereits vor der Pressekonferenz am Dienstag laut – und zwar mit Blick auf den Grönland-Kurs des US-Präsidenten.
„Das ist das Verhalten eines verrückten Königs oder eines Kleinkindes, nicht das eines US-Präsidenten“, kritisierte etwa der demokratische Abgeordnete Don Beyer auf der Plattform X mit Blick auf einen Brief des US-Präsidenten, den Trump in dieser Woche an den norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre geschickt hatte.
„Trumps bizarres Verhalten gefährdet unsere Sicherheit“
Er sehe sich „nicht länger verpflichtet, ausschließlich an den Frieden zu denken“, hatte Trump darin mit Blick auf Grönland erklärt und Norwegen vorgeworfen, ihm den Friedensnobelpreis vorenthalten zu haben. Auch Beyer forderte deshalb mehr Gegenwehr im US-Kongress.
„Trumps bizarres und unberechenbares Verhalten gefährdet unsere Sicherheit, und es ist längst überfällig, dass die Republikaner im Kongress ihm die Stirn bieten“, hieß es von Beyer. „Diese gefährliche Dummheit muss aufhören“, fügte der Demokrat an.

