Motto „Sein und Schein“Was der Tag des offenen Denkmals in NRW bietet

Die Brückentürme von Remagen
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Remagen – Seit mehr als 76 Jahren ist die Brücke von Remagen, beziehungsweise ihre Türme zu beiden Seiten des Rheins, ein Symbol des Friedens. Weil es der deutschen Wehrmacht nicht gelang, die Brücke vor den heranrückenden amerikanischen Truppen am 7. März 1945 zu sprengen, fand der Zweite Weltkrieg ein schnelleres Ende. Diese Eroberung ging als das „Wunder von Remagen„ in die Annalen der Kriegsgeschichte ein. General Eisenhower soll ausgerufen haben: „Die Brücke ist ihr Gewicht in Gold wert“. Zehn Tage nach dem Vormarsch der Amerikaner, stürzte die Ludendorff-Brücke dann doch unter der hohen Belastung ein. 28 amerikanische Soldaten starben. Noch heute zählt für viele Amerikaner ein Besuch der „Bridge of Remagen“ zu den Sehenswürdigkeiten eines Deutschlandbesuchs.

Die Brückentürme beherbergen seit mehr als 40 Jahren ein Friedensmuseum.
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Seit März 1980 sind die Türme auf Remagener Gebiet Sitz eines Friedensmuseums mit bislang rund 800 000 Besuchern. Eindrucksvoll wird darin an den Bau der Brücke während des Ersten Weltkrieges, die Eroberung und die schweren Kämpfe im Brückenkopf erinnert, zudem dokumentiert das Museum die weltweit mehr als 200 Kriege seit 1945. Nach einer mehr als zweijährigen Schließung ist das Museum erst seit wenigen Tagen wieder geöffnet und nimmt am Sonntag von 10 bis 17.30 Uhr am Tag des offenen Denkmals teil.
570 Orte machen alleine in NRW mit
Bei dem bundesweiten Aktionstag laden allein in NRW 570 Orte bei freiem Eintritt zum Besuch ein. Darunter sind zahlreiche Kirchen, Schlösser und Parks, aber auch Wohnhäuser, Industriedenkmäler oder öffentliche Gebäude. Häufig gibt es Führungen.
Bundesweit organisiert wird der Tag seit 1993 von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Bonn. Er soll auf die Bedeutung von Denkmalpflege in Deutschland aufmerksam machen. Themenschwerpunkt sind in diesem Jahr unter dem Motto „Sein und Schein“ optische Täuschungen durch Malerei oder Architektur.
Das komplette Programm
www.tag-des-offenen-denkmals.de
In fast allen Regionen Nordrhein-Westfalens sind morgen offene Denkmäler zu besichtigen. So können etwa in Oberhausen Besucher eine private Gartenanlage besichtigen, die 1936 am Wohnhaus des Warenhaus-Direktors Leo Coeppicus angelegt wurde. In Düsseldorf ist ein Reihenendhaus der sogenannten D-Zug-Arbeitersiedlung zu besichtigen, die zwischen 1929-30 errichtet wurde. In Dormagen kann ein Luftschutzbunker aus dem Jahr 1944 betreten werden, der mit Ziegelsteinen verkleidet wurde und in Zons die Historische Windmühle aus dem 14. Jahrhundert.
In Jülich kann die imposante 90000 Quadratmeter große Renaissancefestung Zitadelle besichtigt werden. Restplätze . Besichtigt werden können die Wälle und Kasematten, die Schlosskapelle, das Info-Zentrum zur Römerstraße „Via Belgica“ und das Pulvermagazin mit der aktuellen Ausstellung „Die Jagd - Ein Schatz an Motiven“. Anmeldung norwendig. Restplätze können vor Ort am Info-Pavillon gebucht werden.
In Erkelenz kann der Duissernerhof aus dem Jahr 1763 besichtigt werden. Der Hof ist laut Stiftung wegen des Tagbaus Garzweiler II akut von Enteignung und Zerstörung bedroht.(kmü)
