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Die Beeren sind losSo schmecken die roten Früchte am besten

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Von Beeren kann es auf einer Torte nicht zu viele geben: Wie bei dieser Pavlova-Torte mit Erd-, Him-, Johannis- und Blaubeeren.

Selbst gepflückte Erdbeeren vom Feld, Johannisbeeren aus dem eigenen Garten oder ganz einfach eine Schale Himbeeren aus dem Supermarkt: Im Sommer sind frische Beeren überall zu bekommen. Und sie sollten in keiner Küche fehlen – ob zum Frühstück, im Kuchen oder als kühle Erfrischung zwischendurch.

Kochbuchautorin Christin Geweke schätzt Beeren, weil fast jeder sie mag und es so viele Verwendungsmöglichkeiten gibt: „Viele Rezepte erinnern mich auch an meine Kindheit: Sowohl meine Oma als auch meine Mutter haben einen großen Garten, in dem im Sommer frische Erdbeeren, Himbeeren und Stachelbeeren wachsen.“

Leckeres Eis mit nur zwei Zutaten: Für die „Niceream“ mixt man gefrorene Bananen und gefrorene Himbeeren.

Am liebsten pur und unverarbeitet

Beeren-Wissen

Jostabeeren sind eine Kreuzung aus schwarzer Johannisbeere und Stachelbeere. Ihre dunkelvioletten bis blauschwarzen Früchte sind allerdings größer und aromatischer als die von Johannisbeeren. Geschmacklich liegt die Jostabeere zwischen dem leicht säuerlich-süßen Aroma der Stachelbeere und dem herb-süßen Aroma der schwarzen Johannisbeere. Frische Jostabeeren eignen sich sehr gut als Snack für zwischendurch. Man kann sie aber auch ins Müsli oder zu Desserts geben, zum Beispiel zu Eis oder Joghurt. Aufgrund des hohen Pektingehalts lassen sich die Beeren problemlos zu Konfitüre oder Gelee verarbeiten. Wer die frischen Jostabeeren nicht sofort essen oder verarbeiten kann, lagert sie am besten im Kühlschrank. Etwa drei Tage bleiben sie so frisch.

Himbeeren sind lecker – aber furchtbar empfindlich. Wer mehr Früchte zu Hause hat, als er essen kann, sollte sie deshalb einfrieren. Damit aus den Beeren kein großer Klumpen wird, muss man sich etwas Arbeit machen: Die Früchte am besten einzeln auf einen Teller setzen und in den Tiefkühler stellen. Sobald sie durchgefroren sind, kann man sie in eine Dose oder einen Beutel füllen, erläutert der Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer. So haben Verbraucher immer die benötigte Menge an Himbeeren zur Hand.

Erdbeeren aus dem eigenen Garten sind ein Traum. Auch ohne den Einsatz von Gift können die Pflanzen gut gedeihen. Mischkulturen sind eine Jahrtausende lang erprobte Methode, um Schädlinge und Krankheiten fernzuhalten und die Pflanzen optimal mit Nährstoffen zu versorgen. Erdbeeren gedeihen so gut neben Knoblauch. (dpa)

Wenn die Beeren reif und frisch gepflückt sind, genießt Geweke sie am liebsten pur und unverarbeitet. Ihre Empfehlung für den sommerlichen Nachmittag ist ein Johannisbeer-Zitronen-Kuchen: „Er ist schnell gemacht und dabei frisch und aromatisch.“ Das süßsaure Topping aus Zitronensaft und braunem Zucker gibt dem einfachen Rührkuchen eine besondere Note.

Wer gerade keine Johannisbeeren zur Hand hat oder lieber andere Sommerfrüchte isst, kann ihr Rezept nach Belieben auch mit Himbeeren oder Blaubeeren abwandeln.

Doch Beeren schmecken nicht nur lecker – sie enthalten auch viele gesunde Nährstoffe. „Gerade jetzt, wenn Beeren Saison haben und reif geerntet werden, sind sie voller Antioxidantien. Sie sind ein richtiges Superfood“, sagt Lynn Hoefer, die den Blog „Heavenlynn Healthy“ betreibt. „Wer seinem Körper etwas Gutes tun will, der sollte jetzt doppelt zugreifen. Zum Beispiel enthalten Himbeeren viel Biotin, das sehr gut für Haut und Haare ist - sie machen also auch noch schön.“

Eins ihrer Lieblingsrezepte mit Beeren ist die sogenannte „Nicecream“, ein selbst gemachtes Eis aus nur zwei Zutaten. „Dafür werden Bananen eingefroren, anschließend kurz angetaut und in einem Standmixer püriert. So ergeben sie eine sehr cremige Basis. Gibt man jetzt noch gefrorene Beeren in den Mixer, entsteht ein superleckeres Softeis – ganz ohne Zucker.“ Lynn Hoefer verwendet dafür beispielsweise Himbeeren. Sie können auch frisch gekauft werden, sollten aber vor dem Mixen kurz eingefroren werden, damit das Eis nicht matschig wird.

Auch ein sommerliches Eis am Stiel ist mit Beeren schnell gemacht: „Eine gute Kombination dafür ist ein cremiger Anteil aus Joghurt oder Kokosmilch, der je nach Geschmack noch mit Honig oder Reissirup gesüßt wird.“ Hinzu kommen pürierte Beeren, Hoefer empfiehlt zum Beispiel Erdbeeren oder Blaubeeren. Entweder vermischt man beide Komponenten sofort und gibt sie gemeinsam in eine Form für Eis am Stiel. Hübscher sieht es aus, wenn die cremige Komponente und das Fruchtpüree getrennt voneinander in die Form gegeben werden. „Dafür gibt man zuerst eine Schicht Joghurt oder Kokosmilch hinein und lässt sie eine halbe bis dreiviertel Stunde anfrieren - dann folgt die zweite Schicht.“ Nach etwa sechs bis acht Stunden im Tiefkühlfach ist das Eis fertig.

Eis am Stiel lässt sich aus pürierten Beeren und einer Schicht Joghurt oder Kokosmilch leicht selbst machen.

Damit Beeren nach der Ernte oder dem Kauf lange frisch bleiben, kommt es auf die richtige Aufbewahrung an: „Sie sollten unbedingt ungewaschen und leicht gekühlt gelagert werden“, rät Alexandra Bünzow, Mitgründerin des Bistros „The Great Berry“ in Köln. Wenn Beeren erst kurz vor der Verarbeitung gewaschen und geschnitten werden, verlängert das ihre Haltbarkeit deutlich. Sie verwendet Beeren in den meisten Smoothies, Säfte oder Salaten, die sie anbietet.

Und auch wenn das Lokal nach der südamerikanischen Açaí-Beere benannt ist, setzt Bünzow gerne auf die klassischen Sommerbeeren aus Deutschland. „Wir haben ganz viele tolle und regionale Alternativen zu den exotischen Superfoods, um die es gerade einen ziemlichen Hype gibt.“ Im Gegensatz zu exotischen Früchten müssen Blaubeeren, Himbeeren oder Johannisbeeren außerdem nicht erst um die halbe Welt transportiert werden.

Christin Geweke ist Autorin von Kochbüchern.

Wer zur Erfrischung im Sommer selbst einen beerigen Smoothie mixen möchte, sollte am besten auf eine Kombination aus frischen und gefrorenen Früchten setzen. Für eine gute Konsistenz ist die Zugabe von Eis nötig, allerdings können Eiswürfel den Geschmack beeinträchtigen. „Wenn man stattdessen gefrorene Früchte verwendet, verwässern die Smoothies nicht“, sagt Bünzow. So bleibt der volle Beerengeschmack erhalten. (dpa)