Abo

Eltern einbeziehenSo gelingt die erste Party

4 min

Abtanzen für alle: Damit die Party in Schwung kommt, sollte der Gastgeber nicht nur Musik nach eigenem Geschmack spielen.

Aus den Boxen wummert ohrenbetäubender Bass, der Nachbar klingelt Sturm, und in der Ecke mit den Getränken herrscht schon lange gähnende Leere. Damit die erste eigene Party ohne Eltern nicht aus dem Ruder läuft und gut ankommt, braucht es mehr Planung als nur die schnelle Einladung über Facebook.

Am wichtigsten für eine erfolgreiche Party ist, zunächst einmal das Okay der Eltern einzuholen. Denn ohne ihr Einverständnis lässt sich das Wohnzimmer nur schwer in eine Tanzfläche umfunktionieren. Und die Feier heimlich auszurichten, etwa wenn Mutter und Vater im Urlaub sind, kann ganz schnell nach hinten losgehen: "Eltern haben in jedem Fall die Aufsichtspflicht. Wenn etwas passiert, wird vor Gericht festgestellt, ob sie diese verletzt haben", erläutert Monika Maria Risch, Fachanwältin für Versicherungsrecht.

Kinder ab sieben Jahren haften für Schäden

Grundsätzlich müssten Kinder, die älter als sieben Jahre sind, selbst für von ihnen angerichtete Schäden haften. Ein Teenager, der als geistig reif und einsichtsfähig eingeschätzt wird, muss also selbst den Schaden für den beim Nachbar zertrampelten Vorgarten bezahlen. In der Regel bedeutet das, dass die Haftpflichtversicherung der Eltern einspringt. Denn solange Jugendliche noch zu Hause wohnen, sind sie über Mutter und Vater mitversichert.

Sicherer ist es also, die Eltern gleich zu Beginn einzubeziehen. Dafür sollte man einen ruhigen Moment abpassen - und bloß nicht bis zum letzten Drücker warten. "Mindestens 14 Tage vorher ist gut, noch besser sind vier Wochen", sagt Andreas Engel von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke). Denn falls im Gespräch klar wird, dass die Wohnung zum Feiern ungeeignet ist oder die Nachbarn auf keinen Fall mitspielen, muss ein anderer Ort gefunden werden. Je vorbereiteter die Jugendlichen in dieses Gespräch gehen, umso besser. "Am besten arbeitet man eine To-do-Liste ab", empfiehlt Marko Salutzki, Eventplaner in Leipzig. Damit verhindere man auch Pannen wie vergessene Servietten oder zu wenig Knabberzeug.

Haben Eltern Vorbehalte gegen das Fest, punkten Jugendliche mit vergangenen Situationen. "Am besten zeigen sie, wo sie schon verlässlich waren. Zum Beispiel, bei welcher Gelegenheit man pünktlich zu Hause war oder etwas wie versprochen erledigt hat", sagt Engel. So gewinne man das Vertrauen der Erwachsenen.

Sind die Eltern überzeugt, geht es an die Feinplanung. Die meisten Partys stehen und fallen mit der Musik. "Eine Tanzfläche ist ein Muss, es muss Disco-Atmosphäre herrschen", rät Salutzki. Nur dem eigenen Musikgeschmack zu vertrauen, kann dagegen ein Stimmungskiller sein. Am besten setze man sich vorher mit ein paar Freunden zusammen und erstellt gemeinsam eine Liste mit Titeln. Nicht fehlen dürfen Lieder aus den Charts. Einen DJ zu organisieren, sprengt für die meisten Teenager das Budget. "Das muss aber auch nicht unbedingt sein. Vielleicht habe ich einen Freund, der sich gut damit auskennt", sagt Salutzki.Ist die Musikfrage dann endlich abgehakt, bleiben noch zwei weitere wichtige Punkte für eine erfolgreiche Party mit Freunden und Bekannten: das Essen und die Getränke. Das Essen beim Partyservice zu bestellen, kann teuer werden. Entweder bitten Jugendliche ihre Gäste, Kleinigkeiten beizusteuern: "Das sollte man aber schon auf die Einladung schreiben", rät Salutzki.

Erziehungsberater Engel empfiehlt auch hier, mit den Eltern zu verhandeln: "In dem Punkt kann man profitieren, wenn man Mutter und Vater bei der Planung nicht ausschließt und so tut, als ob man alles alleine schafft." Denn so erklären sich die meisten Eltern bereit, einen Kuchen oder Salat fürs Buffet beizusteuern.Bei den Getränken werden wohl nur wenige Eltern eine Schnaps- und Weinauswahl in ihrem Haus dulden. Diesen Kampf sollten sich Jugendliche besser sparen, rät Salutzki: "Damit es trotzdem etwas Besonderes gibt, sind alkoholfreie Cocktails gut." Pro Person sollte man bei Saft, Wasser und Cola mit einem Liter rechnen und etwa zwei bis drei Cocktails. So sitzt niemand auf dem Trockenen.

Eltern sollten sich zurückziehen

Damit die Party dann auch richtig in Fahrt kommt, sollten Eltern natürlich nicht ständig auf der Bildfläche erscheinen: "Am besten fragt man, ob sie für die Zeit der Feier in einen Extraraum gehen können", rät Engel. Und wer so nicht weiterkomme, könne an die Jugend von Mutter und Vater appellieren: "Wie war das denn bei euch früher, wenn ihr gefeiert habt? Da wolltet ihr doch auch nicht ständig eure Eltern hinter euch haben?"

Trotz guter Planung: Wenn es dumm läuft, geht doch das Teeservice der Mutter zu Bruch. In einem solchen Fall hilft laut Engel nur die Flucht nach vorne: "Wenn man es verheimlicht, und es kommt doch raus, ist der Ärger noch größer." Am besten übernehme man Verantwortung, indem man anbiete, den Schaden wiedergutzumachen. So könne man etwa etwas von seinem Taschengeld abzwacken.