Energiekosten sparenGünstig durch die Heizsaison
Auch wenn es die milden Temperaturen der vergangenen Tage nicht vermuten lassen: Bald beginnt die Heizsaison. Und sich darauf richtig vorzubereiten, muss nicht zwangsläufig aufwendig und teuer sein. Häufig lassen sich bereits mit wenigen, einfachen Maßnahmen Energie – und Kosten sparen.
Zu allererst sollten Strom- und Gaskunden ihren Vertrag prüfen, rät Energieberater Rudolf Klapper von der Verbraucherzentrale NRW: „Raus aus der teuren Grundversorgung. Alternativen bieten sowohl der örtliche Energieversorger als auch zahlreiche Fremdanbieter.“ Außerdem wichtig: Zählerstände ablesen und notieren – nur so hält man die Energiekosten im Blick.
Aber auch im Haus oder in der Wohnung ist das Einsparpotenzial groß: Nicht-entlüftete oder falsch eingestellte Heizungen, veraltete Pumpen oder undichte Fenster treiben häufig die Heizkosten in die Höhe. Wir zeigen, wie Sie das vermeiden können. Heizung überprüfen, richtig einstellen und optimieren:
Überprüfen Sie die eingestellten Heizzeiten und passen Sie sie gegebenenfalls den aktuellen Lebensumständen an. Grundsätzlich gilt: Wie stark die Temperatur tagsüber oder nachts abgesenkt – und damit Kosten gespart werden können, hängt vor allem vom energetischen Zustand des Gebäudes ab. Bei gut gedämmten Häusern und Wohnungen sinkt die Raumtemperatur bei Abwesenheit nur geringfügig und auch die Wieder-Aufheizzeiten sind kurz – die Heizung kann also tagsüber und nachts nahezu ausgeschaltet werden. Bei schlecht gedämmten Gebäuden sollten Sie eher moderat absenken, um den Energieaufwand zum Wieder-Aufheizen zu begrenzen.
Ganz wichtig: Die Raumtemperatur sollte in keinem Fall dauerhaft unter 16 Grad Celsius fallen – besonders in wenig gedämmten Gebäuden droht ansonsten Schimmel.
Tipps zum richtigen Heizen:
Programmierbare Thermostatventile
Der Einbau von programmierbaren Thermostatventilen lohnt sich insbesondere, wenn einzelne Räume nur zu bestimmten Zeiten genutzt werden. Damit können Heiz- und Absenkzeiten individuell für jeden Wochentag voreingestellt werden. Entsprechende Ventile gibt es für etwa 35 Euro.
Heizkörper kontrollieren
Nach Möglichkeit sollten alle Heizkörper ungestört Wärme abgeben können. Boden tiefe Vorhänge, Heizkörperverkleidungen und Möbelstücke behindern die Wärmeabgabe an den Raum. Folge: Unnötig hoher Energieverbrauch.
Heizkörper entlüften
Wenn Heizkörper nicht warm werden oder gluckern, arbeiten sie ineffizient – und müssen entlüftet werden. Wenn einzelne Heizkörper überhitzen, während andere Heizkörper nicht ausreichend warm werden, kann außerdem ein hydraulischer Abgleich helfen. Dieser sorgt für eine gleichmäßige Durchströmung der Heizkörper – muss allerdings vom Fachmann durchgeführt werden und kostet etwa 25 bis 45 Euro pro Heizkörper. Im Zusammenspiel mit modernen Hocheffizienzpumpen lassen sich damit allerdings bis zu 300 Euro im Jahr in einem Einfamilienhaus sparen.
Heizungspumpe austauschen
Ursache für hohe Strom- und Energiekosten sind häufig auch ältere ungeregelte Heizungs-Umwälzpumpen. Moderne Hocheffizienzpumpen gibt es ab 250 Euro. Sparen lassen sich damit etwa 60 bis 120 Euro im Jahr.
Zirkulationspumpe überprüfen
Stellen Sie die Warmwasser-Zeiten der Zirkulationspumpe richtig ein. Die Pumpe sorgt dafür, dass schnell und zuverlässig warmes Wasser in Küche und Bad verfügbar ist. Dafür zirkuliert ständig warmes Wasser in einer Ringleitung. Das kostet Strom und Heizenergie. Deshalb sollte die Pumpe über die Heizungsregelung oder über Zeitschaltuhren so eingestellt werden, dass sie nur zu den Zeiten läuft, in denen sie auch gebraucht wird. In einem Einfamilienhaus lassen sich so bis zu 80 Euro im Jahr sparen. Eigenheimbewohner können die Laufzeiten selbst wählen, in Mehrfamilienhäusern gibt es dafür Regeln.
Heizkurve angleichen
Passen Sie die Heizkurve an: So stellen Sie sicher, dass je nach Außentemperatur die passende Heizwassertemperatur durch den Heizkessel bereitgestellt wird. Eigenheimbesitzer mit entsprechenden Kenntnissen können das selbst tun, andere sollten darauf achten, dass dies bei der Heizungswartung passiert.
Die einfache Maßnahme spart Energie: Ein Grad geringere Raumtemperatur senkt die anteiligen Heizkosten um etwa vier bis sechs Prozent. Und – was viel wichtiger ist – sämtliche Räume werden ausreichend erwärmt, der Wohnkomfort steigt.
Die besten Heiztipps helfen nichts, wenn die Wärme im Haus oder in der Wohnung durch fehlerhafte Dichtungen verloren geht. Deshalb sollten unbedingt folgende Tipps zum Dämmen und Abdichten beachtet werden:
Fenster, Haustür und Briefkastenschlitze
Defekte oder fehlende Fensterdichtungen, verzogene Haustüren und vergessene Werbeprospekte im Briefkastenschlitz – häufig entweicht Wärme unnötigerweise und treibt so die Heizkosten nach oben. Das lässt sich mit einigen kleinen, günstigen Maßnahmen verhindern. Neue Fensterdichtungen gibt es beispielsweise schon für etwa 15 Euro, die Haustür neu zu justieren kostet je nach Aufwand etwa 80 bis 150 Euro.
Rollladenkästen
Rollladenkästen sollten möglichst lückenlos und luftdicht zum Raum hin gedämmt werden. Eine Dämmung der äußeren Stirnseite ist nicht notwendig. Wie dick das Dämmmaterial sein darf, hängt vom zur Verfügung stehenden Platz innerhalb des Rollladenkastens ab. Das Material für einen Standard-Rollkasten kostet etwa 25 Euro.
Heizkörpernischen
Besonders in Gebäuden der 50er, 60er und 70er Jahre lohnt sich die Dämmung der Heizkörpernischen. So verhindern Sie, dass ausgerechnet hinter dem Heizkörper die Wand am durchlässigsten für Wärme ist – und diese nach draußen entweicht. Entsprechendes Dämmmaterial für einen mittelgroßen Heizkörper kostet etwa 20 Euro.
Bodentreppen und Kellerabgang
Wärme steigt nach oben. Dieser Effekt wird im Treppenhaus noch verstärkt. Aus diesem Grund lohnt sich die Dämmung und Abdichtung von Bodentreppen zu unbeheizten Dachböden. Pro Treppe kann man hier mit Kosten von etwa 35 Euro rechnen. Je größer und offener das Treppenhaus ist, desto größer ist das Einsparpotenzial. In einem durchschnittlich gedämmten Einfamilienhaus lassen sich so etwa 15 Prozent der anteiligen Heizkosten für das Treppenhaus einsparen. Außerdem gibt es keine unangenehmen Zugerscheinungen mehr – was die Behaglichkeit im Treppenhaus und in den angrenzenden Wohnbereichen erhöht.
Rohrleitungen
Preiswert und einfach lässt sich auch Energie sparen, indem Sie in unbeheizten Räumen die „warmen“ Rohrleitungen für Heizung und Warmwasser dämmen. Pro Rohr kostet das nur etwa 10 bis 15 Euro.

