Seien Sie höflich und wertschätzend!
Auch wenn Sie das passende Kostüm tragen, benehmen Sie sich nicht, als seien Sie Sultan und der Fahrer Ihr Sklave. Steigen Sie nicht telefonierend ein. Fragen Sie den Fahrer, ob ihn ein Telefonat stört, rät die Knigge-Gesellschaft für moderne Umgangsformen. Wenn er ein Gespräch beginnt, lassen Sie sich darauf ein.Oder geben Sie ihm zu verstehen, dass Ihnen nicht nach Reden zumute ist - ävver bitte, bitte met Jeföhl! Zwar darf, laut Knigge-Gesellschaft der Gast wählen, ob das Fenster geöffnet oder geschlossen ist, welcher Sender, welche Musik in welcher Lautstärke gespielt wird. Aber besser als sie gleich abzustellen ist, den Fahrer vorher darum zu bitten.
Sie haben die freie Taxi-Wahl!
Rein gesetzlich ist man nicht dazu verpflichtet, das erste Taxi in der Schlange zu wählen - hier gilt der Grundsatz der Vertragsfreiheit. Was bedeutet: Es liegt an Ihnen, mit wem Sie einen Beförderungsvertrag schließen. Doch fair ist anders. "Der Fahrer des ersten Taxis in der Schlange hat am längsten gewartet - und in dieser Zeit keinen Cent verdient", sagt Jamshid Argomand, Vorstandsmitglied des Kölner Taxi-Rufs.
Sie dürfen kurze Strecken wählen!
Nur um die Ecke im Veedel statt von der Mülheimer Brücke zum Bickendorfer Büdchen - egal, Taxifahrer dürfen Kurzstrecken nicht ablehnen. Bei langen Fahrten gilt: Über sein Pflichtgebiet hinaus, darf der Fahrer entscheiden, ob er eine Tour annimmt.
Sagen Sie, wo es langgeht!
Der Taxifahrer ist gesetzlich dazu verpflichtet, Ihr Wunschziel auf dem kürzesten Weg zu erreichen - Umwege sind nicht erlaubt, es sei denn, Sie bitten darum. Zwar darf der Fahrer Ihnen widersprechen, und erklären, weshalb eine andere Route besser wäre - zum Beispiel wegen einer Baustelle oder eines Staus - dennoch haben Sie das letzte Wort!
Überfrachten Sie das Taxi nicht!
Laut Gesetz muss im Taxi nur so viel transportiert werden, wie im Kofferraum untergebracht werden kann - mindestens 50 Kilo muss es jedoch fassen können. Hand- und Reisegepäck, Rollstühle und Kinderwagen müssen kostenfrei transportiert werden. Falls sperrige oder große Gegenstände die Sicherheit im Taxi gefährden oder die Sicht des Fahrers beeinträchtigen, darf er den Transport ablehnen - das gilt auch für sperrige Kostüme und für Luftballons. Ein Fahrer ist übrigens nicht dazu verpflichtet, Ihr Gepäck zu tragen - das ist eine freiwillige Leistung, die ein Trinkgeld verdient hat. Argomand: "Diese Leistungen sollten vor der Fahrt mit der Zentrale oder dem Fahrer abgesprochen werden, denn nicht jeder ist gesundheitlich in der Lage, Gepäck zu tragen." Heißt also: Im Zweifel muss man selber schleppen.
Der Elferrat bleibt in der Kaschämm!
In einem normalen Taxi können bis zu vier Personen transportiert werden. Sind es mehr, müssen Sie ein Großraumtaxi - für bis zu sechs oder bis zu acht Personen - ordern und einen Zuschlag von insgesamt 5,60 Euro zahlen. Falls der Wagen noch nicht gefüllt ist, darf der Fahrer nur dann weitere Gäste aufnehmen, wenn Sie damit einverstanden sind - was fair wäre, in der taxiknappen Karnevalszeit.
Seien Sie kein Exhibitionist!
Jeföhle hin, Jebütz her - unterlassen Sie das öffentliche Zurschaustellen von Gefühlen oder das Wechseln des Karnevalskostüms auf dem Rücksitz. Dezentes Kuscheln und Knutschen sind zwar erlaubt, sagen Knigge-Experten. Argomand jedoch rät "prinzipiell davon ab, weil es den Fahrer ablenken kann". Unfallgefahr!
Üben Sie sich in Geduld!
Die rund 1200 Wagen des Kölner Taxi-Rufs sind an Karneval rund um die Uhr für Sie im Einsatz. Dennoch wird's knapp - "vor allem am Weiberfastnachtsdonnerstag", sagt Argomand. Vorbestellungen sind deshalb - wie auch am Rosenmontag - nicht möglich. Argomands Tipp: "Suchen Sie einen der 140 Halteplätze in der Innenstadt auf" (siehe Kasten). Unter der Taxi-Ruf-Nummer 2882 kann es bis 24 Uhr zur Überlastung der Leitungen kommen. Falls Sie durchkommen, müssen Sie damit rechnen, bis zu 20 Minuten auf ein Taxi zu warten.
Nutzen Sie das georderte Taxi!
Ihre Geduld genügt nicht, um die Ankunft des angefunkten Taxis abzuwarten? Ruhe ist die erste Bürgerpflicht. "Im Normalfall, die jecken Tage ausgenommen, sind wir verpflichtet, ein angefordertes Taxi innerhalb von zehn Minuten bereitzustellen", so Argomand. Sollte das nicht der Fall sein, können Sie ein neues Taxi ordern. Besser - und auf jeden Fall fairer - aber ist eine Nachfrage bei der Zentrale. Damit die den Grund der Verspätung ahnden kann. Rechtlich ist der Vertrag nicht mit Ihrer Bestellung abgeschlossen sondern erst zu dem Zeitpunkt, zu dem Sie, mündlich oder per Handzeichen, signalisieren, dass Sie die Ankunft des Taxis registriert haben. Ablehnen, ohne die Anfahrtgebühr zu zahlen, können Sie die Fahrt nur, wenn das Taxi verdreckt ist, stark nach Zigarettenrauch riecht - und Sie noch nicht eingestiegen sind. Wer den Zustand eines Taxis erst nach Abfahrt beanstandet, muss den Preis bis genau zu der Stelle zahlen, an der er sich wegen der Reklamation absetzen lässt.
Auch Sie darf man stehenlassen!
Grundsätzlich gilt in Deutschland eine Beförderungspflicht, doch wenn Sie als Gast eine Gefahr für die Sicherheit und Ordnung des Fahrbetriebs darstellen, hat der Taxifahrer das Recht Ihre Mitnahme zu verweigern. Sprich: Wenn Sie stark verschmutzt, alkoholisiert - aggressiv - sind, oder der Fahrer befürchtet, dass sie Waffen bei sich tragen. Tipp: Winken Sie das Taxi nicht mit der Spielzeugpistole oder dem Plastikschwert heran!
So tickt das Taxameter!
Wenn Sie ein Taxi bestellt haben, tickt das Taxameter, sobald Sie über das Eintreffen informiert sind. Pro Minute Wartezeit zahlen Sie 50 Cent. Haben Sie ein Taxi auf der Straße angehalten, wird es eingeschaltet, sobald die Fahrt beginnt. Be- und Entladen dürfen nicht berechnet werden. Eine Grundgebühr von drei Euro ist in Köln aber in jedem Fall fällig.
Hund und Katze dürfen mitreisen!
Grundsätzlich gibt es eine Beförderungspflicht für Tiere, solange dadurch die Sicherheit des Betriebes nicht gefährdet ist. Blindenhunde müssen mitgenommen werden, da gibt es kein Pardon. Ein Zuschlag darf dafür nicht verlangt werden. Das Gesetz schreibt allerdings vor, dass Tiere nicht auf den Sitzplätzen transportiert werden dürfen. Trotzdem: Bestehen Sie nicht auf Ihr Recht und haben Verständnis dafür, dass ein Fahrer Angst vor Tieren hat. "Bitten Sie ihn, eines unserer tierfreundlichen Taxen zu ordern", rät Argomand.
Essen und Getränke sind tabu!
Pommes, Currywurst oder Döner sind in Kölner Taxis streng verboten. Ebenso Getränke. "Vor allem aber Glasflaschen", sagt Argomand. Weil die bei einem Unfall oder einer Auseinandersetzung den Fahrer gefährden können. Auch tabu: Rauchen im Taxi. Seit Inkrafttreten des Nichtraucherschutzgesetzes gilt für alle Verkehrsmittel des öffentlichen Personenverkehrs ein Rauchverbot.
Lassen Sie nicht alles raus!
Wenn Sie alkoholisiert im Taxi erbrechen, bleiben Sie auf den Kosten sitzen, da die Haftpflichtversicherung nicht einspringt. Das tut sie nur im Krankheitsfall. Argomand macht die Rechnung: "Der Wagen muss spezialgereinigt und anschließend einige Tage gelüftet werden bis er frei von Gerüchen ist. Plus Verdienstausfall von zwei Fahrern, da ein Wagen im Zweischichtbetrieb eingesetzt wird - macht eine Summe von bis zu 700 Euro. Außerdem muss die Polizei gerufen werden, Bußgeld inklusive." Im schlimmsten Fall sind die Belüftungsschlitze betroffen, dann kann aufgrund der aufwendigen Reparaturen ein vierstelliger Betrag auf Sie zukommen. Auch nicht besser: auf den Taxiboden brechen. Denn unter dem Beifahrersitz befindet sich oft die Fahrzeugelektronik. Und deren Reparatur ist ähnlich teuer.
Denken Sie an das Trinkgeld!
Niemals geht man so ganz - in der Regel beträgt das Trinkgeld zwischen fünf und zehn Prozent des Fahrpreises. Apropos letztes Jeld: Laut Vorordnung sind Kölns Taxifahrer verpflichtet, so viel Wechselgeld bei sich zu haben, dass sie mindestens auf 50-Euro-Scheine herausgeben können. Sollten Sie mit einem größeren Schein bezahlen wollen, sprechen Sie es vor der Fahrt mit dem Fahrer ab. Ein Drittel, also rund 400 der 1200 Kölner Taxi-Ruf-Taxen akzeptieren Kreditkarten - dafür ist ein Zuschlag von einem Euro fällig.
So können Sie sich beschweren!
Falls all das nichts geholfen haben, und sich Ärger abzeichnen sollte - weil Sie sich über Fahrstrecke und -preis uneinig sind, der Fahrer zu schnell unterwegs war oder unhöflich: Rechts unten an der Heckscheibe finden Sie einen gelben Aufkleber mit der Ordnungsnummer, notieren Sie diese, auch die Uhrzeit und die Fahrstrecke und beschweren Sie sich damit bei der Taxizentrale oder der zuständigen Abteilung der Stadt Köln.
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