Das letzte Rasenmähen in diesem Jahr habe ich wohl verpasst. Auf einmal waren die trockenen Tage vorbei. Nun ist die Wiese nass, selbst an sonnigen Tagen wird sie nicht mehr trocken genug. Im Gras verfängt sich das Laub der umstehenden Bäume. Wenn es zu viel wird, harke ich es zusammen und mische es unter den Kompost, auch die Beete mulche ich damit. Unter der Magnolie habe ich kürzlich zwischen den braunen Blättern einen roten Fleck entdeckt: die erste Blüte eines ausgewilderten Alpenveilchens. Im vergangenen Winter hatte ich die Pflanze – eine Cyclamen persicum-Hybride – im Blumenladen für den Balkonkasten gekauft und nach der Blüte im Frühjahr in den Garten gepflanzt. Es hat funktioniert, das Alpenveilchen ist angewachsen. Direkt daneben steht ein Winteralpenveilchen (Cyclamen hederifolium) , das aus einer Staudengärtnerei stammt. Von seinen rosafarbenen Blüten ist bisher noch nichts zu sehen, erst ein paar Blätter.
Die Himbeeren haben vor ein paar Wochen noch geblüht, doch jetzt stutze ich die Triebe. Es sind Herbsthimbeeren, die am diesjährigen Holz tragen, die Ruten werden im Winter komplett zurückgeschnitten. Das Laub des Hartriegels ist scheinbar über Nacht verschwunden, und unter den roten Zweigen sind jetzt noch einige Ranken des Moschuskürbisses sichtbar. Zwei zitronengroße Früchte hängen daran – zu klein zum Ernten, aber vielleicht gibt es Tiere, die sie mögen.
Ein Stückchen weiter stehen die Grünkohlpflanzen, die trotz guter Pflege in keinem schönen Zustand sind. Auf dem Balkon hatte ich etwa 15 Pflanzen vorgezogen, Palmkohl Negro romano und Braunkohl. Im Sommer habe ich sie ausgepflanzt, gegen Schnecken und Vögel geschützt, und doch sind nur drei bis vier Pflanzen richtig groß geworden. Die Schnecken haben es sogar geschafft, am Vogelschutznetz hochzukriechen, um an die Blätter zu gelangen.
Auch neue ungebetene Besucher gibt es im Garten. Wühlmäuse sind eingezogen. Im Gemüsebeet stört mich das momentan nicht, die letzten Rote Bete dürfen sie gerne haben. Doch muss ich aufpassen, wo sie buddeln, denn sie ernähren sich von Zwiebeln und Wurzeln.
Wintergemüse
Frisches Gemüse aus dem Garten gibt es nicht nur im Sommer. Wer frühzeitig plant, erntet jetzt zum Beispiel Kohl, Salat oder Wurzelgemüse. Ein Luxus, das Weihnachtsessen aus selbst gezogenen Zutaten zuzubereiten.
Grünkohl gibt es in vielen verschiedenen Sorten – vom niedrigen Büschel mit krausen Blättern bis zu mannshohen „Palmen“. Grünkohl wird im Mai nach den Eisheiligen ausgesät. Die Pflanzen brauchen Pflege, sie sind anfällig für weiße Fliegen, auch Schnecken und der Kohlweißling mögen sie. Mit einem Netz schützen, denn Vögel lieben die jungen Triebe.
Zuckerhutsalat ist nur einer von den typischen Wintersalaten. Er wird im Juni oder Juli gesät – nicht zu früh, sonst schießt er. Der Salat kann auf dem Beet bleiben, auch bei Frost. Wird das Wetter zu nass, ernten. Kühl, in feuchtes Papier gewickelt, aufbewahren.
Pastinaken werden wie Möhren im Frühjahr ausgesät. Wichtig: Das Saatgut muss frisch sein, sonst keimt nichts. Der Boden sollte nährstoffreich sein und frei von Steinen, sonst verzweigen sich die Rüben stark. Sie können den ganzen Winter über in der Erde bleiben und nach und nach geerntet werden.
Was im Dezember zu tun ist:
Ziergarten Wurzelnackte Gehölze bei frostfreiem Wetter pflanzen. Zur Vorbereitung für das kommende Jahr: Boden lockern und je nach Beschaffenheit mit Kompost, Sand, Lehm, Kalk und Urgesteinsmehl verbessern. Komposthaufen umschichten, Laub gut mit anderen Gartenabfällen mischen und mit reifem Kompost impfen. Empfindliche Pflanzen vor Frost schützen. Rosen anhäufeln. Hagebutten nicht abschneiden, sie sind Nahrung für Vögel und andere Wildtiere. Immergrüne Pflanzen bei andauernder Trockenheit gießen. Nach längerer Frostperiode auch Kirschlorbeer, Buchsbaum, Rhododendron, Ilex, Kamelien und Glanzmispel wässern. Gartenteichpflanzen etwa zehn Zentimeter über dem Wasser abschneiden. Eisfreihalter sorgen für eine natürliche Belüftung des Teichs. Teichtechnik, Schläuche und Wasserleitungen überprüfen. Ein Verjüngungs- und Auslichtungsschnitt an Bäumen und Sträuchern ist bei frostfreiem und trockenem Wetter möglich. Gemüsegarten Planen, was im kommenden Jahr angebaut werden soll. Die Fruchtfolge beachten oder Mischkultur planen. Lauch, Endivien und Feldsalat und Topinamburknollen ernten. Rosenkohl und Grünkohl sind nach den ersten Frösten erntereif.
Bärlauch und Löffelkraut können Anfang Dezember ausgesät werden, sie benötigen niedrige Temperaturen zum Keimen. Feldsalat mit Vlies abdecken, sonst wird er gelb.Frühbeete mit Noppenfolievor Frost schützen. Obstgarten Wurzelnackte Obstgehölze pflanzen. Beachten, dass die Veredlungsstelle etwa zehn Zentimeter über der Erde bleibt. Steckhölzer von Johannisbeeren und Holunder schneiden.
Anbindungen kontrollieren, gegebenenfalls erneuern. Abbürsten älterer Stämme und Anstrich mit Kalk mindert den Befall mit Pilzen und Schädlingen und verringert es das Risiko von Frostrissen. Winterschnitt an Rebstöcken, Äpfel- und Birnbäumen durchführen.
Gärtnermeisterin Ursula Gerke