Die globale Erwärmung könnte bis 2030 rund 70 Prozent aller Korallenstandorte langfristig schädigen. Das gelte sogar für den Fall, dass der Treibhausgasausstoß stark reduziert werde, berichtet ein Team unter Leitung von Forschern des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung in einer großen Studie.
Um wenigstens die Hälfte der Korallenriffe weltweit zu schützen, dürfe die Erderwärmung bis dahin wahrscheinlich höchstens 1,5 Grad Celsius betragen, schreiben die Wissenschaftler im Fachjournal „Nature Climate Change“. Mit 19 Klimamodellen simulierten sie den Wärmestress an 2160 Standorten. Zu einer Korallenbleiche kommt es, wenn die Symbiose aus Korallen und Mikro-Algen, von denen die Korallen einen Großteil ihrer Energie und auch ihre Farbe erhalten, durch zu warmes Wasser zusammenbricht. Offen ist, inwieweit Korallen sich an die Temperaturen anpassen können, indem sie etwa mit wärmeresistenteren Algen eine Symbiose eingehen. „Selbst wenn der Ausstoß von Treibhausgasen stark vermindert würde, müssten mögliche Anpassungsmechanismen sehr schnell wirken“, sagte Hauptautorin Katja Frieler. (dpa)