Die leuchtend gelbe Frucht erlebt jedes Jahr eine sanfte Renaissance, für die Massen taugt ihre etwas arbeitsintensive Verarbeitung einfach nicht mehr. Die Quitte sieht nicht nur aus wie eine Mischung aus Apfel und Birne, sondern gehört auch zur selben Familie. Früher gab es viele Quittenarten, heute findet man meist die rundliche Apfel- und die längliche Birnenquitte. Ursprünglich stammt sie aus Asien und war bereits in der Antike häufig Basis für süße Musgerichte. Als Symbol für Glück, Liebe und Fruchtbarkeit wurde sie ab dem Mittelalter auch in Süd- und Mitteleuropa kultiviert. Aber mit Beginn des 20. Jahrhunderts verdrängten Apfel und Birne sie immer mehr aus der Küche. Die lassen sich viel einfacher schneiden und verarbeiten.
Roh ungenießbar, gekocht ein Genuss
Die Quitte ist von Natur aus sauer, hart und holzig, roh meist ungenießbar. Ihr feines, fruchtiges Aroma entfalten sie erst beim Kochen oder Braten. Weniger Sorten bilden die Ausnahme, etwa die Shirin-Quitte.
Vor der Verarbeitung des Kernobstes, sollte man den Flaum mit einem Tuch abreiben, da dieser Bitterstoffe enthält. Dann kann die Frucht geschält oder ungeschält verwendet werden. Damit Quitten bei der Verarbeitung nicht braun werden, am Besten mit etwas Zitronensaft beträufeln. Das Fruchtfleisch lässt sich hervorragend kochen, braten, dünsten, herzhaft oder süß abschmecken. Mit ihrem hohen Pektingehalt bringen Quitten ihr eigenes Geliermittel mit und eignen sich also wunderbar für Gelees und Konfitüren.
Nicht nur lecker, auch gesund
Quitten sind gesund. Sie stärken die Verdauung, helfen gegen Erkältungen und lindert Entzündungen der Haut. Schon der griechische Arzt Hippokrates empfahl bei Durchfall oder Fieber Quittenzubereitungen. Die Frucht ist reich an Ballaststoffen, Kalium, Folsäure, Eisen sowie Vitamin C und A.
Beim Kauf sollten die Quitten weich und gelb sein, aromatisch duften und einen möglichst schwachen Flaum auf der Schale haben. Kühl lassen sich die Früchte bis zu zwei Monate aufbewahren, am besten separat gelagert, denn ihr intensives Aroma überträgt sich.
