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Kolumne zu Bubble TeaDie Zuckerblasen des Bösen

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Köln – Warentester und Kinderärzte mahnen, Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) und das Bundesamt für Risikobewertung fordern nun sogar Warnhinweise. Denn: Bubble Tea enthält Zucker! Ach. Er ist voller Farbstoffe! Selbst für Nicht-Chemiker keine große Überraschung. Er macht dick! Irgendwie logisch. Und, oh mein Gott: Kleinkinder könnten sich an den Kugeln verschlucken! Bis in die Lunge können die wandern!

Und dann? Tja. Also so ganz theoretisch, erklären Fachärzte, könnten die Gelee-Kügelchen sich in Abzweigungen der Luftröhre festsetzen und eine Entzündung auslösen. Wahrscheinlicher sei aber, dass sie beim Verschlucken zerplatzen. Die austretende Flüssigkeit nehme die Lunge dann einfach auf. Ja, sicher: Ein Kleinkind bekommt einen erdnussgroßen Batzen Gelatine eher mal in den falschen Hals als ein Erwachsener. Aber ein solcher Fall ist bislang selbst den Sicherheitsfanatikern nicht bekannt.

Laut einer Statistik desselben Bundesamtes verschlucken Kleinkinder übrigens besonders gern Nüsse. Auch Karotten sind demzufolge lebensgefährlich. Für Nüsse forderten die Risikobewerter seinerzeit auch einen Warnhinweis.

In einem Radiologen-Forum findet sich derweil die schöne Geschichte des Elfjährigen, der aus purem Futterneid ein halbes Schweineschnitzel - am Stück! - verschluckte, das dann der Röntgenarzt per Zange entfernte. Brauchen wir einen Warnhinweis für Schweineschnitzel? Warum es so schlimm ist, wenn Teenager ihr Sparmenü nicht mehr mit brauner Zuckerbrühe, sondern mit bunter Zuckerbrühe herunterspülen - man weiß es nicht. Dass viele von ihnen nicht die Idealmaße eines Beachvolleyballers haben beziehungsweise schlicht zu fett sind, kann niemand dem Bubble Tea in den Pappbecher schieben: Das waren sie schon vor Beginn des Teetrends. Unter anderem, weil sie eben nicht Volleyball spielen, sondern Playstation.

Sie davon und vom Fast Food fernzuhalten, dürfte selbst die Super Nanny überfordern. Bei Kleinkindern ist das anders. Böse gesagt: Wer Zweijährigen knallbunte Chemieplörre gibt, nimmt halt gewisse Risiken in Kauf.

Die gravierendste Nebenwirkung des Bubble Teas scheint indes öffentliche Schnappatmung bei Politikern und Gesundheitsaposteln zu sein, denen nicht nur das Wohl der lieben Kleinen, sondern auch der eigene Bekanntheitsgrad am Herzen liegt.