Livestream vom Rundschau PodiumWie kann Weihnachten trotz Corona gelingen?

Copyright: Screenshot Rundschau Podium
Köln – Weihnachten, das Fest der Familie und so vieler Rituale und Traditionen, kann in diesem Jahr nicht wie gewohnt gefeiert werden. Was bedeutet das für die Gesellschaft, aber auch für jeden Einzelnen? Das ist das Thema unseres digitalen „Rundschau Podiums“ am Donnerstag, 17. Dezember, ab 18 Uhr im Videostream hier auf dieser Seite. Es diskutieren der Kölner Stadtdechant Monsignore Robert Kleine, der Psychologe Stephan Grünewald und Professor Dr. med. Horst Kierdorf, der Direktor der Kliniken der Stadt Köln.
Ein erneuter Lockdown fürs ganze Land
Seit Sonntag steht fest: Von heute an bis vorerst 10. Januar wird das Land heruntergefahren. Um einen nationalen Gesundheitsnotstand zu verhindern, „braucht es nicht nur Ruhe, sondern Stillstand“, hatte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet die bundesweit geltenden Maßnahmen erläutert. Die Infektionszahlen müssen soweit reduziert werden, dass die Gesundheitsämter sie wieder nachverfolgen können.

Beistand gerade jetzt fordert Monsignore Robert Kleine, der Stadtdechant von Köln.
Copyright: Hohe Domkirche Köln
Der Lockdown bedeutet nicht nur eine Vorweihnachtszeit ohne die gewohnten Betriebs-Weihnachtsfeiern, verkaufsoffenen Adventssonntage oder Weihnachtsmarktbesuche, sondern auch besondere Regeln an den Festtagen selbst. So werden Weihnachtsgottesdienste, sofern sie überhaupt gefeiert werden können, mit Mindestabstand von 1,5 Metern, Maskenpflicht am Platz und ohne Gemeindegesang stattfinden. Private Weihnachtsfeiern sollen auf den engsten Familienkreis beschränkt werden. Aber wie geht das, gemeinsam feiern mit Mund-Nasen-Schutz und Mindestabstand?
Fest steht, die Corona-Pandemie verändert die Gesellschaft und ebenso die Kirchen. „Wir müssen neue Formen und Wege finden, um bei den Menschen zu sein und um Gemeinschaft jenseits von Gottesdiensten und Gemeindeleben zu schaffen“, sagt Monsignore Kleine. „Das Wichtigste ist, dass wir weiter an der Seite der Menschen sind – mit offenen Kirchen, Gottesdiensten und Seelsorge vor Ort und auch virtuell, aber vor allem mit den vielen karitativen Diensten.
Die Kranken, Sterbenden und Trauernden sowie die, deren Existenz bedroht ist, brauchen vor allem jetzt Menschen an ihrer Seite, die für sie da sind“, fordert der Kölner Stadtdechant.

Ermutigen will Stephan Grünewald, der Diplom-Psychologe und Bestsellerautor.
Copyright: Rheingold
Der Diplom-Psychologe, Bestsellerautor und Mitbegründer des rheingold-Instituts Stephan Grünewald aus Köln forscht schon seit Monaten zum Verhalten der Deutschen in der Corona-Krise. Er forderte bereits im Oktober „Ermutigen sei in der Corona-Krise produktiver als Moralisieren“.
Dritter Gesprächsteilnehmer ist Prof. Dr. med. Horst Kierdorf, der Nephrologe, Intensivmediziner und Immunologe leitet seit 2015 als Klinischer Direktor die Kliniken der Stadt Köln.

Angespannt ist die Situation in den Kliniken, weiß Klinikdirektor Prof. Dr. med. Horst Kierdorf.
Copyright: Kliniken Köln
Er zeigt sich dankbar für den harten Lockdown, denn „die Corona-Welle ist noch lange nicht überwunden. Dies bringt unsere Mitarbeiter an die Grenze der Belastbarkeit und teilweise darüber hinaus. Corona zeigt die Grenzen der Top-Gesundheitsversorgung in Deutschland auf und wir erwarten, dass die Gesundheitspolitik daraus lernt“.
Das Rundschau Podium wird unterstützt von Kreissparkasse Köln und Sparkasse KölnBonn. (kmü)
